Freitag, 6. September 2019

"So kann man doch nicht abnehmen!"

Am Morgen meines heutigen Fastentags brachte ich 103,3 Kilogramm auf die Waage, genausoviel wie vorgestern. Damit bleibt die Sache spannend: Werde ich morgen endlich die 102 Kilogramm unterschreiten oder muß ich das schon wieder auf nächste Woche verschieben? Denn gestern hatte ich nach dem Fastentag 102,1. Vielleicht habe ich das morgen auch wieder. *grummel* Aber oft nehme ich am dritten Fastentag der Woche doch ein bißchen mehr ab als am zweiten, wenn bei dem die Abnahme unterdurchschnittlich war. Der morgige Tag wird es zeigen.

Gestern habe ich mich dazu hinreißen lassen, mir ein eng anliegendes schwarz-weiß gestreiftes langärmliges Shirtkleid (Material: Viskose und Elasthan) in Größe XL zu kaufen. Ohne Anprobieren und alles, es hing vor dem pakistanischen Billigladen am Kleiderständer und war stark im - ohnehin niedrigen - Preis reduziert. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich dort jemals etwas gekauft hätte, obwohl ich die Ständer gelegentlich durchschaue, wenn ich auf den Bus warten muß; möglicherweise hatte der Händler deshalb mit mir solches Pech, weil ich dabei so oft fluchtartig zum heranfahrenden Bus rennen muß. Aber dieses Kleid gefiel mir so gut, daß ich es spontan "auf Verdacht" mitgenommen habe, und es hat gute Chancen, in Kombination mit Leggings mein neues Lieblingsteil in der kälter werdenden Jahreszeit zu werden, wenn ich am Schreibtisch sitze, denn es paßt nicht nur, sondern hat sich auch als superbequem erwiesen. Im Moment sehe ich darin zwar noch ziemlich "schwanger" aus, aber das ist gleichzeitig eine gute Möglichkeit, die Veränderungen um den Bauch herum kritisch zu verfolgen.

Bei meiner Art von Glück sollte ich mich wohl darauf einstellen, daß von Stund an die Fettpolster an allen möglichen anderen Stellen erst mal vor denen am Bauch weiterschrumpfen. Aber was soll's. Ich habe einen längeren Atem als das fiese "Schrumpf an der falschen Stelle"-Hormon, und früher oder später geht es mir bestimmt ebenso wie mit dem Jeans-Trägerkleid und auf einmal sieht die Sache genauso gut aus, wie sie sich anfühlt.

Spiegel Online brachte heute einen langen Artikel über "Cheat Days", also Tage, an denen man während einer Diät "freinimmt" und ißt, was man will, und stellte darin Experten die Frage, ob man so wirklich abnehmen könne. Die Antworten fielen alle, wenn auch auf unterschiedliche Weise, kritisch aus, zwischen "So kann man nicht abnehmen" und "Nur bei entsprechend viel Bewegung" sowie "Das führt zu Ernährungsstörungen".

Intervallfasten kam dabei gar nicht vor. Dabei ist gerade Intervallfasten ein eindrucksvolles Beispiel dafür, daß das alles Unsinn ist. Wenn man so will, ist bei mir jeder einzelne Eßtag ein Cheat Day, weil ich esse, ohne mir darüber irgendwelche Gedanken zu machen, und damit habe ich ungefähr doppelt so viele Cheat Days wie Fastentage zu verbuchen. Aktuelle Gewichtsabnahme: ca. 1 Kilogramm im Monatsdurchschnitt. Damit bin ich zwar nicht so ganz zufrieden und hoffe, es steigert sich nun, da ich meine Gallen-OP hinter mir habe, wieder auf 1,5 Kilo im Durchschnitt, aber trotzdem steht es im Widerspruch zu den angeblich wissenschaftlich fundierten Behauptungen der zitierten Experten. Nach zweieinhalb Jahren Intervallfasten und ca. 43 Kilogramm gesamter Gewichtsabnahme fühle ich mich qualifziert zu behaupten, daß diese Experten allesamt auf dem Holzweg sind.

Ich habe mir diese Experten, die offensichtlich nicht recht haben können, aber auch einmal näher angeschaut.

  • Sven David Müller, Erfinder der "Müller-Diät". Zitat von seiner Website: "Nur durch eine kombinierte Ernährungs- und Bewegungstherapie, die einen verhaltenstherapeutischen
    Ansatz hat und auch die Entspannung durch autogenes Training einschließt, ist es laut Sven-David Müller möglich, dauerhaft schlanker zu bleiben."
    Man beachte die Wortwahl. Nicht etwa "schlank", nein, mehr als "schlanker" zu bleiben, traut er sich nicht zu versprechen.
  • Professor Hans Hauner, Leiter des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin in Weihenstephan. Zitat aus einem Zeitungsinterview: "Beim Fasten stellt der Körper auf "Hungerstoffwechsel" um - und bleibt auch hinterher noch in diesem Sparmodus. Wer dann wieder ißt wie zuvor, hat daher nicht nur bald wieder die abgehungerten Kilos drauf. Oft kommen auch noch welche dazu." - Schockierend, daß jemand, der das, was im Gegenteil beim Kaloriensparen fast immer passiert, kurzerhand dem Fasten zuschreibt, wo es gerade nicht passiert, Professor im Fach Ernährungsmedizin ist und ein Forschungszentrum leitet. Ich weiß schon, warum ich keinem Experten mehr über den Weg traue und jede Ehrfurcht vor akademischen Weihen verloren habe.
  • Günter Wagner aus dem Vorstand des Deutschen Instituts für Sporternährung in Bad Nauheim. Über den fand ich beim Googeln etwas sehr Interessantes heraus: Sein Laden verfaßt Auftragsstudien für die Lebensmittelindustrie. Ich glaube, was so jemand sagt, kann man getrost genauso ignorieren wie Verlautbarungen von Dr. Marlboro über das Rauchen. 
  • Marina Lommel, Ernährungswissenschaftlerin und Inhaberin der digitalen Ernährungsberatung Foodpunk aus München: Sie fällt in dieser Reihe aus dem Rahmen, denn Foodpunk konzentriert sich auf Ernährungsweisen, die im weiteren Sinne alle unter Low Carb fallen (Low Carb, Keto, Paläo) und damit - auf Basis meiner Grundannahmen über die Gründe, warum meine Methode funktioniert - deutlich erfolgversprechender als alles, was die drei über ihr genannten Herren empfehlen würden; allerdings ist seit anno Atkins bekannt, daß die Erfolge auch solcher Diäten selten dauerhaft sind - vermutlich nicht, weil sie nicht wirksam wären, sondern weil sie für viele doch zu schwer durchzuhalten sind. (Aber um das sicher sagen zu können, müßte ich mich erst noch vertieft mit der Sache befassen.)


