Mein Gewicht heute früh nach allen vier Tagen meines viertägigen Fastenintervalls: 77,2 Kilogramm, das sind 400 Gramm mehr als vor zwei Wochen am Freitag. Am Montag habe ich mich noch über 83,3 Kilo geärgert und sie auf das Konto einer unangenehmen Verstopfung verbucht, das erste Mal seit dem Dulcolax-Zäpfchen vor ein paar Monaten, daß ich das wieder erlebe. Aber irgendein Sondereffekt muß doch mit im Spiel gewesen sein, sonst würde ich nicht - immer noch verstopft - heute 6,1 Kilogramm weniger wiegen. 6 Kilo plus x in vier Fastentagen, das kommt nur bei einzelnen Ausreißern vielleicht ein- oder zweimal im Jahr vor. Auch das Tragegefühl bei meinen Hosen paßte nicht zu diesem Gewicht (erstaunlich, wie viel ein bis zwei Kilo hin oder her in meinem aktuellen Gewichtskorridor ausmachen).
Aber wie auch immer, ich möchte endlich wieder dauerhaft unterhalb der 80-Kilo-Grenze bleiben.
Ab heute geht es jetzt endlich wieder los mit Low Carb, und zwar diesmal bis Ende der ersten Dezemberwoche - weil ich mit einer Woche Verspätung damit anfange, nachdem ich letzte Woche noch zu viele Nicht-LC-Lebensmittel verbrauchen mußte, um es zum geplanten Zeitpunkt zu tun. Das sollte mich jedenfalls vorübergehend an mein Ziel bringen. Wie es danach weitergeht, wird man sehen.
Freilich, schon jetzt zeichnen sich beunruhigend viele Unterbrechungen in meiner diesjährigen LC-Phase ab. Meine Mutter wird 90, das heißt, diesmal werde ich zweimal zum Feiern gehen, einmal am Geburtstag selbst in der Wochenmitte und dann noch einmal am Wochenende, wenn die große Familienfeier steigt, und dies diesmal mit Übernachten, also zwei Tage. Zwei Tage nach ihrem Geburtstag feiert aber auch eine Nachbarin ihren Neunzigsten und ich sollte dort auch ein kurzes Besüchle machen. Und einer weiteren Nachbarin - sie ist schon 95 - habe ich einen Besuch versprochen, den ich irgendwie entweder vor oder nach dem Geburtstag meiner Mutter unterbringen muß. Natürlich werde ich dann auch jeweils den selbstgemachten Kuchen und sonst das, was man mir vorsetzt, essen, wie ich das auch in früheren Jahren immer gemacht habe.
Alles in allem kommen diesmal aber mehr schon jetzt absehbare Situationen als sonst vor, in denen ich Low Carb unterbrechen werde. Eine weitere ist der Adventskaffee am ersten Advent, und möglicherweise werde ich auch bei einer leider anstehenden Beerdigung am Ort anschließend zum Kaffee eingeladen. Ich hoffe trotzdem zuversichtlich, daß die Wirkung diesmal besser ausfällt als im letzten Jahr, weil ich entschieden habe, ungefähr zur Halbzeit, also nach den ersten drei Low-Carb-Wochen, wieder in den Frühschichtwochen meines Mannes die erste Mahlzeit erst nach 13 Uhr zu mir zu nehmen. Für den Anfang mache ich das aber noch nicht. Mich interessiert nämlich, ob es auf die zweite Weise unter dem Strich besser oder gleich oder schlechter klappt als Low Carb nach meiner gewohnten Methode. Typisch ist es ja, daß die Abnahme im Laufe der sechs Wochen anfangs höher liegt und gegen Schluß hin nachläßt. Vielleicht gelingt es mir ja, diesen Verlauf umzukehren oder wenigstens eine gleichmäßigere Abnahme zu erreichen.
