Freitag, 31. Juli 2026

Die Angst des Vermieters vor der roten Karte nach einer Schwalbe

Mein Gewicht nach dem vierten von vier aufeinanderfolgenden Fastentagen: 75,9 Kilogramm. Mal wieder ein klarer Fall von "Na ja", aber gemessen daran, daß ich vor dem Fastenintervall zehn Tage lang mit dem Fasten ganz ausgesetzt habe, im Rahmen des Erwartbaren. Neue Ideen habe ich im Moment zu der Frage nicht, wie ich von diesem Plateau wieder herunterkomme, aber ich habe im Moment auch eine Menge anderes zu tun. 

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Meine alte Freundin, die WHO, möchte, daß wir mindestens zweimal die Woche Krafttraining durchführen. So berichtete das Ärzteblatt. Ich wollte mal genauer wissen, was die WHO damit eigentlich meint, und suchte danach im Volltext.  

 

Warum ich so einen langweiligen Schrott machen sollte, da ich doch mindestens zweimal die Woche schwere Einkaufstaschen schleppe und nebenbei noch längere Fußwege zurücklege, und mehrmals die Woche im Garten Tätigkeiten habe, die mit sich Strecken und Bücken und manchmal auch Schippen und Buddeln zu tun haben, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Hinzu kommen natürlich noch mit Schleppen, Hochwuchten, sich Strecken und Bücken verbundene Tätigkeit innerhalb des Hauses. Hausarbeit nennt sich das. Verglichen mit dem Zeitumfang und der Intensität, die dabei manchmal erreicht werden kann, ist das aufgelistete Zeugs außerdem Pipifax, ein reiner Zeitfresser ohne einen Nutzen, der nur der Entlastung des Gewissens dient. Das ist ja bei den meisten Leuten schlecht, weil einem dauernd eingehämmert wird, daß wir alle zu wenig Sport treiben. Mein Mann hatte mal einen Kollegen, der war dünn wie ein Strich in der Landschaft, obwohl er dreimal soviel aß wie andere Leute, der körperlich anstrengende Arbeit leistete und mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr, und trotzdem ließ er sich von seinem Arzt weismachen, er müsse zum Schutz seiner Gesundheit zusätzlich auch noch ins Fitnessstudio. 

Drei Männer und eine Frau haben an dieser Studie gearbeitet, drei von ihnen arbeiten beim DKFZ in Heidelberg. Ich vermute, sie beschäftigen alle miteinander für ihren privaten Haushalt Reinigungskräfte und lassen sich außerdem Lebensmittel nach Hause liefern. In so einem Fall sind solche Leibesübungen natürlich die angemessene Strafe für diese geldverschwenderische Faulheit. Ich würde sogar noch weitergehen und ihnen die Zusatzkosten von Fitnesscenterbesuchen aufs Auge drücken wollen. ;-)

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Es ist schon ein Weilchen her, daß die ZEIT titelte: "Nie wieder würde ich in Immobilien investieren." Inzwischen habe ich den Volltext zu sehen bekommen und bin doch ein bißchen enttäuscht, wie dürftig er ausgefallen ist. Hätte ich, wie ich das getan hätte, falls es die Möglichkeit gäbe, den Zugang zu diesem einzelnen Artikel käuflich erworben, hätte ich mich bestimmt geärgert. Die Autorin Celine Schäfer hat augenscheinlich keine Ahnung von Immobilien, was für sich genommen ja noch keine Schande ist. Journalisten sind, wie ich mal in einem Interview über journalistische Arbeit sehr treffend las, Universaldilettanten und es wäre übertriebenes Anspruchsdenken, Fachwissen zu verlangen, wenn ihre Aufgabe lautet, ohne Fachwissen einen interessanten Artikel über ein Thema zu schreiben. Aber sie hatte eben auch kein Gespür für in sich widersprüchliche Behauptungen, was schon eher zu den erwartbaren journalistischen Tugenden zählt, und sie hielt es auch nicht für nötig, jemanden zu fragen, der von der Sache genügend Ahnung hat, um zu erkennen, wo sie vor der Veröffentlichung noch einmal nachhaken sollte. 

Worauf die ZEIT hier Bezug nimmt, sind Umfragen des Verbands Haus und Grund sowie Price Waterhouse Cooper, und aus denen ergibt sich, daß tatsächlich 60 Prozent der Vermieter über den Verkauf ihrer Objekte nachdenken oder dies jedenfalls behaupten. Das ist immerhin belegbar zutreffend und es wurden in der verlinkten Umfrage auch die Gründe für solche Erwägungen untersucht. Die beiden Beispielfälle finde ich allerdings bemerkenswert schlecht begründet. Das muß nicht heißen, daß die beiden Vermieter, mit denen Frau Schäfer gesprochen hat, sie nicht dennoch so begründet haben. Vor allem im ersten Fall halte ich das aber für vorgeschoben, im zweiten fällt es eher unter "Jammern auf hohem Niveau".

Im ersten Fall ging es um einen Vermieter von drei Wohnungen in Berlin-Kreuzberg, der 2011 seine erste Wohnung erworben hatte. 2011 lagen die Angebotskaufpreise in Kreuzberg, wo der Mann gekauft hatte, zwischen 1800 und 2800 Euro pro Quadratmeter. 2026 kann er das Doppelte oder mehr beim Verkaufserlös erzielen. Hinzu kommt noch, daß er die Wohnungen vermietet erworben hat, was immer billiger ist, und die erste dieser drei Wohnungen verkaufte, als die Mieter auszogen, also auch ohne gestiegene Angebotspreise von vornherein einen Gewinn erzielt hätte. Das halte ich für den Hauptgrund, warum er verkaufen und sein Geld lieber auf eine bequemere Weise, etwa ETFs, anlegen will. 

Eigentlich müßte jemand, der vor 15 Jahren vermietete Eigentumswohnungen erworben hat, eine vernünftige Rendite auf das eingesetzte Kapital bekommen. Aber legt jemand den aktuellen Marktwert seiner Wohnungen zugrunde, geht diese Rechnung natürlich nicht auf. Auch wenn die vermuteten erzielbaren Kaufpreise im Falle eines Verkaufs, solange der nicht erfolgt, reine Luftbuchungen sind, fühlt sich das für manche Leute wohl wirklich so an, als entginge ihnen Geld, das ihnen eigentlich zustehen würde. Wegen des Wertzuwachses seiner Immobilien, der keineswegs sein Verdienst ist, sondern ein Glücksfall, macht er bei einem Verkauf schlicht einen wesentlich besseren Schnitt, als wenn er weiter vermieten würde, und hat nebenbei auch weniger Aufwand, wenn er den Verkaufserlös so anlegt, daß er wenig Umstände mit der Verwaltung seiner Anlage hat.

Dagegen ist im Grunde auch nichts einzuwenden, ich mag es bloß nicht, wenn man mich für dumm zu verkaufen versucht. Und das tut dieser Mann. Die Einzelheiten seiner Geschichte passen nämlich hinten und vorne nicht zusammen. 

"Jemand sitzt in einer halben Million Euro von mir und kann machen, was er will", behauptet er an einer Stelle und begründet diesen Eindruck unter anderem damit, daß der Mieter einer seiner Wohnungen von seinem Recht Gebrauch machte, sich gegen eine Eigenbedarfskündigungen juristisch zur Wehr zu setzen. Der Mieter bekam vor Gericht Recht, die Kündigung war also unwirksam. Frau Schäfer hat nicht nachgehakt, warum das Gericht zu dieser Auffassung kam. Ich kann nur spekulieren, aber nach eigenen Angaben wollte er das Objekt als Zweitwohnung nutzen, und so fand das Gericht die zu erwartende Nutzungsintensität wohl nicht ausreichend, um einem Menschen sein vielleicht langjähriges Zuhause nehmen zu dürfen. Vielleicht gab es aber auch Verdachtsmomente dafür, daß in Wirklichkeit das Objekt einfach nur rentabler vermietet werden sollte. 

Der Mieter konnte in diesem Fall also keineswegs machen, was er wollte. Hätte der Käufer seiner Wohnung aus einer Mietwohnung ganz in diese Wohnung umziehen wollen, dann hätte seine Klage gegen die Kündigung keine Chance auf Erfolg gehabt, und ihm wären gerade mal neun Monate geblieben, um eine neue Wohnung zu finden. Es gibt Grund zur Annahme, daß es sich um eine langjährig vermietete Wohnung gehandelt hat - ich komme in den nächsten Absätzen noch einmal darauf zurück -, und das hätte dazu geführt, daß er für eine neue Wohnung eine drastisch höhere Miete hätte bezahlen müssen. Solche langjährig vermieteten Wohnungen mit Miethöhen, die aus heutiger Sicht fast schon lächerlich sind, sind für Kapitalanleger ohne erhebliche kriminelle Energie unattraktiv, aber für Eigennutzer mit ungefähr einem Jahr Zeit bis zum Einzug sowie gering ausgeprägtem Gefühl für Anstand sehr interessant, weil sie viel weniger kosten als Wohnungen, in die sie gleich einziehen können. Meistens geht das gut, weil nur ein Bruchteil der auf Eigenbedarf Gekündigten sich gegen die Kündigung zur Wehr setzen. Der Käufer der Wohnung über mir im Haus, wo ich bis vor zwei Jahren wohnte, ist sogar mit einem vorgetäuschten Eigenbedarf davongekommen, weil der ausgezogene Hauptmieter der Wohnung, noch bevor das klar geworden war, schwer erkrankte, deshalb andere Sorgen hatte und auch kurz darauf starb. Es ist nur eine Minderheit der Eigenbedarfs-Betroffenen, die sich zur Wehr setzt. Aber riskant ist die Methode trotzdem. Der Gesprächspartner von Frau Schäfer war entweder ziemlich blauäugig an die Sache herangegangen oder hatte wissentlich auf Risiko gespielt und verloren. In beiden Fällen sehe ich keinen Grund, ihn zu bemitleiden. Anfänger machen halt Anfängerfehler, aber aus denen kann man ja lernen. Das geht uns allen so, willkommen im Club also. Und sich über einen verlorenen Zock zu entsetzen, beweist so wenig Sportsgeist wie das Jammern über eine rote Karte nach einer Schwalbe beim Fußball. Aber dies ist folgerichtig, denn schon mit der Schwalbe als solcher beweist man ja keinen Sportsgeist.  

Anrüchig macht die Sache von vornherein aber folgendes: Eigenbedarf anmelden ist legitim, aber eine vermietete Wohnung nur zu kaufen, um sofort Eigenbedarf anmelden zu können, ist zwar legal, aber auch in den Fällen, die nicht als Härtefälle gelten, einfach unethisch: Man erwirbt den unter Umständen langjährigen Lebensmittelpunkt eines anderen Menschen, um ihn ihm wegnehmen und ihn selbst vereinnahmen zu können, und setzt ihn dabei einem aktuell schlecht funktionierenden Mietwohnungsmarkt aus. Damit kann man einem Menschen schlimmstenfalls die Existenz ruinieren. Zum Glück kenne ich niemanden, der auf diese Weise sein Wohneigentum erworben hat, denn das wäre für mich ein Grund, ihm die Freundschaft aufzukündigen. Niemand muß vermietete Wohnungen kaufen, um sie selbst zu beziehen. Die Mehrkosten für eine leerstehende Wohnung sollte einem der eigene Anspruch an sich selbst wert sein. 