Und was meine ich selbst nun zu Cheat Days bei Diäten auf Basis meiner Grundannahmen? Das ist eine Zwickmühle, denn nach meinen Grundannahmen ist von Diäten ja von vornherein nicht viel zu halten. Aber wenn Diät gehalten wird, sollte die Wirkung von Cheat Days eigentlich positiv sein, und zwar egal, ob sie mit Sport kombiniert werden oder nicht, und egal, ob es nun "maßvolle" kleine Sünden oder Schlemmerorgien sind. Sie können das, was der Herr Professor aus Weihenstephan - fälschlicherweise in Bezug auf Fasten - beschrieben hat, verhindern, weil sie den Jojo-Effekt reduzieren. 

Schlemmerorgien kommen bei mir durchaus gelegentlich auch einmal vor, wenn auch nicht gerade jetzt nach meiner Gallen-OP, bei der ich in der letzten Woche schon eine gewisse Vorsicht walten ließ. Gestern habe ich mein erstes Bier getrunken und war erfreut, daß es mir gut bekommen ist. 

Dazu fiel mir jetzt dieser Prozeß um eine kleine regionale Brauerei ein, der bescheuerterweise gerichtlich verboten wurde, ihr Bier als "bekömmlich" zu bezeichnen. Also, mir bekommt Bier normalerweise gut, nur nach der OP war ich mir nicht sicher, ob ich meiner Leber vielleicht noch ein paar Tage länger Schonfrist hätte geben müssen. Aber gegen das Bier hatte sie ausweislich der körperlichen Reaktionen nichts. Womit ich dagegen noch vorsichtig sein sollte, ist Kuchen, bei dem merke ich, daß meine gallenblasenlose Leber ein bißchen unwirsch wird - nichts weiter Schlimmes, vor allem muß ich dauernd aufstoßen, aber doch merkbar genug, daß ich den Zusammenhang registriert habe. 

Ich habe die bei Schlemmerorgien verzehrten Kalorien noch nie zusammenzurechnen versucht, aber das können leicht auch mal 2000 bis 3000 oder noch mehr geworden sein; so was hat man ja schneller zusammen, als viele glauben. Ich gehe im Moment davon aus, daß die Kalorien eine Art "durchlaufender Posten" sind und der Körper das, was er an Energie nicht braucht, einfach "zum Fenster hinausheizt", etwa durch Schwitzen. Wer jemals versucht hat, wie die Schauspielerin Elena Uhlig das in ihrem Buch beschreibt, durch Essen zwanzig Kilo zuzunehmen, wird nämlich rasch feststellen, daß die Kalorienrechnung bei so einem Vorhaben genauso schlecht aufgeht wie beim Abnehmen. Ihr Buch fiel mir im Krankenhaus in die Hände, wo auf der Abteilung ein Wagen mit Büchern stand, an dem man nach Belieben rausnehmen und reinstellen konnte, und ich habe es teilweise überflogen, während ich auf die Entlassung wartete.  (Wie es mir gefallen hat? Na ja, sagen wir: so lala. An vielen Stellen ist das Buch so komisch, wie es sein will, aber es erinnert mich an ein Mädels-Treffen mit zu viel Prosecco ... neunzig Prozent von dem, was erzählt wird, könnte man auch ungesagt lassen, ohne daß die Menschheit daran viel verloren hätte.)

Was sich auf den Hüften niederläßt und dort eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragt, sind überschüssige Kohlenhydrate, vor allem Zucker, und unter den Zuckern wohl am schlimmsten Fructose, weil der Körper mit ihr nichts anderes anzufangen weiß, als sie in Fett umzuwandeln. 

By the way: Das ist überhaupt kein Grund, nun Obst für einen Dickmacher zu halten, wie das manche unter den sogenannten Experten neuerdings suggerieren. Solange man Obst in Form von realem Obst verzehrt, sollte sich die Fructosemenge in Grenzen halten, weil man sich an Obst nur mit Mühe und viel Leidensbereitschaft überessen kann. Wer jemals versucht hat, ein Pfund Erdbeeren, Kirschen oder, der Jahreszeit vielleicht angemessener, Weintrauben auf einmal zu verzehren, weiß doch genau, was dann passiert: Man bekommt den flotten Otto. Was in kurzer Zeit zur Kloschüssel durchmarschiert, das landet aber nicht mehr auf den Hüften.

Dienstag, 3. September 2019

Countdown zur 99,9 läuft


Ziemlich überraschend und sehr kurzfristig bekam ich letzte Woche die Möglichkeit, meine eigentlich erst in drei Wochen geplante Gallen-OP vorzuziehen. Am Freitag kam ich unters Messer und mir wurde die Gallenblase einschließlich Stein – mit mehr als 2 cm Durchmesser fast schon ein Felsblock – entfernt, und das hat sich als genauso undramatisch herausgestellt, wie es mein Arzt behauptet hatte. Vorgestern, am Sonntag, durfte ich wieder heim. Gestern fühlte ich mich bereits wieder völlig normal und bester Dinge und habe mich, da die von mir dazu befragten Klinikärzte am Freitag keinen Grund sahen, davon abzuraten, dazu entschlossen, einen ebenso normalen Fastentag einzulegen, da es mir ja letzte Woche meinen Fasten-Zeitplan doch ein bißchen zerbrezelt hat. Eigentlich war diese Woche als eine mit nur zwei Fastentagen geplant, aber zufälligerweise ist auch noch mein Mann auf Dienstreise und ich müßte ohnehin alleine essen, also mache ich jetzt doch lieber drei. 

Mein Gewicht lag gestern früh 104,2 Kilogramm, mein bester „Vorher“-Wert überhaupt (er entspricht einer Gewichtsabnahme von stolzen 42,8 Kilogramm), und heute bei 102,6, mein zweitbester "Nachher"-Wert. Mit ein bißchen Glück liege ich am Samstag unter meinem "unechten" Rekordwert von 101,7 Kilogramm nach der letzten Gallenkolik ... und dann sollte es doch eigentlich mit dem Teufel zugehen, wenn es in der Woche darauf nicht heißen sollte "Nächster Halt: 99,9 Kilogramm". 

