Montag, 29. Juni 2026

Selbstermächtigung zur Altersteilzeit oder Rente mit 65?

Mein Gewicht heute früh zum Beginn des viertägigen Fastenintervalls: 79,9 Kilogramm. Mehr, als ich gerne gehabt hätte, aber im Rahmen dessen, was ich erwarten mußte. Da die große Hitzewelle jetzt vorbei ist, nehme ich an, daß ich immerhin die paar hundert hitzebedingte Gramm zusätzlich verlieren werde. Und erstaunt stelle ich fest, daß es mit 3,5 Monaten gar nicht mehr so wahnsinnig lange bis zu meiner nächsten Low-Carb-Phase ist. Wollen wir hoffen, daß das dieses Jahr nicht wieder ein Fall von "Außer Spesen nichts gewesen" sein wird.  Immerhin, es hat den Anschein, als hätte sich seit meiner Dulcolax-Notbremse meine Verdauung von alleine halbwegs normalisiert. Deswegen habe ich einstweilen auch mit den Flohsamenschalen nicht weitergemacht, sondern beobachte und werde ggf. wieder damit anfangen, wenn die Sache erneut problematisch zu werden droht. Ob die normalisierte Verdauung aber auch einen Einfluß auf meine Körpergewichtsentwicklung hat und Low Carb wieder die gewohnte Wirkung haben wird, kann ich im Moment noch nicht einschätzen. 

Möglicherweise liegt es ja an unserem jetzigen Wohnort im Dorf statt in der Innenstadt, aber ich fand die aktuelle Hitzewelle eigentlich weniger schlimm, als es die Berichterstattung nahelegen würde. Für mich fühlte es sich nicht anders an als in früheren Hitzephasen auch, wenn ich zum Einkaufen oder aus sonstigen Gründen unterwegs war. Es war ja bis zum Samstag eine trockene Hitze, damit komme ich gut klar. Mein subjektiv empfunden heißester Sommer meines Lebens bleibt einstweilen der des Jahres 2003, aber da wog ich 25 Kilo mehr als heute, und das macht natürlich auch einen Unterschied. 

Die Vögel im Garten fanden das Wetter erheblich unangenehmer. Wir haben mehrere Vogeltränken an strategischen Plätzen aufgestellt, die lebhaft genutzt wurden. Mein Mann hat am Wochenende, als er mit dem Wasserschlauch im Garten war, um unsere Pflanzen zu wässern, von unserem Haus-und-Hof-Amselhahn eine Art Liebeserklärung bekommen. Herr Amsel war ihm nämlich durch den halben Garten gefolgt, und so hängte mein Mann zum Schluß den Schlauch über die Teppichstange und ließ das Wasser noch in einem dünnen Rinnsal weiterlaufen. Herr Amsel begab sich auf der Stelle unter das Rinnsal und nahm eine ausgiebige Dusche. Anschließend setzte er sich auf unsere Pflanzkästen mit den Radieschen direkt neben meinen Mann auf die Terrasse (keine zwanzig Zentimeter von ihm entfernt) und blieb dort ein Weilchen bei ihm sitzen. Mein Mann meint, er wollte damit seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, und war sehr gerührt. Er sprach sogar davon, für seinen neuen allerbesten Freund einen solarbetriebenen Springbrunnen zu kaufen, aber davon ist er wieder abgekommen, weil sich das Wasser darin gerade an heißen Tagen wohl so sehr erwärmt, daß das für Vögel in Wirklichkeit gar nicht so toll ist. Bleiben wir also bei den Vogeltränken. 

Meine Geheimwaffe für einen erholsamen Nachtschlaf in sogenannten Tropennächten lautet: Alle Fenster und Zimmertüren aufreißen, denn schon der leiseste Durchzug hilft ein bißchen. Und vor dem Schlafengehen einmal kurz kalt abduschen und dann nicht abtrocknen, sondern im Bett am Körper trocknen lassen. Das hat mir über die gesamte Hitzewelle gut hinweggeholfen, nur gestern abend mußte ich es noch einmal wiederholen, weil ich zu früh geduscht und anschließend noch ein Stündchen gelesen hatte, und dann fing ich doch wieder an zu schwitzen. Eine zweite Dusche, nach der ich dann gleich schlafen gegangen bin, löste das Problem, obwohl die letzte Nacht noch ein paar Grad wärmer als die Nächte davor und die meiste Zeit komplett windstill war. Ich bin während der Hitzephase morgens nur ein einziges Mal verschwitzt aufgewacht, und das war, als ich am Sonntag zwei Stunden länger als gewohnt geschlafen hatte. Da waren die Raumtemperaturen bereits so angestiegen, daß es mich auch im Schlaf ins Schwitzen gebracht hat. 