Das Schöne ist, daß ich mich auf Low Carb immer auch freue. Zum Beispiel auf die Big-Mac-Rolle am Samstag, mit der wir die Low-Carb-Phase traditionell einleiten. Danach gibt es unsere vorletzte Zucchini als mit gemahlenen Schweinekrusten panierte gebratene Zucchinischeiben mit Kartoffel-Kohlrabi-Püree und anschließend das erste Mal Blumenkohlreis, vermutlich mit Hähnchenleber. Low-Carb-Krautsalat muß ich auch dringend mal wieder machen. Und was ich unbedingt gleich am ersten Wochenende zum Frühstück machen muß, sind die tollen Brötchen aus Milchpulver und Ei. Endlich weiß ich jetzt auch, wo ich das Milchpulver kaufen kann: Im Bioladen am Bahnhof haben sie es. Ursprünglich fand ich es beim Kaufland, aber dort haben sie es seitdem nie wieder gehabt. Aus dem Programm genommen, nehme ich mittlerweile an. Einerseits ärgerlich, aber andererseits habe ich damit vermutlich nur noch in absoluten Ausnahmefällen einen Grund, dort hinzugehen, und das finde ich positiv. Vor allem im Sommer finde ich den Kaufland unangenehm, weil die dermaßen drastisch runterkühlen, daß man vor allem vor dem Kühlregal sich eine Erkältung zuziehen kann. Aber zu allen Jahreszeiten finde ich an diesem Supermarkt unangenehm, wie voll es dort immer ist.
Natürlich werde ich auch wieder eine Menge Videos zu LC-Rezepten anschauen, um mir neue Inspirationen zu suchen. Über die überzeugendsten Experimente werde ich natürlich berichten. :-)
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Mal sehen, wie lange mein Blog die neuen Inhaltsrichtlinien von Blogger überleben wird.
Irreführende Inhalte in Bezug auf schädliche medizinische Verfahren: irreführende gesundheitliche oder medizinische Inhalte, die andere dazu auffordern oder ermutigen, Dinge zu unternehmen, die das physische oder geistige Wohlbefinden von Personen oder die öffentliche Gesundheit beträchtlich schädigen können.
Vielleicht sollte ich alles, was ich hier geschrieben habe, mal vorsichtshalber auf meinem Rechner abspeichern. Immerhin schreibe ich ja über persönliche Erfahrungen gesundheitlicher Art, die nach Meinung von Experten schädliche medizinische Verfahren enthalten und deshalb überhaupt nicht der Wahrheit entsprechen können, also im Umkehrschluß glatt gelogen sein müßten.
Ich stelle mich mal darauf ein, daß sich irgendwelche Wichtigtuer vielleicht dazu berufen fühlen könnten, Blogger vermeintlich irreführende gesundheitliche Inhalte zu melden und dann irgendwelche Praktikanten bei Blogger den Job bekommen, vorsichtshalber alles zu beseitigen, was vielleicht Anstoß erregen könnte. Dergleichen ist mir früher, als ich noch in den Kommentarbereichen von ZEIT oder Spiegel Online mitdiskutierte, mit meinen Beiträgen ja auch oft genug passiert, bis ich die Lust verloren habe, meine Zeit für gut durchdachte und sorgfältig ausgearbeitete Texte zu vergeuden, die mir jederzeit aus heiterem Himmel unter dem Hintern weggelöscht werden können.
Falls mein Blog aber irgendwann mal verschwunden sein sollte, liegt das nicht daran, daß ich keine Lust mehr hatte, ihn weiterzuführen. Ich lege Wert darauf, das vorauseilend klarzustellen.
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Das hier ist aber bestimmt unstrittig.
Die besten Genesungswünsche an Papst Leo XIV, der nun auch dem Club angehört, in dem niemand Mitglied sein möchte. Noch dazu mit der Sorte Krebs, die jeden spontan dazu bringt, darüber nachzugrübeln, ob der Erkrankte eigentlich Raucher sei. Man kann den Medien kaum vorwerfen, daß sie nicht versucht hätten, diese Frage zu beantworten, aber anscheinend fanden sich bislang keinerlei Indizien dafür, daß Leo jemals geraucht hätte.
Ob irgendwelche besonders verpeilten Wirrköpfe unter den Evangelikalen, vor allem solche, die dem Trump-Fanclub angehören, die Sache ebenfalls genauso spontan als eine Bestrafung eines Sünders, also in diesem Fall als Strafe Gottes dafür, daß der Papst kein Unterstützer der MAGA-Bewegung ist, interpretiert haben, weiß ich nicht, aber ich bin überzeugt davon, ich würde so etwas finden, wenn ich ernsthaft danach suchen würde. Aber Gottes Eingriff könnte auch darin bestanden haben, daß die Sache so früh entdeckt wurde, und das ist bei Lungenkrebs ja nicht selbstverständlich. Was Lungenkrebs so tödlich macht, ist, daß er meistens erst diagnostiziert wird, wenn er längst metastasiert hat. Vorausgesetzt, daß hier keine häßlichen Überraschungen mehr nachkommen, sollte der Papst also gute Genesungsaussichten haben, da inzwischen bekannt geworden ist, daß dies bei ihm nicht der Fall ist.