(Aber andererseits: Der Teufel ist bekanntlich ein Eichhörnchen und ich lag mit optimistischen Prognosen schon mehr als einmal daneben.)

Eigentlich hatte ich ja darauf gehofft, die 101,7 bis letzte Woche Freitag zu unterbieten, aber das hatte ich mir schon Anfang der Woche abgeschminkt, weil sich mein Gewicht bereits in der Woche davor einfach nicht schnell genug nach unten bewegt hat. Und dann hat die OP alles über den Haufen geworfen. Das Merkwürdige dabei: In den letzten beiden Woche habe ich nach allen Fastentagen eine spürbare Veränderung am Bauch feststellen können. Ich will mich von meiner Waage und ihren Launen nicht gar zu sehr terrorisieren zu lassen, und solche Erlebnisse kann man gut gebrauchen, um nicht in Frust zu verfallen. An welchen Körperteilen ich mich beim Fasten verändere, ist ja völlig unvorhersehbar. Ich frage mich manchmal, ob das nach dem Wollknäuel-Prinzip ablaufen könnte, daß sich der "Faden" also vielleicht so abrollt, wie er davor aufgerollt wurde, und damit immer das "neueste" Fett beim Fasten abgebaut wird. 

(Richtig neu ist da bei mir allerdings nichts mehr von dem, was da bei mir gerade an Fastentagen in den Verbrennungsofen wandert. Bei meinem Krankenhausaufenthalt ging mir kurz durch den Kopf, daß ich gerade ungefähr wieder beim selben Gewicht sein muß, das ich anno domini 2002 hatte, als ich zuletzt in dieser Klinik gewesen bin.)

Daß ich mir solche Dinge nicht nur einbilde, sehe ich an meinen Klamotten. Vor ein paar Wochen hatte ich mir ein Jeans-Trägerkleidchen gekauft, in dem ich mir anfangs wie eine Tonne vorgekommen bin und das ich deshalb bislang nicht getragen hatte, aber als ich es am Mittwoch wieder anprobierte, gefiel ich mir darin im Spiegel. Mein Mann hat es mir bestätigt, daß ich darin jetzt ganz anders aussehe als an dem Tag, an dem es geliefert wurde - wir waren gerade beim Kaffee gesessen, als der Paketbote eintraf, und ich hatte es ihm da ebenfalls vorgeführt und wir waren uns einig geworden, daß ich das gute Stück behalten, aber noch ein bißchen ablagern sollte, bis es mir ein bißchen besser steht. Das ist nun der Fall; es ging doch schneller als erwartet.

Direkt vor meinem Krankenhausaufenthalt war ich noch einmal schnell Klamotten kaufen (u. a., weil ich fürs Krankenhaus dringend einen neuen Bademantel und ein Nachthemd brauchte), und auch das war ein motivierendes Erlebnis, weil ich jetzt bei praktisch allen Kleidungsstücken problemlos in Größe 44 (Hosen und Röcke) bzw. 46 (Oberteile) passe. Das ist für mich schon ein Meilenstein. Noch vor einem Jahr hatte ich bei Hosen 48 und bei Oberteilen Größe 52 – und schon darüber, daß ich das wieder anziehen konnte, war ich ja glücklich gewesen. In Kleidergrößen hat sich im letzten Jahr bei mir erstaunlicher viel mehr getan als in Kilos. Wenn ich mein heutiges Gewicht mit dem vor exakt einem Jahr vergleiche, liege ich gerade mal 13 Kilo darunter. Daß das volle zwei bzw. bei Oberteilen sogar drei Kleidergrößen ausgemacht hat, ist schon verblüffend. 

Eine weitere Errungenschaft meines Klinikaufenthalts ist, daß ich einen kritischen Blick auf meine Blutwerte werfen konnte. Im Juni, bei meiner vorletzten Gallenkolik, hatte ich nämlich zu meinem Entsetzen einen Glukosewert im erhöhten Bereich. Damit hatte ich eingestandenermaßen überhaupt nicht gerechnet. Der aussagekräftigere HBa1c-Wert (das "Blutzuckergedächtnis" über mehrere Wochen hinweg) war allerdings noch nicht ermittelt, als mir der Ausdruck der Blutwerte für meinen Hausarzt ausgehändigt wurde. In dem Dokument, das ich jetzt im Krankenhaus, wieder für meinen Hausarzt, mitbekommen habe, war er enthalten, und siehe da: schon im Juni lag er mit 5,8 % locker im Normalbereich (der von 4,3 bis 6,5 % reicht). 

Ich war mal neugierig und habe ihn mit dem letzten mir bekannten Wert aus dem Jahre 2011 verglichen. Damals lag er bei 6,0 %, während der Glukose-Wert damals niedriger war (126 vs. 133). Damit ist meine Welt wieder in Ordnung. Wenn ich tatsächlich nach zweieinhalb Jahren Intervallfasten mit sich verschlechternden Werten in diesem Bereich konfrontiert worden wäre, hätte ich mein Weltbild wohl neu sortieren müssen. 

Keine Ahnung, warum mein Blutzucker im Juni, als ich notfalltechnisch im Krankenhaus war, so hoch war. Vielleicht besteht irgendein Zusammenhang mit meinen Gallenproblemen, die, wie ich im Krankenhaus erfuhr, außerdem auch noch eine Gallenblasenentzündung mitenthalten haben, die vermutlich auch schon länger bestanden hatte. Und, wer weiß, vielleicht besteht außerdem ja auch noch ein Zusammenhang zwischen dieser Entzündung und damit, daß ich in den letzten Monaten so viel langsamer Gewicht verloren habe, als ich eigentlich erwartet hatte. Ich hätte nichts dagegen, wenn sich die Sache wieder ein bißchen beschleunigen würde, denn ich will jetzt endlich möglichst bald die verflixte 100 knacken. 