Mein Mann dachte lange, bei ihm wirke meine Methode nicht, aber dann stellte sich heraus, daß er sich nach dem Duschen immer säuberlich abgetrocknet hatte. Als er das wegließ, klappte es bei ihm genauso. Bekanntlich glaube ich an Ursachen und Wirkungen. Wenn also diese Sache bei zwei Personen diese Wirkung hat, muß es dafür auch eine Ursache geben, auch wenn ich sie zugegebenermaßen nicht kenne. Überzeugende Erklärungen von Leuten, die zu wissen glauben, auf welchen Mechanismen das beruht, also gerne in den Kommentaren. :-)

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Bluesky spülte mir dieses Beispiel wissenschaftlicher Arroganz und Selbstüberschätzung in die Timeline:  

 

Ein Wissenschaftler, der eine solche Einlassung mit "Scientist here" einleitet, ist in meinen Augen ungefähr so vertrauenswürdig wie ein Schlangenölverkäufer. Als Erstes mußte ich mich deshalb vergewissern, daß Dr. Rasmussen hier wirklich richtig zitiert wurde. Dies ist der Fall. Nun sehe ich zwar ein, daß die Science-Community in den USA wenig Grund hat, ihren Gesundheitsminister zu mögen. Die an den Haaren herbeigezerrte Pointe mit den Masern finde ich aber schockierend armselig. Kennedys Meinung zur Masernschutzimpfung ist sowieso eher ambivalent als negativ, und wie auch immer man dazu stehen mag, sie hat überhaupt nichts mit dem zu tun, was Kennedy hier sagte. Wenn Rasmussen tatsächlich die amerikanische Wissenschaftselite repräsentieren sollte, dann braucht sich niemand darüber zu wundern, daß es so viele Leute gibt, die ihnen nicht vertrauen. 

Ist's außer mir jemandem aufgefallen? Frau Dr. Rasmussen hat in ihrer Antwort den entscheidenden Begriff kurzerhand unterschlagen, nämlich "inflammation". Mitochondrien sind gerade, zugegebenermaßen, so in Mode, das eine Menge seltsames Zeug über sie verbreitet wird. Trotzdem kann Frau Dr. Rasmussen ja weder abstreiten, daß Mitochondrien existieren, noch, daß sie geschädigt werden können und daß dies dann einen Einfluß auf die Gesundheit hat und daß es mit Entzündungsreaktionen in Verbindung gebracht wird. Einmal unabhängig von der Frage, ob man über RFKs Schlußfolgerungen aus seinen Beobachtungen vielleicht wirklich nur mitleidig den Kopf schütteln kann: Da Mitochondrien in jeder Körperzelle enthalten sind - sie dienen dazu, unter Zuhilfenahme von Sauerstoff aus Nährstoffen Energie zu erzeugen -, was genau ist dann daran lächerlich, anzunehmen, daß man es einem Menschen, auch einem Kind, ansehen kann, wenn ein nennenswert großer Teil seiner Körperzellen Schwierigkeiten hat, Energie zu erzeugen? 

Frau Dr. Rasmussen behauptet hier nicht lediglich, daß Kennedys Diagnosemethode fragwürdig ist - wogegen nichts einzuwenden wäre. Sie behauptet, daß es bei den von ihm erwähnten mutmaßlichen Symptomen auf Mitochondrien von vornherein nicht ankomme, daß es also ausgeschlossen ist, daß dieser Zusammenhang bestehen könne. Und was dazu die Wissenschaft in zwanzig oder fünfzig Jahren sagen wird ... ich wäre mir an ihrer Stelle nicht sicher, daß man dann vielleicht doch auch über sie mitleidig den Kopf schütteln wird. 

Rasmussen vermittelt hier außerdem implizit, daß aus ihrer Sicht - im Gegensatz zu Kennedys Meinung - alles im Grunde okay ist, wie es ist. Nur der Kinderschreck Kennedy müsse weg und eventuell ja zusätzlich noch eine Masernimpfpflicht her. Ansonsten ist offenbar aus ihrer Sicht alles in Ordnung. Nur, daß in den USA bezüglich der Gesundheit der Bevölkerung rein gar nichts in Ordnung ist und dies auch dann der Fall wäre, wenn restlos jeder US-Bürger gegen Masern, Covid und was auch immer alles an Schutzimpfungen angeboten wird, geimpft wäre. Die Lebenserwartung sinkt, Adipositas und Diabetes werden immer häufiger, immer mehr Amerikaner nehmen Psychopharmaka und gleichzeitig sind Krankheitskosten für einen beträchtlichen Teil der US-Bürger unbezahlbar, teils, weil sie nicht krankenversichert sind, teils, weil ihre Krankenversicherung erforderliche Behandlungen nicht übernimmt. Ist die Zahl der möglichen Todesfälle durch Masern - die kaum den zweistelligen Bereich übersteigen werden, solange Impfungen nicht gerade verboten werden und für jeden, der sie haben will, verfügbar sind - wirklich so viel vordringlicher als neue Lösungsansätze für das, was in den letzten Jahren zu einer sinkenden Lebenserwartung im reichsten Land der Welt geführt hat, da ja mit den alten Ansätzen das Problem ständig nur noch schlimmer geworden ist? Egal, was man von Kennedys Herangehensweise hält, das erklärte Ziel, das er dabei verfolgt, kann ich wirklich nicht falsch finden. Stattdessen finde ich es falsch, dieses Ziel ins Lächerliche zu ziehen, nur weil man eine Person, die es auf wie verdrehte Art auch immer verfolgen will, unbedingt ins Lächerliche ziehen möchte. 