Übrigens ist es ein komisches Gefühl, als frühere Katholikin, der es unmittelbar bei Erreichen der Volljährigkeit zum dringendsten Bedürfnis wurde, schnellstmöglich aus der katholischen Kirche auszutreten, sich plötzlich irgendwie mit dem Oberhaupt derselben verbunden zu fühlen - auch wenn meine militant atheistische Phase schon ein paar Jahrzehnte vorbei ist, komme ich mir dabei echt merkwürdig vor. Aber dann sage ich mir halt wieder: Nun ja, mit mit König Charles von England und Joe Biden ging es mir ja genauso und ich fand es genauso kurios, und die sind beide ja nicht katholisch, sondern haben nur dieselbe Arschkarte gezogen wie der Papst und ich.
In meinem Umfeld gab es in den letzten Monaten einen Fall von Krebs (glücklicherweise in sehr frühem Stadium) und einen von Krebsvorstufe und der Möglichkeit, daß sich doch schon Krebs entwickelt hat. Beim letzteren steht die gute oder schlechte Nachricht im Moment noch aus (wir hoffen auf die gute), aber in beiden Fällen habe ich mich gefragt, was ich zu den Leuten sagen soll bezüglich meiner Annahmen zur Wirkung von Fasten und Keto auf die Heilungschancen. Daß ich mich dabei nicht auf zwei bis drei kurze Sätze beschränken kann, macht die Sache auch nicht einfacher.
Im ersten Fall ist eine vollständige Heilung sehr wahrscheinlich, es gab nicht mal eine Chemo. Im zweiten könnte das im ungünstigen Fall aber anders sein. Wie kann ich dann wirksam dazu beitragen, daß es auch in diesem Fall ein gutes Ende nimmt, solange jeder Onkologe, wenn er von den beiden nach seiner Meinung zu meinen Theorien gefragt wird, mich zu einem Verschwörungstheoretiker erklären wird? Ich habe kein Talent zum eifernden Missionar, ich kann nur sagen, was ich gelesen, gehört und am eigenen Leib erfahren habe. Und wenn die Leute mich dann für verdreht halten, nachdem sie ihren Arzt gefragt haben, und meine Empfehlung ignorieren, ist es halt so. Aber nichts sagen, geht ja erst recht nicht. Nicht, wenn es um jemanden geht, der mir etwas bedeutet.
Die Situation ist also vielleicht bald da, vor der ich mich noch mehr gefürchtet habe als vor einem eigenen Rückfall. Und dafür, daß ich nun zusehen muß, wie ich sie bewältige, ohne mir danach selbst Vorwürfe machen zu müssen, mache ich die Lerute verantwortlich, die jeden Erkenntnisgewinn zu diesen Fragen in der Wissenschaft wie auch Aufgeschlossenheit in der Onkologie für offensichtlich unschädliche experimentelle Eigeninitiativen durch den Patienten so aktiv und eifrig sabotieren, als würden sie dafür bezahlt. Leute wie diese Professorin Jutta Hübner. Ich stehe ziemlich hilflos vor der Tatsache, daß diese Sabotage gerade onkologischer Alltag ist, wenn es um Menschen geht, deren Wiedergenesung und langes Leben mir etwas bedeutet. Helfen kann ich im Zweifelsfall am ehesten mir selbst, nicht optimal unter solchen Rahmenbedingungen, aber immerhin in gewissem Maße. Bei meinem Mann würde es vielleicht auch noch klappen. Aber sonst?
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Auch wenn die Sommerhitze vorbei ist, die Hitzetoten poppen als Thema immer mal wieder neu auf, hier zum Beispiel. Das erinnerte mich daran, daß ich dazu auch noch etwas zu erwähnen hatte: Unsere Lokalzeitung hat im Landkreis recherchiert und zu ihrem eigenen Erstaunen keinen statistischen Anstieg der Todesfälle während der Hitzewelle in den Daten finden können. Die Zahlen in der Region bewegten sich auch in den größeren Städten im Landkreis im Rahmen der Schwankungsbreite der letzten fünf Jahre. Es gab auch ein Städtchen, das erstaunlich deutlich weniger Todesfälle als in den Vorjahren meldete.