Montag, 19. August 2019

Urlaub vom Fasten als Anti-Burn-out-Programm

Meine neuntägige Fastenpause ist beendet und ich starte die Woche mit einem zwar nicht überragend guten, aber absolut zufriedenstellenden Körpergewicht von 106,6 Kilogramm - 4,9 kg mehr als direkt nach meiner letzten Gallenkolik, aber exakt ein Kilogramm weniger als am Dienstag vorletzter Woche, dem ersten Fastentag jener Woche, bevor ich flachlag. Das liegt noch knapp innerhalb des Korridors, den ich als "Gewichtszunahme von null" betrachte (denn nach einer Gallenkolik bin ich immer sehr dehydriert, und vier Kilo "Zunahme" plusminus x mußte ich schon alleine wegen des sich normalisierenden Wasserhaushalts einplanen).

Mit diesem Gewicht zu Beginn der Fastenwoche, nachdem ich neun Tage lang normal gegessen (und ein paarmal auch richtig geschlemmt) habe, liegt die 40-Kilogramm-Gewichtsabnahme nun wohl endgültig auch bei den "Vorher-Werten" hinter mir. Die dafür maßgebliche Zahl von 107 Kilogramm hatte ich bislang entnervend häufig zu Wochenbeginn wiedergesehen, aber ich glaube angesichts des Gewichtsverlaufs zwischen dem 10.8. und heute, dem 19.8., nicht, daß mir das jetzt noch einmal passieren wird:



101,70
102,90
104,50
105,60
106,20
106,40
106,60
106,80
106,30
106,60







Man sieht ja deutlich, daß sich die Sache nach vier Tagen bei zwischen 106,2 und 106,8 eingependelt hatte. Die Schwankungen von ein paar hundert Gramm hin oder her lassen sich größtenteils auf Schwankungen beim Magen-/Darminhalt zurückführen. Eine "echte" Gewichtszunahme in nennenswerter Größenordnung gab es letzte Woche nicht. Das merke ich auch an meinen Klamotten.

Ich gebe zu, darüber bin ich schon ein bißchen erleichtert. Dieses Jahr lief so vieles anders, als es meinen Erfahrungswerten der letzten beiden Jahre entsprach, daß ich darauf gefaßt war, am Ende meiner Fastenpause doch wieder bei um die 110 Kilogramm zu landen. Trotzdem war es mir wichtig, noch vor dem Ende des Sommers eine solche Pause einzulegen (eigentlich hätte ich sie schon im Juni machen wollen), weil solche Pausen einem "Fasten-Burn-out" vorbeugen, aber meiner Erfahrung nach im Herbst oder Winter in jedem Fall zu einer "echten" Gewichtszunahme führen. Zu verlieren hatte ich also unter dem Strich nicht viel - aber toll, daß die Sache endlich mal wieder den erhofften Verlauf genommen hat.

(Was ist das, ein "Fasten-Burn-out"? Daß man mit seinem gewohnten Fastenrhythmus nicht mehr weiter abnimmt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man an seinen "Eßtagen" zu wenig Energie zuführt, aber oft gibt es auch gar keine nachvollziehbare Erklärung dafür. Mein Mann meint, und vielleicht hat er damit ja recht, daß der Stoffwechsel sich eben im Lauf der Zeit an alles gewöhnt, was mit einer gewissen Regelmäßigkeit geschieht, und sich daran anzupassen versucht. Man müsse ihn, um diese Wirkung zu sabotieren, ab und zu auch mal mit Abweichungen überraschen.)

Die spannende Frage lautet: Wie weit geht mein Gewicht nun in den nächsten zwei Wochen runter? Fastenpausen haben bei mir in der Vergangenheit im Anschluß immer einen ziemlichen Schub beim Abnehmen gegeben, und hinzu kommt, daß ich nun wegen zwei Spätschichten meines Mannes zwei Wochen mit je drei Fastentagen vor mir habe, was, wenn ich Glück habe, die Sache zusätzlich etwas beschleunigen könnte. Außerdem habe ich ja meine Fastenintervalle von 36 auf 39 Stunden verlängert und will das auch beibehalten.

Ich würde mich freuen, wenn mein Gewicht nach diesen zwei Wochen wieder, wie vorletzte Woche, im Bereich von 101,xy wäre, denn dieser Wert war ja eine wegen krankheitsbedingter Dehydrierung erfolgte Überzeichnung und lag zwischen einem und zwei Kilo niedriger, als er unter normalen Voraussetzungen am Ende der Fastenwoche gewesen wäre. Daß ich  vielleicht sogar schon die 100 ankratzen kann, wage ich im Moment noch nicht zu hoffen ... obwohl es natürlich mein heimliches Traumergebnis wäre. Die 100 als "Nachher-Wert" ist das fast schon greifbar nahe Ziel dieser Phase, und das möchte ich nun doch ein bißchen schneller erreichen als mein letztes Ziel, nämlich die "unter 107" als Vorher-Wert.



Samstag, 10. August 2019

Wie wirkt eine Fastenpause?

Private Gründe haben mich länger als gedacht daran gehindert, mich hier wieder zu melden: Pünktlich zum Urlaubsbeginn - eine Reise war zum Glück nicht geplant - krachte meine Küche zusammen, und das buchstäblich: Zwei nebeneinander hängende Oberschränke über dem Herd lösten sich mittig aus ihrer Verankerung und hingen plötzlich schräg. Der einzige Grund, warum sie nicht ganz herunterfielen, bestand darin, daß sie sich gegenseitig noch ein bißchen stützten ... jedenfalls einstweilen noch. Mir blieb also nichts anderes übrig, als sie zu entfernen.

Als sie weg waren, sah man der Wand deutlich an, daß sie vor 19 Jahren zuletzt gestrichen worden war. Also auch tapezieren. Aber das war noch nicht alles, denn ich hatte schon zwei kaputte Geräte auf dieser Seite der Küche stehen, einen seit kurzem defekten Wäschetrockner und einen Gasherd, bei dessen Backofen die Temperatur schon seit Jahren nicht mehr reguliert werden kann ... ich habe mich jahrelang damit irgendwie arrangiert, weil ich ja irgendwann einmal meine Küche "richtig" renovieren wollte, und dann wollte ich keinen Stand-Gasherd mehr, sondern ein Gerät, das ich in meine einstmalige neue Einbauküche einbauen konnte.

Kurz und gut, mein Mann und ich sind seit ziemlich genau zwei Wochen damit beschäftigt, die Küche zu renovieren, und nach aktuellem Stand der Dinge werden wir damit noch unsere dritte Urlaubswoche damit beschäftigt sein. Gekostet hat uns der Spaß ungefähr so viel wie ein zweiwöchiger Urlaub im sonnigen Süden, und man kann nicht behaupten, daß es dabei nicht auch abenteuerliche Momente gegeben hätte. Mangels benutzbarer Küche haben wir auch viel auswärts gegessen, also so ein bißchen war von Urlaub war schon mit enthalten.