Es hat seinen Grund, daß solche Wohnungen weniger kosten als bezugsfreie, denn nur eine Minderheit derjenigen, die eine Wohnung zum Selbstbezug suchen, macht von dieser Kostenspar-Möglichkeit Gebrauch und beweist damit, daß ihr Anspruch an sich selbst nicht besonders hoch ist. Es ist aber falsch, sich ausgerechnet in einem Bereich, in dem es um das Zuhause eines Menschen geht, nur auf das Anstandsgefühl der Käufer zu verlassen. Das ist eine besonders wichtige Lücke, die man im Mieterschutz schließen sollte, aber niemand scheint sie auch nur wahrzunehmen. Niemand ist existenziell darauf angewiesen, sich mit solchen miesen Methoden Wohneigentum zu verschaffen, also sollte es unattraktiver gemacht werden, es zu tun. Beispielsweise mit einer Unterscheidung von Eigenbedarf an einer Wohnung, die man schon länger als fünf Jahre besitzt, und Eigenbedarf im Zeitraum vorher. Ich finde, im zweiten Fall reicht eine Kündigungsfrist von maximal neun Monaten bei weitem nicht aus. Die Kündigungsfrist sollte auf mindestens fünf Jahre angehoben werden. Noch besser wäre eine Sperrfrist von fünf Jahren für mit Eigenbedarf begründeten Kündigungen, daß also der Mieter erst danach eine Kündigung mit den üblichen Kündigungsfristen bekommen darf. 

Aus Mieterperspektive ist es natürlich von der realen Wirkung her genauso dramatisch, wenn ein langjähriger Vermieter Eigenbedarf anmeldet, aber hier hat meiner Meinung nach das Interesse des Vermieters ein wesentlich höheres Gewicht als im zweiten Fall und muß deshalb anders mit den Interessen des Mieters abgewogen werden: Die Wohnung wurde regulär als Kapitalanlage erworben und auch genutzt, dann trat der Eigenbedarf auf, und der Vermieter braucht die Wohnung selbst. Das ist etwas qualitativ anderes, als sich eine vermietete Wohnung zu kaufen und dabei von vornherein zu beabsichtigen, dem Mieter umgehend zu kündigen. Auch ein Vermieter kann zur Miete wohnen und gekündigt werden oder den Wohnort wechseln müssen oder andere nachvollziehbare Gründe haben, die Wohnung selbst zu nutzen, und dann muß es ihm auch möglich sein, auf eine vermietete Wohnung, die ihm gehört, bei Bedarf zurückgreifen zu können. Wenn von Eigenbedarfskündigungen die Rede ist, werden diese zwei grundlegend verschiedenen Fälle nie voneinander unterschieden, und das führt dazu, daß die Vertreter beider Seiten ständig aneinander vorbeireden und sich die Konflikte unnötig zuspitzen, wenn beide Seiten der Meinung sind, ihre jeweiligen berechtigten Interessen würden mit Füßen getreten.   

Würde die sofortige Eigenbedarfskündigung nach dem Kauf einer Immobilie erschwert, hätte das den Nebeneffekt, daß vermietete Objekte nur noch mit größeren Preisabschlägen als heute verkauft werden können, aber dann kann immerhin auch die Kalkulation eines Kapitalanlegers als Käufer auch bei einer niedrigeren Miete wieder aufgehen; wer dann weniger bekommt, ist der Verkäufer der Wohnung. Auch das hätte für Mieter gewisse Nebenwirkungen, so nämlich wären Vermieter motivierter, möglichst regelmäßig die Miete zu erhöhen, um im Falle eines Verkaufs nicht ein von vornherein uninteressantes Objekt zu haben, das nur mit drastischen Preisabschlägen verkäuflich ist. 

Aber im Moment ist die Eigenbedarfsregelung nun einmal so, wie sie ist, und ich kann nur jedem Mieter, der für heutige Verhältnisse und gemessen an seinem Einkommen eine so niedrige Miete bezahlt, daß ihm finanziell Luft für Rücklagen bleibt, dringend dazu raten, präventiv möglichst viel Kapital zu bilden, um nicht im Falle einer Eigenbedarfskündigung finanziell ins Schleudern zu geraten. Wer Glück hat und viele Jahre lang von dem Eigenbedarf des Vermieters verschont bleibt, dem gelingt es vielleicht sogar, das nötige Eigenkapital für eine eigene Eigentumswohnung zusammenzukriegen. Die Frage, warum sich Mieter preisgünstiger Wohnungen nicht bewußt sind, daß auftretender Eigenbedarf ihr ganzes Leben versauen kann, wenn sie nicht selbst ein bißchen vorsorgen, wird mir auch zu wenig diskutiert. Ich habe das selbst schon wiederholt selbst miterlebt, wie wenig ein Mieter meistens auf so eine Entwicklung gefaßt ist und sich nie Gedanken um seine eigene Sicherheit gemacht hat, bis die Situation auf einmal doch da war. Auch wenn nicht jeder dieser Mieter imstande ist, größere Rücklagen zu bilden, ist es jedenfalls nicht verkehrt, sich für den Fall der Fälle einen Plan B zu entwickeln. 

Daß es sich beim zweiten erwähnten Objekt in Frau Schäfers Artikel in Wirklichkeit um dieselbe Wohnung handelt, ist nicht eindeutig angegeben, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich und werde dies auch begründen. Diese Wohnung soll 65 qm groß und für sage und schreibe 350 Euro kalt vermietet sein. Falls es so wäre, ist der angegebene Wert von einer halben Million oben im Zitat aber maßlos übertrieben. Eine halbe Million wird in Kreuzberg für superdupersanierte Luxusobjekte in dieser Größe verlangt. Daß eine langjährig vermietete Wohnung diesen Kriterien entspricht, halte ich für extrem unwahrscheinlich. Eher möglich ist es, daß sie im Preisbereich um die oder - je nach Zustand und Mietsituation - unter 300.000 Euro verkauft werden könnte, oder bei mittlerer Ausstattung ein paar Zehntausend drüber.  

"Für 65 Quadratmeter nimmt er rund 350 Euro kalt, ein guter Preis für die Gegend", schreibt Celine Schäfer. Das ist eine Untertreibung von spektakulären Ausmaßen. Es entspricht einer Kaltmiete von 5,38 Euro, das liegt unter der Mietspiegel-Untergrenze für die billigsten Wohnungen in einfachster Lage (Ausnahme: DDR-Wohnungsbau, aber der kann ja in Kreuzberg nicht vorliegen). Es liegt so weit unter der durchschnittlichen Angebotsmiete von 8 Euro im Berlin des Jahres 2011, von späteren Jahren - falls speziell dieses Objekt später erworben wurde - ganz zu schweigen, daß ich nicht daran zweifle, daß es sich um ein Mietverhältnis handeln muß, das schon zum Zeitpunkt des Erwerbs der Wohnung jahrelang bestanden hatte. Vermutlich lag damals die Miethöhe auch noch im Rahmen des Üblichen. Aus irgendwelchen Gründen hat aber der Käufer dieser Wohnung anscheinend während der gesamten Dauer des Mietverhältnisses die Miete nicht erhöht. Bedenkt man, daß er damit, wenn die Miete unter die Mietspiegel-Untergrenze sinkt - was ja augenscheinlich geschehen ist - das Risiko eingeht, daß das Finanzamt seine Ausgaben für das Mietobjekt nicht anerkennt, weil die Vermietung zu einer so geringen Miete als Liebhaberei eingestuft werden kann, weil unterstellt wird, daß eine Gewinnerzielungsabsicht bei einer solchen Miethöhe von vornherein nicht besteht (ich kenne einen Fall, in dem das tatsächlich passiert ist), ist das ein gelinde gesagt merkwürdiges Gebaren. 

Ich nehme an, diese Merkwürdigkeiten bedeuten, daß es sich tatsächlich um diejenige Wohnung handelt, in die der Mann selbst einziehen wollte und dabei vor Gericht damit eine Bruchlandung gemacht hat. Ich nehme außerdem an, daß es bedeutet, daß er die Wohnung wirklich schon seit mindestens zehn Jahren, vermutlich die kompletten angegeben anderthalb Jahrzehnte besitzt. Man müßte nämlich schon Lack gesoffen haben, um zu den heutigen Kaufpreisen eine Wohnung mit dieser niedrigen Miete zu erwerben, noch dazu, ohne umgehend von dem Mittel einer Mieterhöhung Gebrauch zu machen, das ja im Rahmen der Vorschriften, Mietpreisbremse und so, möglich und auch legitim gewesen wäre - nach geltender Rechtslage wäre spätestens nach drei Jahren ein Mieterhöhung auf 400 Euro kalt nachvollziehbar und auch für den Mieter keine Zumutung gewesen. Eine Kapitalanlage, die eine Minusrendite bringt, bringt den Käufer früher oder später ja an den Bettelstab. Daß der neue Vermieter die aktuell bezahlte Miete nicht auf Dauer beibehalten kann, muß seinem Mieter nicht gefallen, aber einsehen sollte er es schon. Wenn das in diesem Fall nicht geschehen ist, ist der Grund aber bestimmt nicht Herzensgüte gewesen, denn Menschen mit Herzensgüte kämen gar nicht auf die Idee einer Eigenbedarfskündigung. 

Aber es kommt sogar noch besser, denn angeblich zahlt ausgerechnet dieser Mieter seine Miete außerdem nur unregelmäßig. Aus Mitleid habe er ihn bislang nicht herausgeklagt, behauptet der Interviewte. Falls es sich bei dieser Wohnung doch nicht um die Eigenbedarfs-Wohnung handeln sollte, fragt sich, warum er dann eigentlich mit dem Mieter dieser anderen Wohnung nicht auch Mitleid gehabt hat - aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es dieselbe Wohnung ist. Ich nehme an, der Käufer der Wohnung hatte sich einfach verkalkuliert und die Möglichkeit der Mieterhöhung oder auch der Kündigung wegen der unregelmäßigen Mietzahlungen nur deshalb nicht genutzt, weil er glaubte, mit dem Eigenbedarf werde er besser fahren. Also auch hier ist es nicht so, daß der Mieter machen konnte, was er wollte, sondern daß sein Vermieter ihn machen ließ, was er wollte. Dafür kann der Vermieter aber niemanden außer sich selbst verantwortlich machen. 

Daß er diese Wohnung nun einfach nur noch loswerden will, kann man ja verstehen. Dafür, daß der Vermieter -  aus welchen Gründen auch immer - trotz der unregelmäßigen Mietzahlungen von seinem Recht KEINEN GEBRAUCH gemacht hat, kann das Mietrecht aber gar nichts. Niemand verlangt von einem Vermieter, so etwas dauerhaft hinzunehmen. Wäre das meine Wohnung gewesen, hätte ich dem Mieter maximal drei bis vier Monate Zeit gegeben, eine Lösung zu finden, und dann hätte ich den Rechtsweg beschritten, denn der dauert ja trotz einiger Verbesserungen im Mietrecht immer noch lange genug. Mitleid? Daß ich nicht lache. Irgendetwas an dieser Geschichte stinkt. Was es genau ist, könnte nur der interviewte Vermieter sagen, aber das wird er wohl nicht tun. 

Noch ein Zitat aus dem Text zu diesem Vermieter, der eine seltsame Mischung aus Mutter Teresa und Miethai sein müßte, wenn das wirklich alles stimmen sollte:  

"Eine andere Wohnung hat er bereits im vergangenen Jahr verkauft, direkt nachdem die Mieter ausgezogen waren. (Anmerkung: Man beachte, daß er in diese Wohnung offenbar nicht selbst einziehen wollte. So dringend kann sein Eigenbedarf an der anderen Wohnung also nicht gewesen sein.) Seine dritte Wohnung vermietet er an eine alleinerziehende Mutter. Mit dieser Mieterin komme er sehr gut zurecht. »Ihr erhöhe ich auch nicht die Miete«, sagt Voss. »Das fände ich unethisch.« Zöge die Frau allerdings eines Tages ebenfalls aus, will Voss auch diese Wohnung verkaufen."