Eine höhere Inanspruchnahme der Notaufnahmen ließ sich dagegen eindeutig nachweisen. Und auch ein Teil der Bestatter meldete etwas anderes, sie haben sehr wohl einen zwar nicht extremen, aber doch merklichen Anstieg bei den Todesfällen registriert. Andere befragte Bestatter sahen keinen Unterschied zu früheren Jahren. Mehrere Bestatter merkten außerdem an, daß sie schon seit Jahren eine Verschiebung der Häufigkeiten von Todesfällen aus dem Winterhalbjahr in den Sommer registrierten - es gäbe kein "Sommerloch" mehr, dafür sei die Lage zwischen Oktober und Februar jetzt weniger angespannt. Das entspricht meinen Annahmen, denn wir hatten ja nicht nur heiße Sommer, sondern auch milde Winter in den letzten Jahren, und es irritiert mich maßlos, daß diese Wirkung von milden Wintern in den Medien sonst praktisch nie vorkommt. Außerdem sprachen mehrere Bestatter das an, was ich schon immer aus den Schwankungen bei der Zahl der Todesanzeigen in der Zeitung abgeleitet hatte und was in den Hitzetote-Debatten auch immer eisern ignoriert wird: Größere Temperaturschwankungen führten bei ihnen eigentlich zu jeder Jahreszeit zu einem Anstieg der Bestattungsaufträge.
Ich habe ja das Glück, eine der wenigen Lokalzeitungen lesen zu können, die noch in einem unabhängigen Verlag erscheinen, und genau solche Recherchen bestätigen mir, daß es wichtig ist, solche Zeitungsredaktionen zu haben, denn dieser Bericht füllte eine komplette Seite, in der nichts einfach von anderen abgeschrieben, sondern selbst viel Recherchearbeit auf regionaler Basis geleistet wurde. Und offenbar hat in der Redaktion niemand das Gefühl gehabt, dieses sicherlich unerwartete Ergebnis sei etwas, das man vielleicht doch nicht an die große Glocke hängen sollte, weil es irgendwelchen für übergeordnet gehaltenen Zielen zuwiderlaufe. Das nämlich, hatte ich schon öfter den Eindruck, ist bei Gesundheitsthemen gar nicht so selten der Fall.
Was aber folgt aus dieser Information? Mein Verdacht bestätigt sich, daß man die Zahlen wohl wirklich auf regionaler und lokaler Ebene konkretisieren müßte, und da ja manche Bestatter wirklich einen Effekt merkten, obwohl andere am selben Ort nichts dergleichen hatten, vielleicht sogar noch auf Stadtteilebene. Denn irgendwo ist die Übersterblichkeit ja hergekommen, und wenn sie nicht gleichmäßig verteilt ist, dann muß es ja möglich sein, die Regionen, Orte oder Ortsteile, in denen die Häufungen besonders auffällig waren, einzukreisen und herauszufinden, was sie von denen unterscheidet, in denen es geringere oder gar keine Anstiege bei den Todesfällen gab. Das ist die einzig vernünftige Basis für Hitzeschutzmaßnahmen mit einer Reduktion der Übersterblichkeit als oberste Priorität und dabei verfolgtes Ziel.
Merkwürdigerweise erwähnte gerade heute ein Artikel, in dem die Hitzetoten gar nicht das Thema waren, sondern vielmehr der Versuch einer Analyse, was dazu führt, daß die Menschen immer massenhafter Populisten auf den Leim gehen, ein Beispiel für Hitzetote und deren Verteilung aus dem USA, das schon um die dreißig Jahre alt ist:
Der US-Soziologie Eric Klinenberg hat vor einigen Jahren in seinem Buch „Palaces for the People“ beschrieben, was solidarische Gesellschaften zusammenhält. Ausgangspunkt seiner Studien war eine außergewöhnliche Hitzewelle in Chicago in den neunziger Jahren, die zu extremer Übersterblichkeit führte. Auf den ersten Blick schien alles den erwartbaren Mustern zu folgen: In den Reichenvierteln war die Übersterblichkeit gering, in den Armenvierteln war sie dramatisch.