Zwischendurch hatte ich dann leider noch einmal eine Gallenkolik, die mich zwei Tage lang außer Gefecht setzte. Gut, daß ich mich in ca. sechs Wochen für immer von meiner Gallenblase verabschieden kann. Auf diesen Mist kann ich nämlich wirklich verzichten.

Aber jedenfalls, ich hatte keine Zeit, mich auch noch um mein Blog zu kümmern. Der einzige Grund, warum ich jetzt schreibe, ist, daß ich gerade darauf warte, daß mein Mann sich wieder einfindet, denn ich kann ohne ihn nicht weitermachen.

Die beste Nachricht zuerst: Mein Körpergewicht Stand heute morgen: 101,7 Kilogramm.

Allerdings wird es jetzt erst mal wieder nach oben gehen mit dem Gewicht, und das wird richtig spannend. Ich habe mich nämlich entschieden, nächste Woche - unsere dritte Urlaubswoche - eine Fastenpause einzulegen. Und ich habe keine Ahnung, wie sich das auf mein Gewicht auswirken wird.

Bis letztes Jahr hätte für mich festgestanden, daß die Wirkung einer Fastenpause so aussehen würde, daß ich an meinem ersten Fastentag nach der Pause ungefähr so viel wiegen würde wie vor der Pause, aber dafür bei Wiederaufnahme des Fastens deutlich schneller abnehme. Im vorliegenden Fall würde das bedeuten, daß ich am Montag, den 19.8.2019, ein Körpergewicht von ca. 106 Kilogramm plusminus um die 500 Gramm hin oder her haben und in der darauffolgenden Zeit ein bis zwei Monate lang ca. zwei Kilo monatlich verlieren müßte.

So war das jedenfalls 2017 und 2018, wenn ich beim Fasten pausiert habe, aber nur im Frühjahr oder Sommer; im Winter habe ich bei solchen Gelegenheiten unweigerlich zugenommen.

Dieses Jahr war aber so vieles anders als in den letzten zwei Jahren, daß ich mir ganz und gar nicht sicher bin, ob das wirklich passieren wird oder ob ich diesmal vielleicht doch zunehme oder die Intensität der Abnahme sich anschließend doch nicht im Vergleich zu vorher verändern wird. Ich kann das nur herausfinden, indem ich es jetzt einfach mal ausprobiere.

Eigentlich muß ich ja verrückt sein, ausgerechnet so kurz vor der magischen Kilozahl 100 zu pausieren. Aber die letzte Woche dieses seltsamen Urlaubs möchte ich zusammen mit meinem Mann jetzt doch noch so gut wie möglich genießen können, es wartet ja immer noch viel Arbeit mit der Küche auf uns, und wir werden nur mit Glück schon ganz fertig sein, wenn er wieder an seinem Arbeitsplatz erwartet wird. Aber weil er dann gleich mit zwei Spätschichten beginnen wird, werde ich wiederum mit zwei dreitägigen Fastenwochen beginnen können, das reißt es vielleicht wieder heraus.

Die Sache bleibt also spannend: Die 100-Kilo-Marke ist heute nur noch 1,7 Kilogramm entfernt. Wann werde ich die 100 das erste Mal knacken? Vielleicht schon Ende dieses, Anfang nächsten Monats? Oder bin ich jetzt selbst schuld daran, wenn es noch ein, zwei Monate länger dauert?




Samstag, 27. Juli 2019

Fasten bis zum Börsencrash.

Aktuelles Gewicht von heute morgen: 106,1 Kilogramm.

Tja, eigentlich dachte ich, jetzt geht alles ein bißchen schneller mit dem Gewicht, aber irgendwie ging es letztes Wochenende stärker als erwartet nach oben. Am Dienstag hatte ich wahrhaftig wieder 107,2 Kilogramm, und am Freitag, nach beiden Fastentagen der Woche, lag ich bei 104,3 Kilogramm. Aber dafür verliere ich gerade rapide am Oberkörper, insbesondere um den Bauch herum, Substanz. Das habe ich festgestellt, als ich gestern mal Klamotten kaufen wollte und ein paar Teile anprobiert habe. Oberteile passen mir jetzt teils in Größe 46. Außerdem habe ich festgestellt, daß ich dieselbe T-Shirt-Größe wie mein Mann habe (XL-Herrengröße). Warum sich das auf der Waage so überhaupt nicht bemerkbar macht, kann ich mir gerade gar nicht vorstellen.

Nächste Woche habe ich drei Fastentage, und danach werde ich wohl entweder die nächste oder übernächste Woche fastenfrei machen. Ich fahre diesen Sommer zwar nicht in Urlaub, aber mein Mann hat die nächsten drei Wochen frei, und ein bißchen wollen wir das dann auch genießen. Außerdem habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, ab und zu mal mit dem Fasten auszusetzen; anschließend hatte sich die Abnahme immer erst mal beschleunigt, und ich wollte sowieso herausfinden, ob das dieses Jahr wieder funktioniert.

Aber eigentlich wollte ich vor allem über eine ganz andere Sache schreiben. Mir ist nämlich ein Artikel in die Hände geraten, der mir sehr zu denken gab, nämlich einer aus der Finanzwelt, und zwar über den "Wachstumsmarkt Adipositas und Diabetes". Ich zitiere mal:

Aktuell werden nur rund 13 Millionen Menschen, also gerade mal 2 Prozent aller Übergewichtigen, mit Medikamenten behandelt. Die WHO hat zwar Adipositas offiziell als chronische Erkrankung anerkannt, und die Adipositas-Chirurgie ist auch eine Leistung des öffentlichen Gesundheitssystems - aber Medikamente werden in der Regel nicht erstattet. Dies wiegt umso schwerer als von einer Dauerbehandlung ausgegangen werden muss. Erschwerend hinzu kommt, dass adipöse Erwachsene 42 Prozent mehr für direkte Gesundheitskosten ausgeben als Erwachsene, die ein Normgewicht haben. Die Gesundheitskosten pro Kopf für schwerst- oder krankhaft-fettleibige Erwachsene sind sogar 81 Prozent höher als für Erwachsene mit Normgewicht.
 Für Investoren sind klassische Pharmaunternehmen mit hohem Diabetes-Fokus am naheliegendsten, um in den Wachstumsmarkt Diabetes zu investieren. ... Für risikofreudigere Anleger sind Biotech-Unternehmen mit dem Schwerpunkt Folgekrankheiten durchaus interessant.
Ist es wirklich vorstellbar, daß all diese Unternehmen und an lukrativen Investments interessierten Personen, die sich an Leuten wie uns eine goldene Nase verdienen oder dies jedenfalls anstreben, es gut finden würden, falls sich im Fasten tatsächlich ein kostenloses und einfaches Mittel gegen Adipositas für fast jeden finden würde?