Eigenbedarfskündigungen direkt nach dem Wohnungskauf sind so unethisch, daß ich ihm diese Tränendrüsen-Story jetzt natürlich auch nicht mehr abkaufe. Ethische Gründe für den Beibehalt einer Miete unter Mietspiegelniveau sind nicht einmal mit der Lupe zu erkennen, also behandelt er die Alleinerziehende weder besser noch schlechter als seinen unzuverlässigen männlichen Mieter. Wer hat's außerdem gemerkt? Die bereits verkaufte Wohnung  ist schwerlich die mit dem Eigenbedarf, denn bei jener war von einem einzelnen Mieter die Rede, hier sind es aber mehrere Mieter. Das ist eine Textaufgabe auf dem Niveau von Viertklässlern: Wenn ein Mann drei Eigentumswohnungen besitzt, eine mit mehreren Mietern, eine mit einer alleinerziehenden Mutter mit Kind(ern) und eine mit einem augenscheinlich männlichen Mieter, dann sind die zwei Wohnungen, bei denen er von einem "Mieter" sprach, wahrscheinlich identisch. 

So schlau wird er wohl immerhin gewesen sein, bei der letztes Jahr verkauften Wohnung (die, in der es mehrere Mieter gab) die zehn Jahre abzuwarten, bis keine Spekulationssteuer mehr droht. Ergo hat er sie vor 2015 erworben. 2014 lagen die Kaufpreise in Kreuzberg pro qm bei 2800 bis 3800 Euro, für 2025 konnte ich leider für Kreuzberg keine Zahlen finden, aber der Berliner Durchschnitt liegt derzeit bei 5400 Euro herum. Also hat er bei diesem Verkauf einen ansehnlichen Gewinn gemacht. 

Mal ganz langsam zum Mitmeißeln: Mieterhöhungen sind nicht per se unethisch. Wer wie Frau Schäfer solchen Bullshit, der ja zwischen den Zeilen mitschwingt, wenn er Mieterhöhungen für Alleinerziehende von vornherein ausschließt, unhinterfragt weiterverbreitet, weckt bei Mietern unerfüllbare Erwartungen und unterstützt die Sichtweise auf den Vermieter als Feindbild, denn natürlich kann niemand sich leisten, eine Wohnung so billig zu vermieten, daß nicht wenigstens eine kleine Rendite dabei herausspringt. Wie groß die betreffende Wohnung ist und wieviel Miete diese Mieterin bezahlt, wurde von Frau Schäfer leider auch nicht erfragt, aber es wäre beispielsweise überhaupt nicht unethisch, falls auch sie nur eine Miete von 350 Euro für 65qm bezahlt, sie im gesetzlich vorgeschriebenen Zeitrahmen zu erhöhen, bis wenigstens die Untergrenze des Mietspiegel-Rahmens überschritten ist. Denn immerhin, auch alleinerziehende Mütter bekommen allermindestens den Mindestlohn, und der hat sich zwischen 2015 und 2025 von 8,50 Euro pro Stunde auf 12,82 Euro erhöht. Das Kind oder die Kinder sind in den letzten zehn Jahren auch nicht zehn Jahre jünger, sondern zehn Jahre älter geworden, also kann man annehmen, daß ein Vollzeitjob inzwischen möglich und zumutbar ist und vermutlich auch ausgeübt wird. Bei einem Vollzeit-Erwerbseinkommen zum Mindestlohn hätte sie 2025 um die 2200 Euro brutto verdient, minus Abzüge roundabout um die 1700 Euro zuzüglich Kindergeld von 259 Euro sowie Kindesunterhalt oder Unterhaltsvorschuß - Gesamthöhe hängt natürlich von der Zahl und dem Alter der Kinder ab. Im Worst Case wären es pro Kind 299 Euro Unterhaltsvorschuß, nämlich dann, wenn die Kinder auch zehn Jahre nach dem Kauf der Wohnung durch den Vermieter immer noch jünger als zwölf Jahre sein sollten. Für über Zwölfjährige gibt es 394 Euro. 

Ich meine, von einem Gesamteinkommen für zwei Personen von mindestens um die 2300 Euro netto müßte man sich eine Kaltmiete von mehr als 350 Euro, sie entspäche ungefähr 15 Prozent des Nettoeinkommens, eigentlich leisten können. Also wäre eine Mieterhöhung auch nicht unethisch, sofern sich die neue Miethöhe im Rahmen der Mietpreisbremse sowie des Mietspiegels bewegt. 

Verstehen könnte ich es, wenn dieser Vermieter deshalb verkaufen will, weil Vermieten mit einem gewissen Aufwand verbunden ist und ihm vielleicht ja einfach nicht viel Spaß macht, da er seine Wohnungen ja stattdessen nach dem Aussitzen der Zehn-Jahres-Frist, nach der keine Spekulationssteuer mehr fällig wird, auch einfach mit einem beträchtlichen Gewinn weiterverkaufen kann. Verstehen könnte ich außerdem eine Verunsicherung über die Zukunftsperspektive in Berlin, wo Vermieter viel stärker als Feindbild gelten als anderswo, und auch die Politik sie eher feindselig behandelt. Aber was er Frau Schäfer erzählt hat, ergibt so wenig Sinn, daß ich behaupte, an dieser Geschichte muß einiges oberfaul sein. Vermutlich habe ich davon nur die Spitze des Eisbergs zu sehen bekommen. Und die Journalistin hat es überhaupt nicht gemerkt. Leider werden es die meisten Leser auch nicht bemerken. 

Ein anderer Vermieter, mit dem sie sprach, ein Mann aus Düsseldorf, stöhnt, die Vermietung sei nur schwer mit einem regulären Vollzeit-Arbeitsverhältnis zu vereinen. "Wenn das Klingelschild kaputt ist oder im Keller eine Glühbirne ausfällt, muss ich mich da eben schnell drum kümmern", sagt dieser Vermieter. "Ich bin für den Mieter ein Vertragspartner, und da habe ich auch gewisse Pflichten." Oft kämen die Probleme, seien sie auch noch so klein, ausgerechnet dann, wenn er eigentlich keine Zeit habe. Im Vergleich zu anderen Investitionsformen erfordere das Vermieten ständige Erreichbarkeit. "Das ist nicht wie bei einem ETF-Verkauf, ich kann nicht einfach verkaufen und wieder neu kaufen, wann ich Lust habe", sagt er.

Recht hat er damit, daß der Aufwand selbstverständlich höher als bei einem ETF ist. Die beiden genannten Beispiele für seine Vermieterpflichten sind aber Aufgaben der Hausverwaltung, nicht seine. Warum der Vermieter kommen müssen sollte, um im mitgemieteten Kellerraum des Mieters Glühbirnen zu wechseln, falls es doch nicht um das Gemeinschaftseigentum im Keller geht, leuchtet mir auch nicht ein. Niemand ruft ja seinen Vermieter, wenn der Glühbirnenwechsel in der Wohnung nötig ist. Bestätigen kann ich aber, daß die Vermieteraufgaben, wie von Murphys Gesetz vorgeschrieben, immer über einen hereinbrechen, wenn man sie gerade ums Verrecken nicht gebrauchen kann. Aber das tun meine Aufträge häufig auch. Wer mit so was nicht umgehen kann, ist in der Selbständigkeit falsch, und da ich es als Freiberuflerin kann, kann ich es natürlich auch als Vermieterin. 

Mit zwei Wohnungen wie im Beispielfall ist der Aufwand einer Vermietung meiner Erfahrung nach locker neben einer normalen Berufstätigkeit zu bewältigen. Ich komme mit den vier Wohnungen inklusive der meines Mannes, die jetzt verkauft werden soll (ja, inzwischen stehen erste Besichtigungen an), jedenfalls ganz gut klar, und wenn die letztere mal verkauft ist und ich nur noch drei habe, ist der durchschnittliche Aufwand nicht mehr der Rede wert. Wenn mal was richtig schiefgeht, muß man aber tatsächlich Zeit investieren, die auch mal wehtun kann. Dafür fällt dazwischen bei einer einzelnen Wohnung jahrelang überhaupt nichts an außer der jährlichen Miteigentümerversammlung und natürlich die Steuererklärung. Aufwendigerer Kram wie Neuvermietung, Probleme mit dem Mieter oder der Hausverwaltung oder anderen Leuten im Haus, einen Wasserrohrbruch hatte ich außerdem auch schon einmal (in 26 Jahren Vermieten), das fällt bei mir durchschnittlich alles zusammengenommen etwa alle fünf bis sechs Jahre einmal an, und dann muß man da eben durch. Reparaturen sind häufiger nötig, vielleicht durchschnittlich einmal im Jahr in einer von vier Wohnungen, aber meistens reicht es, wenn ich dem jeweiligen Mieter sage, er solle einen Termin mit meinen Stamm-Handwerkern machen. Und dann ist halt noch die Rechnung zu bezahlen. Ich habe überwiegend zuverlässige  Handwerker, die ich teils schon seit drei Jahrzehnten beauftrage, und kann mich darauf verlassen, daß die alles ordentlich machen. Bei neuen Handwerkern werfe ich natürlich doch lieber noch selbst einen Blick auf die Sache. 

Was ich eher nachvollziehen kann, ist, daß die gesetzlichen Regularien einen überfordern können, aber daß dann von diesen Vermietern ausgerechnet über das neue Gebäudemodernisierungsgesetz lamentiert wird, vermittelt mir das irritierende Gefühl, daß kein Mensch kapiert, wieviel einfacher es jetzt für die Besitzer von Eigentumswohnungen geworden ist. Daran sind die Autoren des Gesetzes selbst schuld, sie haben es mit so viel Zeug überfrachtet, das in der Praxis gar keine Rolle spielen wird, daß natürlich jemand, für den Heizungen immer ein Problem waren, mit dem man erforderlichenfalls Dritte beauftragte, vergeblich nach einem roten Faden sucht. Die Spreu vom Weizen trennen kann nur, der schon vor diesem Gesetz in etwa wußte, was er wollte. 

Niemand muß doch eine Heizung mit fossilem Energieträger neu einbauen - jetzt nicht mehr, da das Zentralheizungs-Damoklesschwert weg ist. Der gesamte Kram mit Biotreppe und so Zeug ist meiner Meinung nach nichts als ein Feigenblatt, hinter dem verborgen ist, daß die Bundesregierung letztlich bei den Änderungen viel weniger Spielraum hatte, als sie im Wahlkampf behauptet hat. EU-Richtlinien und so. In der Praxis wird das alles höchstwahrscheinlich wegen ausbleibender Nutzung der betreffenden Lösungen nie eine größere Rolle spielen. Es macht lediglich das Gesetz unübersichtlicher für diejenigen Vermieter, die nicht so genau wissen, was sie eigentlich heizungsmäßig wollen. Aber die vorherige Fokussierung auf Zentralheizungen mit perspektivischem Blick vor allem auf die sauteuren Fernwärmeheizungen war ja auch in fast allen WEGs, die nicht schon vorher einen Fernwärmeanschluß hatten, mit viel Erklärungsaufwand verbunden. Vor allem dort, wo ein Fernwärmeanschluß weder aktuell möglich ist noch in absehbarer Zeit möglich werden wird und man eine Zentralheizung sowieso nur mit Gas betreiben kann, weil der Einbau einer Wärmepumpe fürs ganze Haus oft nicht wirtschaftlich darstellbar und in vielen Fällen wegen baulicher Gegebenheiten von vornherein unmöglich gewesen wäre. 

Meine Wohnungen hätte ich in jedem Fall behalten, weil ich gerne Vermieter bin und deshalb gerne ein wenig von meiner Lebenszeit dafür einsetze. Aber so, wie es nach Inkrafttreten des GMG  ist, ist es mir natürlich sehr viel lieber. Wer unbedingt eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen will, der kann das ja tun, allerdings ist das perspektivisch auch ohne die beschriebenen Auflagen keine sonderlich kluge Entscheidung. In zwanzig Jahren wird die Wohnungsnot wohl - ähnlich wie die Massenarbeitslosigkeit vor zwanzig Jahren heute - nur noch eine Horrorgeschichte aus alten Zeiten sein. Die Bevölkerung wird schrumpfen und der Wohnungsmarkt wird sich entspannen. In den weniger gefragten Wohnorten werden Leerstände einsetzen. Und dann wird eine fossile Heizung natürlich zum wertmindernden Faktor oder sogar zum Vermietungshindernis werden. 