Aber sobald er sich die Daten genauer ansah, stellte er fest: In manchen Armenvierteln war die Übersterblichkeit krass, in anderen wiederum überhaupt nicht nachweisbar. Und diese Differenz machte ihn neugierig. Bald stellte Klinenberg fest: Die Resilienz, die Fähigkeit, sich wechselseitig zu helfen, war in jenen unterprivilegierten Gegenden hoch, in denen die soziale Infrastruktur funktionierte. In denen es lokale Geschäfte gab, in denen sich die Menschen kannten. In denen es soziales Vertrauen gibt, in denen man um Hilfe bittet oder sich auch um andere kümmert. Wo die soziale Infrastruktur nicht funktionierte, starben die Menschen allein daheim.
Wäre das übertragbar (und warum sollte das eigentlich nicht der Fall sein?), hätten wir bei uns im Landkreis also neben anderem auch eine funktionierende soziale Infrastruktur, die anderswo vielleicht fehlt.
Ein Einkreisen der Hitzetoten-Hotspots würde es den logisch zu Ende gedachten Annahmen des Berichts zufolge gleichzeitig vermutlich auch möglich machen, die Orte und Regionen aufzuspüren, in denen man ansetzen muß, um die vom gesellschaftlichen Wagen gefallenen Menschen wieder zurückzugewinnen, indem man ihnen die Mittel verschafft, sich "rezusozialisieren", also das durch die zunehmende Vereinzelung verlernte solidarische Verhalten neu zu lernen, und zwar, indem man ihnen bei einer Verbesserung der sozialen Infrastruktur oberste Priorität gibt. Die Chancen stehen gut, daß dies das Gefühl ohnmächtiger Wut verringert, das offenbar derzeit am leichtesten zu lindern ist, indem man die Parteien wählt, vor denen unsere Eltern und Lehrer und sämtliche Autoritäten sämtlicher staatstragenden Institutionen uns immer gewarnt hatten. (Und vor denen ich auch warne.)
Ansätze solcher Forderungen nach sozialer Infrastruktur gibt es ja mittlerweile auch durch Fachleute, immer wieder geistern Vorschläge dieser Art zu den heute gerne als "dritten Orten" bezeichneten Örtlichkeiten (an denen sich Menschen in einem Wohngebiet niedrgeschwellig treffen können) durch die Medien. Meine eigenen Ideen dazu waren etwas, ähem, unorthodox, gefallen mir aber trotzdem immer noch.
Allein, mir fehlt der Glaube, daß irgendwer eine solche tiefgreifende Analyse der Hitzetod-Hotspots vornehmen wird, geschweige denn, daß Analysen anderer zur Grundlage solcher Maßnahmen genutzt werden. Die einen finden die Hitzetoten meinem Eindruck nach sowieso nur wichtig, weil sie sie für ihre Klimaziele instrumentalisieren können, haben also insgeheim gar kein ernsthaftes Interesse daran, sie zu verhindern.Und die anderen sind damit beschäftigt, die Bevölkerung mit ein paar symbolpolitischen Maßnahmen zufriedenzustellen, deren Ziel auch nicht darin besteht, zielgenau wirksame Mittel einsetzen zu können.