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Leute fallen mir ein, die darüber hinaus ebenfalls eine Menge Geld damit verdienen, daß das mit dem Abnehmen bei den meisten Leuten in den meisten Fällen nicht dauerhaft klappt: Von Heerscharen von Ernährungsberatern über die Fitness-Branche (Fitness-Studios, Hersteller von Geräten sowie Trainingsbekleidung etc.) bis hin zu den Herstellern von kalorien-, zucker- oder fettreduzierten Lebensmitteln und natürlich die unzähligen Ratgeber-Autoren und Frauenzeitschriften, die regelmäßig neue Diäten promoten.

So betrachtet, hat wohl niemand außer uns selbst ein echtes Interesse daran, daß wir wirklich dauerhaft abnehmen. Vielleicht spielt dieser Faktor ja eine Rolle bei der nicht wegzudiskutierenden Tatsache, daß wir seit Jahrzehnten keinerlei Fortschritte bei der Übergewichts-Therapie zu verzeichnen hatten: Eigentlich will insgeheim gar niemand, daß wir beim Abnehmen erfolgreich sind. Das würde ja die Renditen schmälern. 

Ich frage mich, welche Wirkung es wohl auf die Finanzmärke haben wird, falls Fasten sich tatsächlich einmal als Mittel der Wahl beim Abnehmen durchsetzt, also nicht mehr eine Art Geheimtippstatus hat, sondern von den Krankenkassen anstelle der heutigen kalorienbasierten Methode promotet und von jedem Allgemeinmediziner als erstes Mittel der Wahl empfohlen würde.

Wahrscheinlich wäre die Wirkung durchschlagender als die Immobilienkrise, die den Finanzcrash von 2008 auslöste. Das würde die Gewinne einer ganze Reihe von Branchen beeinträchtigen und zum Teil sogar pulverisieren. Diabetes ist DER Wachstumsmarkt in der Pharmabranche, und je mehr Diabetes-Gefährdete das Fasten entdecken und damit keinen Diabetes entwickeln, desto schlechter für die Investoren die dem oben zitierten Anlage-Ratgeber vertraut haben.

Für die Krankenkassen wäre es dagegen ein einmaliger Glücksfall, denn die 42 % mehr Krankheitskosten für Übergewichtige würden natürlich für jeden, der Übergewicht vermeiden kann, nicht anfallen - jedenfalls dann nicht, wenn das Übergewicht tatsächlich kausal (also: der Grund) für die Krankheitskosten wäre. Falls aber Übergewicht und die damit in Korrelation stehenden Krankheiten, für die diese Kosten anfallen, nicht in kausaler Beziehung zueinander, sondern vielmehr zwei Wirkungen einer gemeinsamen Ursache wären, käme es darauf an, ob das Fasten auch diese Ursache beseitigt.

Wenn Dr. Fung recht damit haben sollte, daß diese gemeinsame Ursache Hyperinsulinämie, also ein zu hoher Insulinspiegel sei, wäre Fasten natürlich goldrichtig.

Wer also schon immer das Gefühl hatte, den Finanzmärkten hilflos ausgeliefert zu sein, kann sich, wenn er erfolgreich fastet, auch darüber freuen, daß ihm hier ein wirksames Instrument zur Verfügung steht, um den Geschäftemachern die Suppe zu versalzen.







Donnerstag, 18. Juli 2019

Intervallfasten: Wie überwindet man eine Plateauphase?

Heute morgen wog ich höchst erfreuliche 103,7 Kilogramm. Mit einem Wert unter 104 hatte ich eigentlich erst nach dem morgigen dritten Fastentag der Woche gerechnet.

Es sieht so aus, als würde die Verlängerung meiner Fastenintervalle um ca. drei Stunden tatsächlich meine Gewichtsabnahme wieder beschleunigen, und das deutlicher als erwartet. Vor vier Wochen wog ich - ebenfalls nach dem zweiten Fastentag der Woche - 2,2 Kilogramm mehr und vor zwei Wochen waren es 1,4 Kilogramm mehr als heute.

Mal sehen, ob und wenn ja, wie lange sich das fortsetzt. Sollte ich jetzt wieder eine Phase vor mir haben, in der ich monatlich im Durchschnitt auf zwei Kilogramm Gewichtsabnahme komme, wäre das ja sehr erfreulich. Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, mich in meinem dritten Jahr Intervallfasten mit 1 bis 1,5 Kilogramm pro Monat zufriedengeben zu müssen.

Diese unerwartete eindeutige Wirkung von nur drei Stunden längerem Fasten pro Fasteneinheit läßt mich über das Phänomen der Plateaus nachsinnen. Es ist in gewisser Weise verwandt mit dem Jojo-Effekt, wenn auch weit weniger unangenehm. Und es passiert einem ziemlich großen Teil aller Intervallfastenden, mindestens denen, die größere Gewichtsabnahmen anstreben: Nach einiger Zeit läßt die Gewichtsabnahme nach bzw. kommt ganz zum Stillstand. Auch Dr. Fung berichtet, daß diese Entwicklung bei seinen Patienten weit verbreitet sei.

Davon, daß die Sache dann wieder in eine Gewichtszunahme umschlägt, habe ich bislang aber ausschließlich bei den kürzeren Varianten, also 16:8 u. ä., gehört, und mir ist das möglicherweise selbst im November 2017 mit meiner "selbstgestrickten"* Version passiert. Aber ganz sicher sagen kann ich es nicht, weil ich Ende November mit einer Verlängerung meiner Fastenintervalle auf 36 Stunden reagiert habe. Der Zeitraum war deshalb letztlich noch zu kurz, um beurteilen zu können, ob es nur ein kleiner Schaukler nach oben war, in dessen Anschluß ich auch beim Beibehalten meines Fastenrhythmus wieder weiter abgenommen hätte - wie mir das später, im Oktober 2018, auch passiert ist - oder ob meine (noch recht geringfügige) Gewichtszunahme sich anschließend weiter fortgesetzt hätte.