In dem Gründerzeithaus, in dem ich fast ein Vierteljahrhundert lang gewohnt habe, gab es ursprünglich keine Bäder. In Wohnungsnotzeiten bis in die sechziger Jahre hinein fanden sich trotzdem immer Mieter, aber als sich der Markt in den Siebzigern halbwegs entspannte, rangen sich die Vermieter einer nach dem anderen dazu durch, entweder ein Bad oder mindestens eine Dusche in der Küche einzubauen, weil sie zu große Schwierigkeiten bekamen, ihre Objekte vermietet zu bekommen. Dusche in Küche gab es in preisgünstigeren Gründerzeit-Altbauwohnungen noch in den achtziger Jahren häufig (der Knaller bei einer Wohnungsbesichtigung damals war für mich eine Badewanne unter der verschiebbaren Spüle, die man also nur nutzen konnte, wenn man das Geschirr gespült und abgetrocknet hatte - das war dermaßen schräg, daß ich es schon wieder witzig fand), mittlerweile findet man sie aber nur noch in Einzelfällen vor, denn auch das ist mittlerweile ein Faktor, der Mieter abschreckt, vor allem die mit den besseren Einkommen, die ja viele Vermieter am liebsten haben möchten. Ich habe übrigens eine dieser selten gewordenen Wohnungen mit Dusche in Küche in einer Wohnung, die seit über zwanzig Jahren an denselben Mieter vermietet ist, dem der günstige Mietpreis wichtiger war als dieses Ausstattungsdetail. Als ich kurz nach dem Wohnungskauf den Mieter fragte, ob ich ihm ein vernünftiges Bad einbauen solle, hat er aber nur abgewinkt, obwohl ich ihm versicherte, ich würde die Miete deswegen nicht erhöhen. Sollte er einmal ausziehen, ist der Badeinbau aber meine erste Amtshandlung. Auch wenn Dusche in Küche womöglich inzwischen eine Art Kuriositätswert gewonnen haben sollte und merkwürdigerweise noch nicht einmal im Mietspiegel als wertmindernder Faktor gilt (dafür gibt es Pluspunkte für ein wandhängendes Klo, aus welchen Gründen auch immer), es kostet ja nicht die Welt, die Wand zwischen dem Klo und der Dusche zu entfernen und stattdessen eine neben der Dusche hochziehen zu lassen. Der Aufwand ist auch überschaubar. 

Öl- oder Gasheizung wird in einem entspannteren Mietwohnungsmarkt natürlich künftig genauso wertmindernd wirken, und daß diese Entspannung kommen wird, wenn auch nicht gleich nächste Woche, ist ja längst genauso absehbar, wie es auch 2005, auf dem Höhepunkt der Massenarbeitslosigkeit, längst absehbar gewesen ist, daß ein Fachkräftemangel - und zwar nicht bei Akademikern, sondern bei den mittleren Qualifikationen, also den Ausbildungsberufen - sich bereits am Horizont abzeichnete. Der Unternehmenslobby kann man nur dazu gratulieren, daß es ihr gelungen ist, diese Entwicklung - die in den Konzernen natürlich längst bekannt gewesen sein muß - durch politische Weichenstellungen zu ihren Gunsten so weit wie möglich hinauszuzögern. Auch damals ist die 20-Jahres-Perspektive in allen damals aktuellen Debatten praktisch nie mit eingeflossen. Die Leute bilden sich immer ein, das, was man gerade live miterlebt, werde dauerhaft so bleiben. Daran kann ich nichts ändern, aber ich kann mich jedenfalls selbst darauf vorbereiten, wenn ich in diesem speziellen Bereich ein bißchen weitblickender als die meisten anderen bin. 

Was auch immer in den nächsten zwei Jahrzehnten für neue und noch bessere Lösungen entwickelt werden, als sie aktuell aus Erneuerbaren zur Verfügung stehen, mit Split-Klimaanlagen bin ich vermutlich für die nächsten zwanzig Jahre besser positioniert als mit einer neuen Öl- oder Gasheizung, unter anderem auch deshalb, weil ich wesentlich weniger dafür bezahlt haben werde als der Käufer solcher Heizungen. Falls in zwanzig Jahren neue und noch bessere Heizvarianten existieren sollten, sind die Kosten für die Splitanlagen längst abgeschrieben und es wäre für mich kein Problem, auf ein anderes Heizmodell zu switchen, falls es dafür gute Argumente gäbe. 

***

Wie weiter oben erwähnt, haben wir den dritten und letzten Wohnungsverkauf jetzt anzuleiern begonnen und am Sonntag erste Besichtigungstermine vereinbart. Erste Beobachtungen: Die Anfragen sind immer noch ziemlich spärlich, aber was mir besonders auffiel: Alle Anfragen kamen von Privatpersonen, die einen seriösen Eindruck machen. Diese ganzen windigen Geschäftlesmacher, die letztes Jahr, als wir den zweiten Versuch vorzeitig abbrachen und ich mich lieber auf den Verkauf der kleinsten Wohnung konzentrierte, weiter ein gewisses Interesse zeigten, sind im Moment offenbar nicht so aktiv. Das ist auch für uns nicht negativ. Wir hätten ja gerne einen seriösen Käufer und die verdächtigen kosten vor allem unnötig viel Zeit. Interessanterweise haben alle bisherigen Interessenten einen akademischen naturwissenschaftlich-technischen Background. Es hat sich offenbar gelohnt, bei der Heizung en passant auf die Möglichkeit einer Heizungsumstellung auf Luft-Luft-Wärmepumpe hinzuweisen und die zu erwartenden Kosten dafür zu beziffern. 

Sicherheitshalber habe ich die Anzeige für ein volles Vierteljahr gebucht. Falls wir Glück haben und schon in der ersten Besichtungsrunde einen Volltreffer landen, verschmerzen wir diese zusätzlichen Kosten gerne. Mir ist nach den Vorerfahrungen aber schon klar, daß es diesmal ein bißchen länger dauern kann als bei den beiden anderen Wohnungsverkäufen. Das Problem ist, daß Vergleichsobjekte in ähnlichem Zustand und ähnlicher Größe wenige Straßen weiter günstiger angeboten werden, aber wegen der besseren Lage unserer Wohnung eigentlich nicht wirklich vergleichbar sind. Der Bodenrichtwert ist bei unserem Objekt um 50 % höher als bei diesen anderen Objekten. Den Vorteil einer ruhigeren und grüneren Umgebung muß der Käufer schon erkennen und schätzen und er muß ihm ein paar zusätzliche Euros wert sein. Ich habe meinen Mann bereits schonend darauf vorbereitet, daß es möglich ist, für jeden Besichtigungsinteressenten einzeln Termine ausmachen zu müssen, was natürlich viel zeitaufwendiger ist. Bislang waren wir in dieser Hinsicht aber schon ein bißchen verwöhnt. Bei den beiden vorherigen Wohnungsverkäufen war es kein Problem, immer mehrere Besichtigungen auf ein Datum zu bündeln. 

Mein Mann jammert, aber da muß er durch. Diesmal werden wir den Verkauf durchziehen, mag es dauern, so lange es will. Beim ersten Versuch hätte es schnell gehen müssen, weil anschließend ja unser Umzug anstand und sich außerdem kurz danach Probleme mit der Hausverwaltung abzeichneten (inzwischen sind sie durch Hausverwaltungswechsel gelöst). Und im ersten Anlauf klappte es nun einmal nicht, in erster Linie, weil mein Mann auf einen Angebotspreis bestanden hatte, den ich für zu hoch hielt. Beim zweiten Versuch war einfach der Zeitpunkt verkehrt für ein Objekt, von dem wir schon ahnten, daß es kein Selbstläufer sein wird. 

Am Montag beginnt die Montage unserer Split-Klimaanlage im Haus. Murphys Gesetz wollte die nächsten beiden richtig heißen Tage bereits diese Woche, aber mit den hohen Temperaturen kam ich gut klar, weil die Luftfeuchtigkeit erst anstieg, als es geregnet und auf unter 30 Grad abgekühlt hatte. 

Wegen der PV-Anlage erwarte ich heute den nötigen Rückruf. Natürlich traf ich den empfohlenen Handwerker gerade an der Baustelle an, und da war es vernünftig, das Gespräch nochmal zu verschieben, bis er sich genügend Zeit für eine telefonische Vorbesprechung nehmen kann. Es gibt ja einige Besonderheiten bei unserem Projekt, beginnend damit, daß wir keinen Balkon für ein Balkonkraftwerk haben, sondern das Werkstattdach nutzen wollen. Die Frage ist, ob es überhaupt stabil genug ist für eine Flächenlast von ca 15 Kilo pro Quadratmeter bzw. wenn nicht, auf welche Weise wir es ausreichend stabilisieren können. Dann wollen wir die Anlage erweiterungsfähig, wir wollen, daß sie auch bei Stromausfall funktioniert (Überraschung, das ist normalerweise nicht der Fall, läßt sich aber einrichten) und wir benötigen ausreichend Speicher, gerne eher ein bißchen zu viel als zu wenig. Wir würden auch gerne wissen, wieviel Strom herumkommen wird, falls wir einmal das gesamte Werkstattdach mit Solarzellen bepflastern, das heißt, er sollte uns berechnen, wieviele Solarzellen Platz haben und mit welchem Ertrag wir dann rechnen können. Ich fände es nämlich nicht schlecht, wenn wir ganz darauf verzichten könnten, auch das Hausdach zu belegen. Und selbstverständlich möchten wir von ihm auch eine Empfehlung, was für Solarmodule wir am besten anbringen lassen. 

Das heißt, in jedem Fall muß der Handwerker sich die Sache bei uns vor Ort erst einmal anschauen.  

Glücklicherweise hat mein Mann ab Montag Urlaub, wenn es mit der Split-Anlage losgeht, denn ausgerechnet am Montag habe ich einen Zahnarzttermin. Ein paar Häuser weiter von meinem alten Zuhause, und weil ich weiß, daß daheim alles funktionieren wird, habe ich einen meiner Mieter, den mit der Dusche in der Küche, angemailt und gefragt, ob er, wenn ich aus dem Folterstuhl wieder raus darf, Lust auf eine Runde Hausklatsch, mindestens eine Gurke, mindestens eine Zucchini und ein paar Mirabellen im Tausch gegen ein Täßchen Kaffee habe. Er hatte Lust. Auch zur Wohnungsbesichtigung am Sonntag nehmen wir für den zugehörigen Mieter Gurken, Zucchini und Mirabellen mit - wir wissen, daß der sich in jedem Fall darüber freut. So funktionieren gute Mietverhältnisse. ;-) 


Dienstag, 28. Juli 2026

Hitzefolgen, Suppenkasper und Äpfelklauen als Hobby

So, ich bin wieder da, und wie ich es geahnt hatte: Nach zehn Tage bei meiner Mutter ohne einen Fastentag lag mein Gewicht gestern natürlich ein wenig über 80 Kilogramm, nämlich bei 80,6. Heute morgen nach dem ersten von vier aufeinanderfolgenden Fastentagen wog ich 78,5. Da mein Mann ab nächste Woche drei Wochen Urlaub hat, fällt das nächste lange Fastenintervall aus, also brauche ich mich gar nicht der Hoffnung hingeben, die 80 demnächst mal wieder abschütteln zu können. Denn leider habe ich, nachdem die Beseitigung der Verstopfungsproblematik nichts verändert hat, gerade keine Idee, was ich zusätzlich zu dem machen sollte, das ich ohnehin mache. Also hoffe ich mal wieder auf die Low-Carb-Phase, bis zu der ist es ja nicht mehr so wahnsinnig lange hin.