An dieser Stelle stand gerade eben noch ein Wutausbruch über die Verpeiltheit unserer Politiker im allgemeinen, den ich aber wieder gelöscht habe, weil er im Grunde nur viele Male Geschriebenes noch einmal wiederholt. Ich will ja niemanden mit ermüdenden Wiederholungen langweilen. Erinnert sich hier aber noch jemand an meinen Blogartikel über das Narrenschiff-Orakel? Heute abend ist es mal wieder soweit, daß die SWR-Hitparade endet. Wird Reinhard Meys ätzende Abrechnung mit der Polit-Elite der späten Neunziger als Abrechnung der Bürger mit der aktuellen Polit-Elite den letztjährigen Platz 4 toppen? Falls die Entwicklung der Beliebtheitswerte von Friedrich Merz damit korrelieren würden, dann müßte er diesmal eigentlich auf Platz 1 landen. Ich will hoffen, daß es trotzdem weiterhin "Bohemian Rhapsody" sein wird.***
Die Kartoffelernte dieses Jahr liegt in Deutschland laut Statistischem Bundesamt etwa ein Viertel unter der des Vorjahres. Bei uns im Garten aber nicht! Wir hatten letztes Jahr durch die zwei bis drei wild gewachsenen Kartoffelpflanzen etwa ein Kilo eigene Kartoffeln. Die acht kleinsten Kartöffelchen (kleiner als eine Glasmurmel) hatten wir über den Winter im Gewölbekeller gelagert und im Frühjahr im Garten eingepflanzt. Sie brachten uns nun sage und schreibe fünf Kilo Kartoffeln, darunter mindestens zwanzig Kartöffelchen in derselben Mini-Größe, die nun wieder im Keller auf ihren Einsatz nächstes Jahr warten. Das fasziniert mich schon. Wenn wir wollten, könnten wir nur mit dem Einsatz der Minikartoffeln, die zu kochen sich gar nicht lohnen würde, im Lauf der nächsten zwei bis drei Jahre vermutlich nahezu auf Selbstversorger-Mengen bei den Kartoffeln komme, wenn wir das wirklich wollten. Das ist, als hätte man eine Gelddruckmaschine im Keller, nur besser, denn im Bedarfsfall kann man Kartoffeln essen, aber Geld nicht.
Mein Mann fand die Ernte pro Pflanze übrigens sogar noch ein bißchen enttäuschend. Er behauptet, er sei aus Brandenburg viel größere Erträge gewöhnt. Nun ja, wir sind natürlich keine LPG und haben bei den Kartoffeln eigentlich kaum etwas gemacht außer sie zu wässern.
Zusammen mit dem einen Kilo Kartoffeln im vorderen Gartenteil an der Terrasse hatten wir immerhin sechs Kilo Kartoffeln. Es läßt sich nicht abstreiten, die Bewässerung durch Perlschläuche im hinteren Gartenteil hat einen Riesenunterschied gemacht. Deshalb werde ich nächstes Jahr vor allem die Minikartoffeln der Sorte Alexandra im hinteren Gartenteil versenken. Denn die waren zwar weniger, aber geschmacklich genauso gut wie die vom Bauernhof - und wegen der Trockenheit haben wir deutlich mehr Minikartoffeln ausgegragben. Die anderen schmecken recht durchschnittlich und sind außerdem mehlig, nicht festkochend. Eher was für Kartoffelbrei als für Bratkartoffeln, wie ich gemerkt habe, als ich sie für letzteres genutzt habe. Aber immerhin: Eßbare Kartoffeln. Das ist schon toll, so was selbst erzeugen zu können.
Das Angebot für die Solaranlage liegt jetzt auch endlich vor, der Auftrag ist erteilt und wird irgendwann im Lauf der nächsten Wochen ausgeführt. Inklusive Speicher und Montage wird uns unsere Steckeranlage um die 5000 Euro kosten. Kein Schnäppchen wie die Discounter-Angebote, aber dafür bekommen wir eine solide, auf weiteren Ausbau angelegte Anlage und einen großzügig dimensionierten Speicher, wie wir ihn haben wollten, samt einer fachgerechten Montage, und außerdem optimiert darauf, den Eigenverbrauch zu maximieren, damit so wenig Strom wie möglich ins Netz abgegeben werden muß. Genau das war mir ja besonders wichtig. Der Aufwand, um echte Autarkie zu erreichen, wäre - jedenfalls im Moment - unverhältnismäßig, aber eigentlich gönne ich dem Netzbetreiber nicht eine einzige von unserer Anlage erzeugte Kilowattstunde Strom. Ziel ist also, so wenig wie möglich ins Netz, wie es möglich ist, ohne sich selbst unnötige Kosten damit aufzubürden.