* Mein anfänglicher Fastenrhythmus (zwischen März 2017 und November 2017): Im wöchentlichen Wechsel je dreimal pro Woche 18:6/21:3. Letztlich also eine ausgesprochene Schmalspur-Variante des Fastens. Ich würde wirklich gerne wissen, was genau daran zu einer Gewichtsabnahme von 20 Kilogramm im Zeitraum zwischen März und Oktober 2017, also durchschnittlich 3,3 Kilogramm pro Monat, geführt hat.

Nachdem ich - nach einigem Herumprobieren - endgültig auf 36-Stunden-Intervalle und das Schema "2 x bzw. 3 x pro Woche im wöchentlichen Wechsel" umgestellt hatte, lief die Gewichtsabnahme wieder zufriedenstellend, wenn ich auch die sagenhaften Werte des ersten halben Jahres nur ein einziges Mal, im März 2018, toppen konnte; anschließend hatte ich über den Sommer etwa 2 Kilo pro Monat, im Oktober als Ausreißer, für den ich keine rechte Erklärung habe, einen kleinen Gewichts-Hüpfer nach oben und danach schien sich die Sache bei 1,5 Kilogramm durchschnittlicher Abnahme einzupendeln. Aber ausgerechnet, als ich dieses Blog begonnen habe, lief die Sache auf einmal sehr viel schleppender als zuvor. Gut, mein Gewicht ging immer noch nach unten, aber weniger als ein Kilo pro Monat war doch weniger als erwartet. Und ich hatte mir ja vorgenommen, meine Fastenintervalle zu verlängern, sobald 10 Kilogramm Gewichtsabnahme pro Jahr unterschritten werden.

1 Kilo pro Monat, das sind 12 Kilogramm pro Jahr. 1,5 Kilogramm sind 18 Kilogramm. 2 Kilogramm wären 24 Kilogramm. Aufs Jahr gerechnet macht das schon einen gewaltigen Unterschied. 

Da ich an ca. 10 Tagen pro Monat faste, bedeutet eine Verlängerung jedes Fastenintervalls um drei Stunden 30 zusätzliche Fastenstunden. Schon erstaunlich, daß diese 30 Stunden (zusätzlich zu bereits bestehenden 360 Stunden) eine Beschleunigung der Gewichtsabnahme um 50 und vielleicht sogar 100 Prozent bewirken können. Mit eingesparten Kalorien, nebenbei bemerkt, läßt sich so etwas überhaupt nicht mehr erklären.

Kann das sein, daß sich der Körper einfach irgendwann auf den neuen Rhythmus einstellt und dasselbe stoffwechseleigene, der Wissenschaft noch unbekannte Programm, das die Wiederzunahme beim Jojo-Effekt bewirkt, langsamer und schwächer, aber eben dennoch auch beim Fasten im Lauf der Zeit zuschlägt? Wenn ja, wäre es wohl empfehlenswert, beim Fasten generell erst mit einem kürzeren Fastenrhythmus zu beginnen und immer dann, wenn die Wirkung nachläßt, die Fastenintervalle um zwei bis drei Stunden zu verlängern.

Was mich selbst betrifft: Ich habe mich auf Anhieb mit meinem neuen, 39-stündigen Fastenrhythmus wohlgefühlt und kein Problem mit der Vorstellung, falls auch damit irgendwann die Abnehmwirkung wieder nachlassen sollte, sie ein- oder mehrmals noch weiter zu verlängern: Von 39 auf 41, und ggf. auch gerne noch von 41 auf 43 Stunden. Und sollte es tatsächlich nötig werden, meinetwegen auch bis hin zu 48 Stunden.

Aber mit 103,7 Kilogramm bin ich jetzt ja nur noch 30,2 Kilogramm von meinem Zielgewicht entfernt. Falls ich es zwischen März 2019 und März 2020 - allmähliche Verlangsamungen der Abnahme mit eingerechnet - auf 16 und im Jahr danach wieder auf 16 Kilogramm Gewichtsabnahme bringen sollte, werde ich mein Zielgewicht relativ kurz nach vierten Jahrestag meines Starts, also Frühjahr/Sommer 2021 erreichen. Und ich glaube im Moment nicht, daß ich öfter als einmal im Jahr zu dem Mittel einer Verlängerung der Fastenintervalle greifen muß.

Obwohl ich in den drei Monaten zwischen März und Juni nur enttäuschende 2,2 Kilogramm abgenommen habe, liege ich nunmehr, wenn ich das komplette letzte Jahr - also vom 18.7.2018 bis heute - anschaue, bei 14 Kilogramm Gewichtsabnahme. Sollte sich die Sache jetzt wieder beschleunigen, sind 16 Kilogramm realistisch.



Montag, 15. Juli 2019

Es geht voran

Die beste Nachricht vorab: Mein heutiger "Vorher-Wert" auf der Waage hat nun endlich die 107 Kilogramm unterschritten. 106,6 kg wurde mir heute früh als Ausgangswert nach dem Wochenende angezeigt. Damit hat meine Gewichtsabnahme jetzt definitiv und ohne jedes Mogeln die 40-Kilo-Marke überschritten. Es würde mich damit sehr verwundern, falls ich am Samstag, nach meinen drei Fastentagen, nicht meinen bisher niedrigsten "Nachher-Wert" von 104,7 Kilogramm unterschritten haben sollte. Wenn ich viel Glück habe, fällt vielleicht sogar bis zum Samstag schon die 104. Allmählich kann ich wohl damit anfangen, das nächste, besonders symbolträchtige Ziel ins Auge zu fassen, nämlich das Unterschreiten der 100-Kilo-Grenze ... natürlich erst einmal nur als "Nachher-Wert" nach dem Ende einer Fastenwoche. Bis ich diesen Wert auch als "Vorher-Wert" verzeichnen kann, vergehen von da ab noch mindestens zwei Monate.