Es war ein angenehmer Besuch bei meiner Mutter, sehr entspannt und lustig, und ich habe von ihr nebenbei etwas erfahren, worüber ich schmunzeln mußte. Denn auch meine Mutter - im Oktober wird sie 90 Jahre alt - zählt genau wie ich zu der Minderheit in dem Teil der Bevölkerung, der die mittleren Jahre hinter sich hat, die überhaupt keine Medikamente als Dauermedikation nimmt. Sie vermeidet es, Medikamente zu nehmen, wenn sie nicht durch Krankheitssymptome - vorübergehend! - erforderlich erscheinen. Wenn ich das noch richtig weiß, war das bei ihr aber nicht immer so, aber wann genau sie aufgehört hat, Pillen zu nehmen, weiß ich nicht so genau. Ich glaube, sie hat in den Wechseljahren damals ein Hormonpräparat bekommen und irgendwas gegen Osteoporose. Aber sie muß noch etwas anderes mal verschrieben bekommen haben, was genau erinnert sie sich nicht mehr, nur daß sie das nicht vertrug und vom Arzt deshalb ein Ausweichmedikament verschrieben bekam. Als sie in der Apotheke fragte, sagte man ihr aber, dieses andere Medikament enthalte genau dieselben Inhaltsstoffe wie das erste. Meine Mutter hat Sinn für ein bißchen Theatralik, und so zerriß sie das Rezept demonstrativ direkt an der Verkaufstheke und suchte den betreffenden Arzt von Stund an nicht mehr auf. Daraus schließe ich, daß es ein Facharzt gewesen sein muß, denn sie hat seit meiner Kindheit dieselbe Hausarztpraxis, mittlerweile in zweiter oder vielleicht sogar schon dritter Generation derselben Arztfamilie geführt. 

***

Es gab eine interessante Einlassung des Science Media Centers zu den Hitzetoten, in der unter anderem auch darauf hingewiesen wurde, daß diese Wochendurchschnitte das Bild ein wenig verfälschen, weil es vor allem bestimmte Tage sind, an denen viele zusätzliche Todesfälle auftreten. Was ich aus dem Text mitnehme, ist, daß schon bei einem Tagesmittelwert über 20 Grad (also der Durchschnitt der gesamten 24 Stunden einschließlich der Nacht) ein Anstieg der Sterblichkeit meßbar sei und die Gesamtzahl deshalb eher unterschätzt wird. 

Dazu gab es eine Grafik, der ich entnehme, daß wir - jedenfalls einstweilen, das kann sich ja noch ändern - noch ein gutes Stück von den Hitzetoten des Gesamtjahres 2003 entfernt sein müssen, aber ebenso - und das war mir neu -, daß es 1994 vergleichbar viele Tote wie 2003 gegeben haben muß. Eine kurze Recherche ergab, daß das vor allem an der Gnade der richtigen Wohnregion lag, denn bei uns herum war es tatsächlich nur ein Sommer mit ziemlich normalen Sommertemperaturen. Wie es anderswo zuging, kann man hier nachlesen. 

Was ich löblich finde, ist, daß endlich einmal auch auf die durch Kälte verursachten oder beschleunigten Todesfälle eingangen wurde. 

„Insgesamt schätzte eine Studie aus 2023 für die Studienperiode 2000 bis 2019 über 854 städtische Gebiete Europas hinweg die jährliche Übersterblichkeit durch Hitze und Kälte: 130.228 Todesfälle (95-Prozent-Konfidenzintervall: 115.893 bis 143.929), waren auf Kälte, und 13.589 Todesfällen (95-Prozent-Konfidenzintervall: 11.530 bis 15.475), auf Hitze zurückzuführen 

Es wurde auf eine weitere Studie verwiesen, die sich mit der Entwicklung dieser Hitze- und Kältetoten befaßt hatte und in ihren Modellberechnungen auf eine Nettozunahme der Temperaturtoten in weiten Teilen Europas - ausgenommen die Staaten weiter im Norden - gekommen sei. Auch in Deutschland werde es unter dem Strich mehr Tote geben. Mir kommt es freilich nicht sonderlich sinnvoll vor, als Vergleichszeitraum für die Jahre 2050–2054 und 2095–2099 den Zeitraum 2000 bis 2014 zu wählen. Da hätte ich es sinnvoller gefunden, mit dem Zeitraum 1950-1954 und 1995-1999 zu vergleichen. 

Was ich aber auch vermißt habe und was einen solchen Vergleich dann noch mehr beeinflußt hätte, ist eine angemessene Berücksichtigung der stark alternden Bevölkerung, die natürlich auf die Ergebnisse Auswirkungen hat. Hochbetagte sind um einiges anfälliger sowohl bei Hitze als auch bei Kälte, und mindestens 2050 bis 2054 wird diese Altersgruppe deutlich mehr Menschen als heute - ganz zu schweigen von 1950 - umfassen. Auch ohne Klimawandel - gemeint sind also: Temperaturen, die dem in der Studie gewählten Vergleichszeitraum 2000 bis 2014 entsprechen - führt das zwangsläufig zu mehr temperaturbedingten Todesfällen als bei einer Bevölkerung mit weniger Hochbetagten. Ich hätte mir gewünscht, daß das wenigstens erwähnt worden wäre, denn es verzerrt die Sache doch ein wenig. Angenommen, die Modelle erweisen sich als treffsicher, müßte die Zahl der Toten deshalb noch höher als errechnet ausfallen. 

Wäre es aber nicht langsam Zeit, sich einmal in der öffentlichen Debatte mit der unbestreitbaren Tatsache auseinanderzusetzen, daß es die ständig steigende Lebenserwartung nun einmal nicht zum Nulltarif gibt? Das gilt nicht nur für die finanzielle Seite, also die in hohem Alter durchschnittlich höheren Krankheitskosten. Das gesamte biologische System ist bei Menschen, die ein hohes Alter erreicht haben, sehr viel fragiler und von allen von außen kommenden Gefahren sehr viel stärker bedroht als in den jüngeren Altersgruppen. Es gibt aber Grenzen dessen, was man tun kann, um diese höheren Todesfallrisiken zu verringern. Man kann beispielsweise ältere Menschen kaum in derselben Weise schützen, wie man das bei Gefahren, die Kinder bedrohen, gewöhnt ist, weil sie natürlich ein viel umfassenderes Recht haben, über das, was sie tun und nicht tun, selbst zu entscheiden, und zwar auch dann, wenn es zu ihrem eigenen Schaden sein kann. Schon Corona, als die Altenpflegeeinrichtungen in Quarantäne mußten, war ein Grenzfall und wäre mit der damaligen Argumentation alleine, die den Schutz des jeweils einzelnen Bewohners und Pflegers als Begründung wählte, meiner Meinung nach noch nicht akzeptabel gewesen. Richtig war es aber wegen der zu befürchtenden exponentiellen Zunahme der Infektionen und der möglichen dramatischen Auswirkungen auf das gesamte gesellschaftliche Leben. 

Das alles spricht natürlich nicht gegen Hitzschutzmaßnahmen. Wie man an dem Jahr 1994 sieht, wäre dies schon vor dreißig und sicherlich auch schon vor fünfzig Jahren sinnvoll gewesen. Ich halte es aber für eine gefährliche Illusion, wenn zwischen den Zeilen immer der Eindruck erweckt wird, die richtigen Hitzeschutzmaßnahmen würden dafür sorgen können, daß es an heißen Tagen keinen Anstieg der Todesfallzahlen gibt, und wenn es gar nicht erst erwähnt wird, daß Kältewellen - und überhaupt alle starken Temperaturschwankungen in kurzer Zeit, egal in welche Richtung - zu mehr Todesfällen führen. Ich kann das an den Todesanzeigen in meiner Zeitung nämlich auch im Frühjahr oder Herbst ablesen. Übersterblichkeiten wird es auch bei den bestmöglichen Schutzmaßnahmen weiter geben, und wir sollten uns sowieso darauf einstellen, allenfalls mittelmäßige Schutzmaßnahmen zu bekommen und uns ansonsten selbst bestmöglich um unseren Schutz zu kümmern. Das aber bedeutet bei einer weiter alternden Bevölkerung zwangsläufig steigende Zahlen von Temperaturtoten, ob nun durch Hitze oder durch Kälte. 

Gut, daß ich 1994 eine klimabegünstigte Region bewohnte, in der die Hitzewelle nicht voll durchschlug. Damals arbeitete ich nämlich in einem nicht klimatisierten Büro in einem Siebziger-Jahre-Bau, das von morgens um acht Uhr bis zum Feierabend die volle Sonnenbreitseite abbekam, und es gab nur auf einer Seite einen Rollo, der sich über die gesamte Außenfläche dieses Gebäudeteils erstreckte und den man vom Büro nebenan herunterlassen mußte - die Kollegen dort waren aber längst nicht so geplagt von der Sonneneinstrahlung wie wir in unserem und hätten häufig selbst viel lieber nicht das Licht anschalten müssen. An Hitzetagen erhitzte sich der Raum extrem. Es dauerte Jahre, bis wir es durchsetzen konnten, zusätzlich noch mit Vorhängen verschatten zu können, und das von allen Seiten. Wir mußten sogar den Bildschirm unseres ersten Büro-PCs noch ziemlich lange mit selbstgebastelten Pappkarton-Verschattungen versehen, sonst hätten wir den Text auf dem Bildschirm gar nicht lesen können - also können die Vorhänge frühestens Ende der neunziger Jahre angebracht worden sein, denn wir bekamen diesen Rechner fast zeitgleich mit meinem ersten privaten PC, und den hatte ich ab 1997. Bis dahin, von 1993 an, war das Beschriebene also der Normalzustand an heißen Sommertagen. Ich erinnere mich noch, einmal an einem heißen Tag kam der Hausmeister und verlangte von mir, meinen privaten Ventilator auszuschalten, weil private Geräte nicht zulässig seien. Daraufhin drohte ich ihm, in diesem Fall auf der Stelle nach Haus zu gehen und erst dann wiederzukommen, wenn mir ein Dienst-Ventilator zur Verfügung gestellt wurde. Er verließ den Raum und kam nie wieder auf das Thema zurück. Vielleicht bin ich ja deshalb in den heutigen Hitzephasen vergleichsweise entspannt, ich habe da wirklich schon Schlimmeres hinter mir. Immerhin habe ich in meinem Arbeitszimmer im Sommer nur morgens für eine kurze Phase ein wenig Sonneneinstrahlung, erst wenn die Sonne tiefer steht, also ab dem Herbst, verlängert sich das. Die Temperaturen, mit denen ich damals viele Jahre lang bei der Arbeit zurechtkommen mußte, werden hier trotz Klimawandel garantiert nicht erreicht. 

***

Während meines Urlaubs hat sich eine Personalie in der CDU, die mir von Anfang an nicht gefallen hatte, hoffentlich endgültig erledigt, nämlich Jens Spahn an der Fraktionsspitze. Spahns Fehler ist es nicht, schwul und mit einem Mann verheiratet zu sein, so was machte etwaige Kritiker ja im Gegenteil eher ein bißchen zögerlich mit der Kritik. Auch daß die beiden eine Familie gründeten, war nicht das Problem. Letztlich war es noch nicht einmal die Leihmutter, die von den beiden beauftragt wurde und das bestellte Kind lieferte. Es war vielmehr die Chuzpe, mit der Spahn mit schönster Selbstverständlichkeit davon ausging, daß die deutsche Gesetzeslage zur Leihmutterschaft für ihn selbst natürlich nicht gelte. Das fügte sich ja auch in das Bild, das man von ihm gewonnen hatte, von dem Moment an, als sich herauskristallisierte, daß Spahn nicht nur anno Corona beim Maskenkauf einen Haufen Geld in den Sand gesetzt hatte (was ich persönlich angesichts der Plötzlichkeit, mit der das Problem auftrat, durchaus verzeihlich gefunden hätte), sondern daß davon auch eine Menge Leute aus seinem Umfeld finanziell profitierten. Und die diversen anderen Skandale, in die er seither verwickelt war, waren ja kaum noch zu zählen. Spahn ist eine Art Neofeudalist, der sich selbst offenbar schon jetzt in der Rolle des Feudalherren sah und meint, Regeln gelten für ihn selbst nicht. Daß er zum Dunstkreis von Peter Thiel gehört, erhärtet diese Annahme. 