Noch können wir nicht einschätzen, wie stark unser Stromverbrauch sich im Winter durch das Heizen mit der Klimaanlage erhöhen wird, denn bislang hatte ich diese Heizung erst an vier Tagen in Betrieb, davon an dreien nur für ein bis zwei Stunden. Spannend ist außerdem die Frage, wie hoch in den Wintermonaten der Ertrag durch die Steckeranlage sein wird und ob das einen erwähnenswerten Teil unseres höheren Stromverbrauchs abdecken wird oder kaum ins Gewicht fällt. Wenn ich den letztjährigen Gasverbrauch pro Tag mit Wirkungsgrad 4,5 auf den zu erwartenden Stromverbrauch fürs Heizen in diesem Winter umrechne, dann komme ich für die Monate November bis Februar in der letzten Heizperiode zusammengenommen mit dem anderen Strombedarf auf 26 bis 30 kWh Strom pro Tag. Das bekommen wir über eine Steckeranlage natürlich nicht abgedeckt. Es ist außerdem mehr als doppelt so viel wie bisher und dem wird nicht allzuviel an eigener Stromerzeugung gegenüberstehen, aber das gilt natürlich nur für diese vier Monate. Aber ich gehe davon aus, daß diesem Mehrverbrauch an Strom im Winter eine Stromerzeugung im Sommer gegenübersteht, die unter Umständen sogar schon mit einer Balkonanlage mit Speicher ausreichend ist, um unseren kompletten Bedarf außerhalb der Heizperiode zu decken.
Gegenrechnen können wir für Gas einen voraussichtlichen künftigen Bedarf von großzügig geschätzt 5000 kWh pro Jahr für Warmwasser, Kochen und mögliche sehr kalte Tage, an denen wir die Split-Anlage nicht ausreichend finden - falls dies der Fall sein sollte. Dieser Verbrauch entspräche etwa 35 Prozent unseres letzten (im September abgerechneten) Jahresverbrauchs, und dies würde uns eine Ersparnis von 780 Euro per anno beim Gas bringen. Und eine Stromrechnung, die übers Jahr gerechnet wahrscheinlich zwar nicht sinkt, aber auch nicht steigt, sondern in etwa gleich hoch bleibt.
Dieses Projekt läuft bei uns nicht unter der Überschrift "CO2-Fußabdruck", sondern unter "Abhängigkeiten verringern". Es ist ein Beitrag zu unserer höchstpersönlichen Sicherheit. Und ich habe bereits vereinbart, nach einem Jahr Nutzung dieser Kombination einen Vortrags- und Diskussionsabend über unsere Erfahrungen im Vereinsheim zu machen. Die Leute interessieren sich für so was nämlich sehr, wenn man es nicht mit einer dicken Schicht Ideologie zukleistert und von ihnen Rieseninvestitionen fordert, sondern wenn es um ihren eigenen Vorteil oder Nachteil beim Heizen geht.
Im Moment wird mir den ganzen Tag bei Bluesky Wärmepumpen-Content reingespült, nachdem der WWF, glaube ich, eine Studie publiziert hatte, nach dem Wärmepumpen sich auch bei Altbauten meistens rechnen, und das vor allem durch die Förderung. Da die Förderung weniger werden soll, profitiere man also umso mehr, je schneller man reagiert. Dabei werden Anschaffungskosten von um die 40.000 Euro minus Förderung zugrunde gelegt. Wieviel mehr lohnt sich die Sache aber, wenn man die Anschaffungskosten auf - für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, das also 50 % mehr Wohnfläche hat als unseres - auf ungefähr 10.000 Euro beschränken kann, wie das bei der Split-Anlage hochgerechnet von unseren Kosten aus der Fall ist. Und auch hier greift ja die Förderung, wenn man förderfähige Geräte wählt. Den Hitzeschutz im Sommer hat man nebenbei auch gleich miterschlagen.
Ab demnächst werden wir voraussichtlich auch Gelegenheit bekommen, uns bei einem Bauern Rindfleisch vorzubestellen, wenn geschlachtet wird, was ein- bis zweimal im Monat via Handzettel angekündigt wird und deshalb unterhalb meines bisherigen Radars lag. Wenn man nur alle zwei, drei Monate dort vorbeischaut, ist es vom Zufall abhängig, ob man so einen Handzettel zu sehen bekommt, und der Zufall wollte es nicht, daß ich sie sah. Was mich dabei aufhorchen ließ: Manche offenbar wenig begehrten Teile, etwa die Zunge, mag ich besonders gerne und bin dafür jedenfalls ein Abnehmer, den man einplanen kann - die kann man nämlich auch gut einfrieren. Auch Leber sei nicht sonderlich gefragt und sehr preisgünstig zu haben. Leber ist etwas, wobei noch mehr mein Mann glänzende Augen bekommt. So werden wir also auch den Anteil des Discounterfleischs, der sowieso nicht mehr so hoch ist, nahezu komplett aus unserem Speiseplan eliminieren können. Aktuell ist die zu überwindende Hürde vor allem der Mehraufwand bei den Einkaufswegen. Wenn ich fürs Abendessen Fleisch brauche und nur begrenzt Zeit habe, dann nehme ich es halt bei Lidl oder Aldi mit, wo ich den Rest einkaufe, der vom Wochenmarkt und den Hofläden nicht abgedeckt ist, aber wenn ich es einfach aus der Gefriertruhe holen kann, ist es natürlich noch besser.