Nur zur Erinnerung, was es mit diesem Vorher- und Nachher-Wert auf sich hat: Ich faste ja im Wechsel zwei- bzw. dreimal die Woche einen ganzen Tag, aber am Wochenende genieße ich immer drei Tage, an denen ich normal esse. Und normal heißt: alles, was schmeckt: Am Freitag gab es etwa Würstchen mit Kartoffelbrei, samstags waren wir griechisch essen (Gyros mit Pommes und einen herrlichen griechischen Nachtisch, dessen Name mir entfallen ist - mit Grieß gefüllter Blätterteig, sah ähnlich aus wie Börek, nur in süß), und gestern gab es Lasagne. Das Bier dazu hat auch gut geschmeckt, und gestern leisteten wir uns anschließend noch einen köstlich aromatischen Zwetschgenschnaps, kürzlich gekauft von einem Privaterzeuger, der uns sogar den Standort seiner einzelnen Zwetschgenbäume beschreiben konnte.

Ich esse gerne und keine Mini-Portionen. 😁

Meine Fastentage umfassen jeweils 36 Stunden (das heißt, bis vor kurzem - ich habe letzte Woche entschieden, auf 39 Stunden zu verlängern, weil sich für meinen Geschmack die Gewichtsabnahme in den letzten Wochen doch ein bißchen zu sehr verlangsamt hat). An so einem Fastentag verliere ich zwischen 1,5 und 2 Kilogramm Gewicht, davon ist aber das meiste Wasser. Über das Wochenende normalisiert sich mein Wasserhaushalt dann wieder, deshalb ist mein Gewicht am ersten Fastentag der Woche dasjenige, das ich für maßgeblich halte.

Das mit dem Wasser erinnert mich an eine Merkwürdigkeit, die ich auch noch erwähnen wollte: Bis vor einem halben Jahr habe ich deutlich mehr Wasser verloren als jetzt. Ich habe gerade noch einmal nachgesehen, es stimmt tatsächlich: Bis Ende Januar 2019 habe ich zumindest am ersten Fastentag einer Woche (und häufig auch am zweiten und/oder dritten) fast immer zwischen 2 und 3 Kilogramm Gewicht verloren. Seither ist das aber nicht mehr so, und das kam so plötzlich, als hätte irgendwer einen Schalter umgelegt. Nun liegt mein typischer Gewichtsverlust zwischen 1,2 und 2 Kilogramm, und ich habe keine Ahnung, warum. Das kann doch kaum etwas mit dieser Gallensache zu tun haben. Oder womöglich doch?

Ab und zu überschreite ich nach einem Fastentag auch immer noch die 2-Kilo-Grenze, aber das kommt eher selten vor.

Ob das ausschließlich den Wasserverlust betrifft? Ich vermute es. Obwohl sich meine Gewichtsabnahme in letzter Zeit doch so verlangsamt hat, daß ich jetzt lieber eine Schippe drauflege, um sie wieder ein bißchen mehr in Schwung zu bringen, hatte ich nämlich dennoch die ganze Zeit das Gefühl, weiter abzunehmen. Stichwort: Beine übereinanderschlagen. Aber ich merke es auch an anderen mit dem Auge wahrnehmbaren oder in Bewegungsabläufen spürbaren Veränderungen ... und daran, daß ich meine Jeans in Größe 44 neuerdings auch dann problemlos zuknöpfen kann, wenn sie gerade frisch gewaschen ist. Das war für mich bislang immer das Signal dafür, mir zwei Exemplare der nächstniedrigeren Größe zu kaufen, denn wenn ich diese Jeans frisch gewaschen auf Anhieb zuknöpfen kann, schlottert sie mir spätestens einen Tag später. Bislang war es immer so, daß es, wenn dieser Moment gekommen war, an dem das Knöpfen problemlos klappte, noch höchstens zwei bis maximal drei Monate gedauert hat, bis ich dann auf diese nächstkleinere Jeansgröße wechseln konnte.

Diesmal wird das die Größe 42 betreffen, und das ist schon ein Ereignis für mich. Wann habe ich eigentlich zuletzt Jeans Größe 42 getragen? 😲

Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht mehr. Irgendwann in den Neunzigern.

Ehrlicherweise muß ich aber dazusagen: Meine jetzige Jeansmarke fällt schon ein bißchen größer aus, jedenfalls, wenn sie sich erst einmal ein bißchen gedehnt hat. Aber trotzdem. Größe 42, das ist bei mir verdammt lange her. Wir reden hier von Jahrzehnten. Da kann man schon auch mal ein bißchen mogeln. Und es ist ja nur geringfügig gemogelt.

Und wann habe ich eigentlich zuletzt weniger als 100 Kilo gewogen? Das wenigstens kann ich einigermaßen rekonstruieren: irgendwann zwischen den Jahren 2000 und 2002. 2000 bin ich umgezogen und geriet darüber dermaßen in Streß, daß ich Schwindelanfälle bekam, deshalb hatte ich mich beim Arzt einem Rundum-Check unterzogen, der ergab, daß ich vollkommen gesund, wenn auch zu dick sei. Bei diesem Arztbesuch war ich noch im zweistelligen Bereich, allerdings erinnere ich mich nicht mehr genau an mein exaktes Gewicht. Zwei Jahre später ließ ich mir im Krankenhaus die Nasenscheidewand begradigen, und daß ich bei diesem Krankenhausaufenthalt erstmals mehr als 100 Kilogramm hatte, weiß ich noch.

Ich bin schon gespannt, wann ich das erste Mal weniger als 100 Kilogramm wiegen werde. Ich tippe auf Anfang Oktober, aber sollte es mit Hilfe meiner neuen 39stündigen Fastenintervalle schneller gehen, soll es mir gerade recht sein.

Die neuen Fastenintervalle unterscheiden sich letztlich ja nur geringfügig von den bisherigen 36stündigen: Anstatt nach einem Fastentag wie bisher gewohnt zwischen 9 und 10 Uhr zu frühstücken, findet meine erste Mahlzeit erst um 12 Uhr statt. Letzte Woche hatte ich am Mittwoch ohnehin vormittags einen Termin, der dazu führte, daß ich zu meiner gewohnten Frühstückszeit nicht daheim war, also kam ich sowieso erst um diese Zeit dazu, etwas zu essen. Das ist schon seither öfter mal vorgekommen; im Zweifelsfall habe ich in solchen Fällen auch noch nie lieber das Frühstück vorgezogen, sondern immer nach hinten verschoben. Aber am Freitag habe ich es bewußt ausprobiert, wie sich das Verschieben anfühlt, und ich fand es ganz unproblematisch. Also behalte ich das jetzt einfach so bei.