Ich hoffe, Jens Spahn ist nun endgültig politisch Geschichte. Aber von Friedrich Merz habe ich das auch einmal geglaubt, das macht mich vorsichtig mit Prognosen. Immerhin, wäre der Autor verschwörungstheoretischer Kriminalromane Wolfgang Schorlau, der zur aktuellen Bundesregierung eine ebenso verschwörungstheoretische Satire geschrieben hat, mit seinen Mutmaßungen richtig gelegen, dann wäre es nicht Jens Spahn, sondern Friedrich Merz gewesen, der zurückgetreten wäre. Im Buch geht es zwar nicht um Jens Spahn, sondern um einen Karsten Richter, der Wirtschaftsminister ist (die Initialen stimmen mit der aktuellen Ministerin überein), aber an die Dummdreistigkeit dieses fiktiven Karsten Richter könnte eigentlich nur Jens Spahn heranreichen. Trotzdem oder gerade deshalb wird Richter am Ende des Buches dem aus nicht näher erklärten Gründen zurückgetretenen Bundeskanzler als neuer Bundeskanzler nachfolgen. 

Womöglich hat Jens Spahn dieses Buch ja sogar gelesen und sich von ihm inspiriert gefühlt? Nun ja, ausschließen kann man nicht, daß er es noch einmal zurückschafft in die Politik, aber in dieser Legislaturperiode bestimmt nicht mehr. Und in der nächsten dürfte der Bundeskanzler nicht mehr Friedrich Merz sein. 

Das Buch hatte mir meine Schwester auf dem Nachttisch bereitgelegt, und ich habe sofort geahnt, daß mich diese  Lektüre sehr viel weniger als sie erheitern würde. Als Satire ist es allenfalls tauglich für wenig anspruchsvolle Leser mit einem Rochus auf die Bundesregierung, die Vergnügen an leicht zu lösenden Rätseln in Schlüsselromanen haben, oder eingefleischte Schorlau-Fans, die das morastige und verschwörungstheorienverseuchte Biotop seiner Krimis für eine realistische Beschreibung dieses Landes halten. Ich bin mir unschlüssig, wo ich da meine Schwester und ihren Mann einordnen sollte, die sich königlich amüsieren konnten, wo ich nur Gähnkrämpfe bekam. Das Buch wird in zehn Jahren kein Mensch mehr verstehen, da bin ich mir ganz sicher. Es wird alleine von den tagesaktuellen politischen und gesellschaftlichen Bezügen am Leben gehalten, und an die erinnert sich in zehn Jahren niemand mehr, weil wir da neue tagesaktuelle Aufregerthemen haben werden. 

Ich gebe mal ein Beispiel, wie schnell die Zeit über solche Dinge hinweggeht, und zwar anhand eines Witzes, über den ich mich noch vor 13 Jahren schiefgelacht hatte, weil ich ihn wirklich gelungen fand: Eine kleine dicke Frau, ein Schwuler, ein Vietnamese und ein Rollstuhlfahrer gehen in eine Bar. Der Wirt schaut sie an und sagt: "Na, wer seid denn ihr?" Die kleine dicke Frau antwortet etwas pikiert: "Die Bundesregierung." Der komische Effekt entsteht aus einer typischen Konstellation eines absurden Witzes, aber die Personen, die beschrieben werden, sind, obwohl sie so typisch für diese Art von Witz wirken, die damals wirklich bestehende Bundesregierung: Angela Merkel, Guido Westerwelle, Philipp Rösler, Wolfgang Schäuble. Idealerweise imitierte man in der Schlußpointe noch Frau Merkels Redeweise. Bloß, wer erinnert sich heute noch spontan an diese spezielle Regierungskonstellation? Der Witz hat nur in der CDU-FDP-Regierung von 2009 bis 2013 funktioniert, als jeder das aufgezählte Personal täglich in den Nachrichten sah.  Eigentlich schade, ich finde ihn nämlich immer noch gut. Für das Buch gilt das nicht, es hat kaum Überraschungen enthalten, sondern all das, was man bei einem Wolfgang Schorlau halt erwartet hätte. Bei Schorlau ist es immer so, daß diejenigen, die uns regieren, insgeheim finstere Pläne verfolgen, und zwar in der Regel mit Erfolg. Ich finde, damit tut er ihnen viel zu viel Ehre an. Die finsteren Pläne mögen ja sogar noch stimmen, aber die CDU ist ja kein einheitlicher Verschwörerkreis, sondern alle versuchen, ihre jeweils eigenen Süppchen zu kochen, die natürlich immer nur zu einem gewissen Teil mit denen der anderen Player kompatibel sind. Außerdem fallen diejenigen, die in der Öffentlichkeit als mutmaßliche Verschwörer auffallen, sowieso eher durch ihr Ungeschick auf. Dazu muß man sich nur Spahn anschauen, der seine eigene Unentbehrlichkeit offenbar überschätzt hatte und sich irrtümlich deshalb für unantastbar hielt. 

Neuerdings gilt ja sogar der Bundeskanzler wegen seines kommunikativen Ungeschicks als innerhalb seiner Partei angezählt. Aber der geschieht vielleicht nicht mir recht, denn ich habe ihn ja nicht gewählt, aber sehr wohl der CDU, die ihn gewollt und bejubelt hatte. Jetzt müssen sie diese Suppe halt auslöffeln oder alternativ den Topf umkippen und alles verschütten. Was von beiden uns sicherer in eine AfD-geführte Regierung führen wird, wage ich inzwischen nicht mehr einzuschätzen. 

Zurück zu Schorlaus Buch. Die Parallelhandlung zu Richters Hoffen auf die Ernennung und anschließend den Einstieg als Minister ist die Entführung seiner Mutter, einer altgedienten Hardcore-Klima- und Öko-Aktivistin, die eigentlich gerade eine Pressekonferenz mit dem Titel "Kasten Richter, die korrupte Umweltsau" halten wollte, und so macht er die Entführer mit einer Hinhaltetaktik mürbe genug, daß sie vor den ökobewegten Ernährungs- und Lebensführungs-Forderungen der Entführten am Ende in die Knie gehen und sie freilassen, ohne einen Cent des Lösegelds gesehen zu haben. Dieser Handlungsstrang ist eine Mischung aus der Indiana-Horst-Folge mit dem kleinen Prinzen (ab Minute 27) und dem Film "Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone" mit Bette Midler. Bloß längst nicht so komisch, und so richtig glaubwürdig außerdem auch nicht - gerade bei einem Korruptions-Strategen, der angeblich die Strippen so perfekt ziehen kann, wirkt diese hilflose Herumimprovisiererei so wenig überzeugend wie jede andere Verschwörungstheorie auch, in der einerseits gefährlich raffinierte Meiststrategen am Werk sind, die aber andererseits zu blöd sind, um nicht ständig eine knietiefe Spur ihrer Untaten hinter sich herzuziehen. 

***

Da ich das Gemüsefach im Kühlschrank bei meiner Rückkehr bis zum Anschlag voll mit Gurken vorgefunden habe, bin ich gerade dabei, nach interessanten Rezepten mit Gurken zu suchen. Ich fand unter anderem dieses Rezept, und so werde ich wohl am Freitag nicht meinen üblichen Rettich-Karotte-Apfel-Salat essen, sondern einen Gurkensalat mit Ei und vielleicht auch noch Thunfisch. Ich habe nämlich viel zu viele Thunfischdosen im Haus. Ich würde viel häufiger Thunfisch essen, wenn mein Mann nicht eher mäßig begeistert davon wäre. Auch zwei Zucchini sollte ich möglichst schon morgen ernten. Ob ich noch Mirabellen ernten kann, schaue ich mir erst an, wenn ich sie nicht mehr so lange lagern muß, also vermutlich am Donnerstag. 

Zusammen mit meiner Mutter habe ich letzte Woche auf öffentlichem Gelände bei ihr nicht weit weg mehrere Mirabellenbäume entdeckt, die voller wunderbarer reifer Mirabellen waren, und zufälligerweise zwei Tage, nachdem die mitgebrachten Mirabellen verzehrt waren. Das war ganz nach dem Geschmack meiner Mutter, die ja auch immer noch gerne Pilze suchen geht. Sie war von der Entdeckung der Mirabellen so begeistert, daß sie mir unbedingt am selben Tag noch das verwilderte Grundstück zeigen mußte, in das sie letzten Herbst widerrechtlich eingedrungen war, um die am Boden liegenden Äpfel aufzuklauben. Inzwischen ist es schwieriger zugänglich, weil sich die Brombeeren bis zum nicht verschlossenen Eingang hin ausgebreitet haben. Dafür fanden wir außerhalb des Tores einige Weinreben und auch Bohnenpflanzen waren durch den Zaun hindurchgedrungen. Aber das alles ist noch nicht soweit. Aber wunderbar süße Brombeeren wuchsen das natürlich auch. Meine Mutter hat selbst Brombeeren im Garten, aber die wilden sind doch um einiges aromatischer. 

Weder der Freund meiner Mutter noch meine Schwester haben viel Sinn für solche kriminellen Eskapaden. Aber mir gefällt es, daß sich meine Mutter mit knapp neunzig Jahren noch ein neues Hobby zugelegt hat, das sie so auf Trab bringt: Äpfel klauen. Vielleicht begleite ich sie beim nächsten Mal. Aber vielleicht frage ich vorher doch mal meine Schwester, ob sie herausfinden kann, wem das Grundstück gehört. Wer weiß, vielleicht ist ja eine Art Gentleman's Agreement mit den Eigentümern möglich. 


 

 

 

Donnerstag, 16. Juli 2026

Diet Doctor ist pleite, die Zuckersteuer unwirksam und die Höhe der Übersterblichkeit ein Rätsel

Mein Gewicht heute früh am Morgen des vierten von vier aufeinanderfolgenden Fastentagen: 76,1 Kilogramm. Kein Grund, in Jubel auszubrechen, aber doch auch nicht das demoralisierende Ergebnis, das am Montag zu erwarten schien, denn das ist im Rahmen dessen, was ich vor zwei Wochen auch hatte. Morgen werde ich vermutlich beim gleichen Gewicht landen wie vor zwei Wochen, plusminus hundert bis zweihundert Gramm. Am Montag wog ich 1,7 Kilogramm mehr als am Montag vor zwei Wochen, also will ich mich darüber mal nicht beschweren. 

Normalerweise poste ich ja immer im Anschluß an ein langes Fastenintervall, aber morgen fahre ich für zehn Tage zu meiner Mutter, und da will ich mich morgen nicht durch einen Blogbeitrag unnötig unter Zeitdruck setzen. Ich freu mich schon darauf, es mir mit ihr zusammen gemütlich zu machen, und ich werde vorsichtshalber sogar eine Jacke mitnehmen, denn die vorhergesagten Temperaturen sind für Juli vergleichsweise frisch, vor allem morgens. Einen Schirm werde ich auch brauchen, denn es wird vermutlich mehr Regen- als Sonnentage geben. Aber es ist ja gut, wenn es mal wieder regnet. Ich bin schon gespannt, wie der Garten aussieht, wenn ich wieder heimkomme, vermutlich sind unsere Pflanzen gewachsen wie verrückt, und mein Mann wird der erntereifen Zucchinis nicht mehr Herr. Nach der langen Verzögerung durch den versuchten Totschlag durch die Schnecken haben sich die Zucchinipflanzen gut berappelt und haben es nun offenbar ziemlich eilig, die Produktion von Früchten nachzuholen, mit der sie einen vollen Monat später als letztes Jahr begonnen hatten. 