Auch dies läuft für uns natürlich unter "Versorgungssicherheit", nicht unter "tugendhafterer Fleischkonsum". Geschmacklich finde ich am Fleisch bei Lidl eigentlich nicht viel auszusetzen, aber mir fällt schon auf, daß das immer viel mehr Flüssigkeit beim Braten abgibt als das Fleisch vom Metzger. Das relativiert übrigens auch die höheren Preise beim Metzger. Aber es deutet halt auch auf eine optimierte Tieraufzucht hin, mit Fokus auf möglichst schnelle Schlachtreife, und damit liegt der Verdacht nahe, daß manche der dafür eingesetzten Mittel solche sind, die ich eigentlich lieber vermeiden würde. Daneben weiß ich bei diesem Bauern auch, daß es die Tiere dort gut haben, und Astrid Lindgrens schöner Buchtitel "Meine Kuh will auch Spaß haben" klingt für mich in dieser Hinsicht überzeugender als jede Moralpredigt.
In unserem Garten nähert sich die Ernte ihrem endgültigen Ende, aber noch ist es nicht ganz soweit. Eine Zucchini wird vielleicht doch noch erntereif, dann ist der Tabak noch nicht komplett abgeerntet und ein paar Paprikafrüchte sind auch noch am Reifen. Der Feigenbaum ist aber noch über und über voll mit unreifen Feigen, nachdem ich am Wochenende nochmal ungefähr zwei Kilo der bereits reifen gepflückt habe. Der Baum scheint den heißen Sommer richtig genossen zu haben. Ein Kuriosum sind die zwei noch grünen, aber ziemlich großen Früchte an einer unserer Erdbeerpflanzen, die außerdem zusätzlich mittlerweile zwei noch sehr kleine Früchte und eine weitere Blüte gebildet hat. Ob die eine Woche mit einigermaßen konstantem Wetter ausreichen wird, daß wenigstens die beiden großen Erdbeeren noch rot werden? Das hätte ich ja echt nicht zu hoffen gewagt, als ich Anfang des Monats zu meinem Erstaunen die verspäteten Blüten an der Erdbeerpflanze entdeckte. Eigentlich war ich im Sommer von unseren Erdbeerpflanzen ziemlich enttäuscht, wir hatten an allen Pflanzen zusammen kaum mehr Erdbeeren, als sie jetzt unsere fleißige verspätete Erdbeerpflanze mitten im Herbst noch zu produzieren versucht. Jetzt noch reife Erdbeeren, das wäre schon ein versöhnlicher Abschluß.
Alles in allem bin ich zufrieden mit unserem Gartenjahr, allerdings bin ich sehr gespannt auf unsere Wasserrechnung, denn trotz der wassersparenden Perlatorschläuche waren der Hitzetage so viele, daß ich vermute, wir haben unseren vorjährigen Wasserverbrauch dennoch getoppt. Nächstes Jahr will ich mal die Nutzung unserer Regentonnen optimieren, das hat mich dieses Jahr geärgert, daß vorne am Haus die Tonne bei fast jedem Regen überläuft und das Wasser ungenutzt durch das Gartentor auf die Straße rausläuft. Wir brauchen dort unbedingt eine zweite, und wir sollten uns ihre regelmäßigere Nutzung angewöhnen. Hinten am Hühnerstall haben wir ja sogar drei mit Schlauchstücken miteinander verbunden Regentonnen, und hinten ist auch mehr zu gießen. Die Bewässerungsoptimierung im hinteren Gartenteil hat diesen Aufwand natürlich verringert, und mein Mann will diese Perlschlauchbewässerung nächstes Jahr auch auf den vorderen Gartenteil ausweiten. Aber um die Terrasse herum kann ich eigentlich weiterhin mit der Kanne gießen, und dafür werde ich nächstes Jahr konsequent unsere vordere Regentonne nutzen.