Ein Gurke von eindrucksvollen Ausmaßen habe ich gestern schon geerntet, die erste im Prinzip "fertige" Zucchini heute. Beides kommt mit zu meiner Mutter, und dazu auch der erste Kohlrabi und ich pflücke morgen früh auch noch die größeren der Mangoldblätter, denn ich bezweifle, daß mein Göttergatte sie ernten und während meiner Abwesenheit selbst verspeisen wird. Ach ja, und bei den Nachbarn pflücke ich einige Mirabellen zum Mitnehmen, sie sind noch ziemlich fest, aber bereits genießbar. Keine Ahnung, ob die Mirabellen-Herrlichkeit schon vorbei ist, wenn ich wiederkomme, das wäre natürlich sehr schade, denn ich hatte ja große Pläne mit denen, weil die Nachbarn sie gar nicht so richtig mögen. Ob es auf dem Weg zum Lidl dann immer noch Brombeeren gibt, weiß ich auch nicht so genau. Eigentlich hatte ich ursprünglich ja vorgehabt, erst am Sonntag zu meiner Mutter zu fahren, und dann hätte ich morgen nochmal eine Ladung gepflückt. die allerersten, die reif waren, erwiesen sich nämlich vor einer Woche als sehr gut. Aber nun fahre ich ja schon morgen, also reicht mir das nicht mehr. 

Letzte Woche entdeckte ich außerdem am Flußufer einen Baum mit Früchten, die ich erst für Mirabellen hielt, und pflückte ein paar davon. Es handelt sich aber um Kirschpflaumen. Sie sollen laut Wikipedia geschmacklich nicht besonders sein, aber wir fanden sie gar nicht schlecht. Aber vermutlich hat sich ein weiterer Überfall auf den Baum in zehn Tagen, wenn ich wiederkommen, auch schon erledigt. So ist das halt, wenn man wegfährt, wenn um einen herum alles mögliche zu reifen beginnt. Den Schnittlauch habe ich noch schnell geerntet, bevor ich abreise, aber weil meine Mutter ebenfalls Schnittlauch im Garten hat, wurde er gehackt und eingefroren. Letzten Sommer habe ich das regelmäßige Abernten überzähligen Schnittlauchs bis in den Herbst hinein verpeilt, aber diesen Winter wird er mir kaum vorzeitig ausgehen, wie mir das im letzten passiert ist. Basilikumblätter aus dem Garten habe ich auch eingefroren. Alles andere sieht mir so aus, als könne es noch bis zu meiner Rückkehr stehenbleiben.  

Sehr gespannt bin ich aber, wie weit mein Mann mit der Küche gekommen sein wird, wenn ich wieder daheim bin. Immerhin hat er jetzt zwei volle Wochenenden und fünf Frühschicht-Nachmittage, an denen er sich vorrangig mit der Küche befassen will. Daß er ganz fertig sein wird, ist nicht zu erwarten, aber vielleicht sieht man ja endlich einmal, wie lange der Rest noch dauern wird. Daß das gesamte Haus seit März eine Baustelle ist, zermürbt mich ohne Ende. Das Wohnzimmer sieht aus wie eine Müllkippe, weil mein Mann überall Halden von Werkzeug und Baumaterial und teilweise auch nicht als solchen sicher identifizierbaren Abfall herumliegen gelassen hat. Das ist überhaupt ärgerlich, daß er immer alles irgendwo fallen läßt und ich nicht einmal weiß, braucht er das noch für irgendwas oder kann das doch weggeschmissen werden. Fragt man ihn, dann fühlt er sich aber belästigt. Also bleibt es meistens liegen, denn auch scheinbar eindeutige Fälle von Müll sind es manchmal nicht, und dann mault er mich natürlich an. 

Also, Baustellen sind nicht gerade beziehungsfördernd. Es wird höchste Zeit, daß wir weniger davon im Haus haben.  

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Dr. Eenfeldts Konzept der Satiety per Calorie, mit dem er vor einigen Jahren in Konkurrenz zur von ihm bis dahin propagierten ketogenen Ernährung gegangen ist, hat ihm leider kein Glück gebracht: Sein zugehöriges Unternehmen ist pleite. Trotz all meiner Kritik an dem Ansatz, der meiner Meinung nach in die falsche Richtung führte: Es tut mir aufrichtig leid um ihn. Er machte auf mich immer einen seriösen und von seinen Konzepten ehrlich überzeugten Eindruck. Um seine Seite Diet Doctor, deren Fortbestand damit fraglich geworden ist oder von dem Investment-Unternehmen, das sie erworben hat, jedenfalls bis zur Unkenntlichkeit verändert werden wird, tut es mir vor allem  leid. Auf ihr bin ich seinerzeit erstmals auf Jason Fung gestoßen. Neun Jahre ist das nun schon her. Und es ist keine Übertreibung: Es hat mein Leben verändert. 

Noch gibt es die Diet-Doctor-Seite aber, also wer sie schon immer mal anschauen wollte, aber ständig Wichtigeres zu tun hatte: Jetzt ist der richtige Moment, das noch schnell nachzuholen. 

***

Wie erfolgreich die Zuckersteuer in Großbritannien (gilt seit 2018) gegen Adipositas bei Kindern gewirkt hat, läßt sich hier bestaunen: 

 

Bei Kindern bis sechs Jahre kann man davon ausgehen, daß sie die Art von Getränken konsumieren, die ihre Eltern kaufen, und die Zuckersteuer führte kaum dazu, daß sie ihr Einkaufsverhalten geändert haben. Es waren ja dieselben Getränkemarken, die Plörre enthielt nur weniger Zucker als vorher.  

Der Ausreißer nach oben waren die Corona-Lockdowns und danach ging es mehrere Jahre lang wieder runter mit den Werten. Aber die Kurve ging nicht wieder auf den Vor-Corona-Wert zurück und wie man sieht, setzt sich der schleichende Anstieg mittlerweile von einem höheren Ausgangsniveau aus weiter fort. Die Zuckersteuer hatte, anders, als das all diese lautstarken Gesundheitströten behaupten, nachweislich nicht den positiven Einfluß, von dem sie immer sprechen. Ich wette um ein Kilo Stevia, daß die Zuckersteuer sich bei uns als genau derselbe Schuß in den Ofen erweisen wird. Wer setzt dagegen? 

***

Ein Update zur Übersterblichkeit während der Hitzewelle: 

Das Statistische Bundesamt hat inzwischen die Zahlen der Todesfälle für die KW 27 publiziert und dabei auch die (vorläufigen) Werte der Vorwoche noch mal ein gutes Stück nach oben korrigiert. Mehr als 3000 Todesfälle pro Tag (was in früheren Hitzewellen vielleicht zwei- oder dreimal hintereinander als Maximum vorkam) gab es in KW 26 und 27 an sage und schreibe sieben Tagen, darunter waren zwei Tage mit zuvor niemals - nicht einmal bei Corona - in Deutschland auch nur annähernd an einem einzelnen Tag erreichten Zahlen. Für die abgebildeten Tage bedeutet das, grob überschlagen, mehr als 8000 Todesfälle mehr als in früheren Jahren.   

25.06. 26.06. 27.06. 28.06. 29.06. 30.06. 01.07.
 3 145  3 458  4 311  4 724  4 832  3 521  3 116
 2 589  2 701  2 516  2 482  2 497  2 514  2 619
 2 722  2 858  2 945  2 865  2 624  2 514  2 453
 2 305  2 570  2 399  2 436  2 558  2 490  2 356
 2 614  2 628  2 668  2 651  2 656  2 964  2 693
 2 344  2 411  2 317  2 573  2 481  2 424  2 339

Die Werte für 2026 sind in der obersten Zahlenreihe unter dem jeweiligen Datum, die Zeilen darunter geben die Werte der fünf vorausgegangenen Jahre an. Der Tag mit den meisten Todesfällen als Folge der Hitzewelle war also gar nicht der Sonntag, sondern der Montag. Womöglich wird auch diese Zahl aber noch einmal nach oben korrigiert, und falls die Korrektur so hoch ausfallen sollte wie bei der vom Sonntag, würde sogar ein Wert von 5000 Todesfälle überschritten werden. 

Kompliment an Gereon Asmuth von der TAZ. Diese Zahlen wurden vom Statistischen Bundesamt am 14.7. irgendwann morgens vor halb zehn publiziert, und am 14.7. um 12 Uhr war sein Bericht dazu schon online. Aber diesmal kann ich immerhin beweisen, daß ich noch schneller war, ich hatte meinen Datenfreak-Kollegen von der TAZ, der mir wegen seiner Datenfreakerei ja per se sympathisch sein muß, nämlich schon morgens um halb zehn bei Bluesky auf diese Daten hingewiesen

 

Nun habe ich mich ja in meinem letzten Beitrag über den ständigen "Lärm" um die Hitze beschwert. Das hat aber neben allem, was ich beim letzten Mal erwähnte, auch damit zu tun, daß in einem solchen Getöse immer der Teil unterzugehen droht, der wirklich von Bedeutung ist - falls es einen solchen gibt. Und dies hier IST von Bedeutung. Nicht nur, um durch besseren Hitzeschutz insbesondere in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen künftig solche Todesfallzahlen wie dieses Jahr nicht mehr zu erleben. Der Vergleich mit den Todesfallzahlen durch die Hitzewelle im August 2003 bietet aber auch keine so richtig befriedigende Erklärung dafür, warum 2026 so viel mehr Todesfälle als 2003 zu verzeichnen waren, und die Frage ist, ob das irgendwem außer mir überhaupt aufgefallen ist. Ich sprach das ja schon im letzten Beitrag an, und mich beschäftigt es immer noch. 

Hier die Todesfallzahlen von 2003: 

 

 Zum Vergleich der entsprechende 15-Tages-Zeitraum im Juni 2026:

 

Das markierte Datum entspricht jeweils dem Höhepunkt der Hitzewelle. Was mir sofort auffiel: 2003 dauerte es nach dem Höhepunkt der Hitze gerade mal drei Tage, bis die Todesfälle wieder im Bereich des Normalen lagen. 2026 dauerte es eine volle Woche. 

Hier die Temperaturen vom August 2003: 

 

 Zum Vergleich der Verlauf im Juni 2026:

 ... sowie im Juli 2026, der ja noch bis zum 5. Juli bei den Todesfällen mitverzeichnet ist, obwohl die Tagesmittel der Temperaturen sich schon am Letzten des Juni normalisiert hatten: 

 

Was war 2026 anders? Die Maximaltemperatur lag drei Grad höher, aber nur einen Tag lang. Ansonsten kommt mir das ziemlich vergleichbar vor, und vor dem Höhepunkt des Dramas lagen die Mittelwerte 2003 auch ein wenig höher. Ich habe ein Weilchen herumgehirnt, bis bei mir der Groschen gefallen ist, daß ich die Sache von der völlig falschen Seite her zu durchdenken versuchte, und über mich selbst den Kopf geschüttelt. Da lästere ich ständig über den schiefen Blick der Statistiker, die Menschen nur noch in Form von Nachkommastellen ihrer Statistiken wahrnehmen, und dann falle ich selber auf den Quatsch mit den Durchschnittswerten herein! Denn natürlich drücken die Tagesmittel im Durchschnitt Deutschlands nicht das aus, was sich an den einzelnen Orten abspielte und das ganz unterschiedlich gewesen sein kann. Natürlich war es überall sehr heiß, aber mancherorts eben doch noch heißer als anderswo, und das wird auch bei den Todesfällen einen Unterschied gemacht haben.

Nur, auf diesem örtlichen Level einen Vergleich zwischen Temperatur und Sterbefällen zu ziehen, wird wohl für einen Nichtwissenschaftler wie mich nur in Ausnahmefällen möglich sein, auch wenn sich die Temperaturen von vielen Städten problemlos ermitteln lassen. Was beim Statistischen Bundesamt aber zeitverzögert noch kommen wird, sind die Zahlen für die einzelnen Bundesländer, da kann man jedenfalls sehen, wie gleichmäßig oder ungleichmäßig die Todesfälle regional verteilt sind und ob es Häufungen vor allem dort gibt, wo die Temperaturen überall oder in Teilen des Lands besonders hoch waren.

Weil Baden-Württemberg 2003 zu den stärker hitzebetroffenen Bundesländern gehörte, habe ich mir die damaligen Daten speziell für BW noch einmal näher angeschaut, und schau an: Das Maximum des Tagesmittels für Deutschland gesamt wurde hier jedenfalls überschritten und liegt plötzlich nur noch knapp über 2 Grad niedriger als 2026. 

Diagramm

Wenn ich auf Basis der bundesweiten Tagesmittelwerte davon ausgehe, daß eine Übersterblichkeit bei einem Wert von über 24 Grad einzusetzen beginnt (so jedenfalls lese ich das beim Vergleich der Temperaturen und den Todesfallzahlen heraus), waren es in BW anno 2003 elf aufeinanderfolgende Tage, an denen dieser Faktor gegeben war, vom 3. bis zum 13. August. Hier die zugehörigen Todesfallzahlen, zweite Zeile von 2003 und dritte Zeile zum Vergleich von 2002. 

 

Was sofort auffällt: Der Höhepunkt der Sterblichkeit lag wie 2026 am Tag, der auf den heißesten Tag folgte, und es dauerte in BW tatsächlich auch länger als deutschlandweit, bis die Sterblichkeit wieder auf dem Niveau des Vorjahres lag, das war in etwa am 19.8. der Fall. Was aber nicht stattfand, war die Beinahe-Verdoppelung der Todesfallzahlen, die sich aus den Todesfallzahlen von 2026 deutschlandweit für drei Tage ergab, nämlich vom 27. bis zum 29.6. Am 29.6. liegt die Zahl tatsächlich sogar noch ohne die zu erwartenden späteren Ergänzungen fast genau doppelt so hoch wie der Vorjahreswert. Am 14.8.2003 in BW sprechen wir hingegen von einem Anstieg zwischen 60 und 70 Prozent, was ja auch schon verdammt viel gewesen ist, aber eben trotzdem eine Lücke von um die 30 Prozent im Vergleich zu den Deutschland-Zahlen von 2026 unerklärt lassen würde. Zumal die höchsten Tagesmittelwerte in BW erheblich näher dran waren an denen von 2026 und in der anfänglichen Hitzephase, bevor die Hitze noch einmal für kurze Zeit noch stärker anstieg, höhere Tagesmittelwerte aufgewiesen hatte. 

Die spannende Frage, die nur die zugehörige Statistik beantworten kann, ist, wie es in BW im Juni 2026 mit den Todesfällen ausgesehen hat. Bislang habe ich für BW nur die Temperaturkurve, die zeigt, daß es ebenfalls elf Tage mit Tagesmittelwerten von mehr als 24 Grad gegeben hat, eine Vergleichbarkeit also gegeben ist: 

 Diagramm

Einen Anstieg wird es in jedem Fall gegeben haben, aber entsprach der eher den Werten von 2003 oder war er im Vergleich zu jenem Jahr ebenfalls noch höher? Falls nämlich letzteres der Fall gewesen sein sollte, dann würde ich weiterhin behaupten, neben der Hitze müßte auch nach weiteren auslösenden Faktoren gesucht werden, die jetzt vorliegen, aber 2003 nicht vorlagen. Und ich verwette mein letztes Hemd darauf, daß auch dann, wenn die Daten diesen Schluß nahelegen sollten, kein Mensch nach diesen weiteren Faktoren suchen wird, weil das Politikum, bei dem man das Eisen unbedingt so lange schmieden will, wie es den Leuten heiß ist, nun einmal der Klimawandel ist. So ist das nämlich in Wirklichkeit mit der dick aufgetragenen Besorgnis um die Gesundheit der Menschen. Dieses Thema wird regelmäßig nur instrumentalisiert, da gebe ich mich überhaupt keinen Illusionen hin. Für unsere jeweilige Gesundheit müssen wir uns weiterhin alleine interessieren, auch bezüglich der Hitze. 

Beweisen Sie mir wenigstens für Ihre Person und Ihre Zeitung das Gegenteil, Gereon Asmuth. Wer mit solcher Leidenschaft Daten selbst auswertet, anstatt sich mit dem zu begnügen, was Ihnen von den Urhebern mundgerecht vorgekaut worden ist, kann doch eigentlich kein schlechter Mensch sein. ;-)

Ich will aber auch nicht ausschließen, daß es einige Hotspots mit einem dermaßen hohen Tagesmittel gegeben haben kann, daß die zu erklärenden dreißig Prozent durch sehr viel mehr Todesfälle in diesen Hitzezonen als anderswo erklärbar sind. Immerhin, es kann Regionen gegeben haben, in denen das Tagesmittel höher ist als das für Deutschland insgesamt und auch für Baden-Württemberg als Durchschnittswert verzeichnet sind. Das waren 28,95 Grad am Samstag. Schließlich war das Tagesmittel für Baden-Württemberg 2003 ja auch höher als für ganz Deutschland. Da müßte man die Regionen, in denen die Maximaltemperaturen gemessen wurden, unter die Lupe nehmen. 

Ich glaube, das hatte ich schon erwähnt: Ich selbst bin sogar am heißesten Tag, dem Samstag, 27.6., ziemlich problemlos mit den Temperaturen klargekommen, weil es eine trockene Hitze war. Erst den Sonntag und fast noch mehr den Montag, als die hohe Luftfeuchtigkeit hinzukam, fand ich ziemlich unanangenehm.  

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Auch beim Heizungstausch ist die Wärmepumpe 2025 die bevorzugte Wahl der Gebäudeeigentümer geworden, das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet, daß 2025 weniger Heizungen getauscht wurden, das heißt, es wurden mehr defekte Altgeräte repariert und auf einen Austausch gegen ein neues verzichtet. Genau was ich kommen gesehen habe. Es lohnt sich für Interessierte, den Volltext vom IW zu lesen, die haben nämlich in vielen Einzelpunkten zur Entwicklung des letzten Jahres genau die Dinge herausgefunden, auf die ich schon wiederholt hier im Blog hingewiesen habe, weil es mir naheliegend schien, damit zu rechnen. 

Eine gute Nachricht ist es bestimmt trotzdem, daß der Anteil der Wärmepumpen beim Heizungstausch jedenfalls nicht zurückgegangen ist. Ich riskiere die Behauptung, daß ihr Anteil 2026 gleich geblieben sein wird und 2027 - gerade wegen des Gebäudemodernisierungsgesetzes - ansteigen wird. Jeder, der seine Gastherme reparieren läßt, weiß ja, daß das keine befriedigende Dauerlösung sein kann, aber als Miteigentümer in einer WEG hatte man ja bislang kaum eine andere Wahl, als sich damit zu behelfen, wenn es sich möglich machen ließ. Und je älter die Therme, desto eher ist es laut meinem Installateur möglich. Ich bleibe dabei, das neue Gesetz wird sich rückblickend als vorteilhafter als das alte erweisen, weil es den Besitzern von Eigentumswohnungen endlich vernünftige Handlungsspielräume gibt, während zeitgleich ja immer mehr an für einzelne Wohnungen nutzbaren Lösungen geboten wird, von dem Gebrauch zu machen bislang eine Art finanzielles russisches Roulette gewesen wäre.  

Unklar blieb mir leider, ob unter "Wärmepumpe" beim IW nur das verstanden wird, was der Herr Reimer von der TAZ als Wärmepumpe erkennt, oder ob da auch Split-Klimaanlagen mit enthalten sind.  Ich vermute, eher nicht, da der Autor wie Herr Reimer darauf hinwies, daß moderne Wärmepumpen jetzt auch im Sommer kühlen können. Split-Klima konnte das schon die ganze Zeit, also wäre das eine überflüssige Bemerkung gewesen. Ich bin ja mal gespannt, ob diese Art des Heizens auch noch in Mode kommt, bislang hat das ja weiterhin einen Geheimtip-Status. 

Der Einbau unserer Split-Klimaanlage wurde nun für KW 32 angekündigt. Mein Mann hatte mich ja ein bißchen ausgelacht, weil ich die Stelle, wo das Truhengerät im Arbeitszimmer hin muß, schon so akribisch ausgeräumt hatte. Aber ich bin ganz froh, daß ich mir darum jetzt keine Gedanken mehr machen muß, und nicht zuletzt habe ich die weggeräumten Möbelstücke an anderer Stelle so gut untergebracht, wie ich mir das vorgestellt hatte. Komplizierter wird es mit dem Balkonkraftwerk, denn der Handwerker, den der Klimatechniker kennt, hat keine Zeit für uns. Dafür hat er wiederum einen anderen Betrieb empfohlen, bei dem wir uns auf ihn berufen sollen. Na, vor meiner Abfahrt kann ich da nichts mehr unternehmen, aber das probiere ich nach meiner Rückkehr noch aus, und falls das auch ein Schuß in den Ofen werden sollte, wenden wir uns ohne lange Zeitverzögerung an Hornbach. Ich möchte auch das demnächst mal vom Tisch haben. 

Es ist unglaublich, zu was für Zeitfressern sich jede einzelne Sache entwickelt hat, die ich dieses Jahr in die Hand genommen habe. Und nichts scheint jemals fertig zu werden. Eigentlich hätte ich heute die fertig genähten Vorhänge abholen sollen, jetzt stellte sich heraus, daß der Stoff nicht für vier Fenster ausreicht. Dabei hatte ich alles vorher noch akribisch abgemessen. Den Vorhangstoff hatte ich für 20 Euro auf dem Flohmarkt gekauft. Beim Versuch, noch mehr davon aufzutreiben, stellte sich nun heraus, daß wir ein unglaubliches Schnäppchen mit diesem Stoff gemacht haben, bei dem der laufende Meter einen Neupreis von sage und schreibe 104 Euro hat. Meine Güte. So schön der Stoff ist, ich glaube, die zwei weiteren Meter verkneife ich mir doch. Statt dessen mache ich das, was die Schneiderin mir empfohlen hat, nämlich die Sache mit einem Uni-Stoff in einem dunkleren Rot zu kombinieren. 


Wir haben sogar mit den Vorhängen aus der alten Wohnung einen Stoff, der farblich ausgezeichnet passen würde, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, sie zu verwenden, weil es ein dicker Wärmeschutz-Stoff mit einer ausgeprägteren Struktur ist. Wenn ich von meiner Mutter zurückgekehrt bin, werde ich den Stoff ausmessen, wieviel das überhaupt ergeben würde, und dann die Schneiderin fragen, was sie meint. Falls sie mir abrät, suche ich einen Stoff aus demselben Material wie der fruchtige auf dem Bild, aber in dem gleichen schönen Rot wie die alten Vorhänge. Und natürlich in der richtigen Menge. 

Eine weitere unendliche Geschichte ist die Reparatur unserer schönen, aber defekten alten Wanduhr, die ist nun auch schon zwei Monate aus dem Haus. Vor September wird da nichts passieren, und wie lange es danach noch dauern mag ...?