Wäre ich ein Wissenschaftler, dann würde ich in jedem Satz des Gesundheitsministers, egal für wie blöd ich ihn halten mag, nach dem Punkt suchen, an dem ich andocken könnte, um die Schnittmenge zu finden, die wenigstens in Teilbereichen konstruktive Lösungen ermöglicht, durch die sich die Gesundheit der US-Bürger möglicherweise ja wirklich verbessern kann. Dafür muß man den Gesundheitsminister nicht mögen, es reicht völlig, sich seiner Verantwortung bewußt zu sein. Dr. Rasmussen findet es aber offenbar wichtiger, von ihrer Fanbase für Pointen bejubelt zu werden, die so dürftig ausfallen, daß man eine Fanbase, die darauf so ekstatisch reagiert, eigentlich eher ein bißchen peinlich finden sollte. 

Darmkrebs ist beispielsweise eine Sache, die auch Dr. Rasmussen Sorgen machen könnte und m. E. sollte. Es ist eine beunruhigende Entwicklung, daß er ausgerechnet bei jüngeren Leuten immer häufiger wird. Ob dabei nun geschädigte Mitochondrien mit im Spiel sind (was Prof. Seyfrieds Krebsentstehungstheorie entsprechen würde, die ich für richtig halte) oder vielleicht doch nicht, wie das vermutlich eher Dr. Rasmussens Annahmen entspricht, es ist eine neuere Entwicklung und deshalb wäre es angebracht, die Ursachen in Faktoren zu suchen, durch die sich das Leben jüngerer Leute von heute von dem meiner Generation unterscheidet. 

Die gute Nachricht für uns in Deutschland lautet: Darmkrebs bei unter 40jährigen nahm in den letzten zwanzig Jahren in Deutschland nicht so stark zu wie in den USA. Die schlechte Nachricht: Die Inzidenz nahm auch in Deutschland zu. Daß das etwas mit der geringeren Adipositasrate in Deutschland im Vergleich zu den USA zu tun hat, darüber wird spekuliert, aber mit gehöriger Vorsicht: Die Übergewichtsrate scheine als alleiniger Grund zu vereinfacht. Mir scheint es jedenfalls keine allzu verwegene Annahme, daß es irgendetwas mit der Art der Ernährung zu tun haben könnte, und zwar mit Ernährungsbestandteilen jüngerer Leute, die in den USA noch verbreiteter als bei uns, aber auch hier üblicher als zu meiner Zeit geworden sind. 

***

Bislang hält sich meine Begeisterung über die Reformen der Regierung Merz ja ziemlich in Grenzen. Die einzige Ausnahme ist das Gebäudemodernisierungsgesetz, und das beruhte sicherlich nicht auf Vorsatz von Frau Reiche, speziell die Sache, die mir am bislang geltenden Gesetz so falsch vorkam, zu verbessern. Wir WEGs hatten einfach das Glück, daß der Paragraph 71 Buchstabe l sich zwischen den anderen Buchstaben mitverbarg und nach dem Prinzip "Mitgefangen, mitgehangen" nun mit abgeschafft werden soll. Ich hoffe inständig, das neue Gesetz wird wirklich noch vor der Sommerpause verabschiedet, denn im August werden wir unseren letzten Wohnungsverkauf nun endgültig in Angriff nehmen, und es wäre ärgerlich, wenn wir in dieser Sache dann immer noch in der Luft hängen würden. 

Eines der nicht ganz so schlechten Konzepte dieser Bundesregierung scheint mir aber die angekündigte Rentenreform zu sein, auch wenn ich ihretwegen meine Pläne, in vier Jahren abschlagsfrei mit 65 in Rente zu gehen, möglicherweise in den Kamin schreiben kann. Das hatte ich ja auch schon befürchtet, wenn ich auch angesichts der CDU-Wahlversprechen zu diesem Punkt doch gehofft hatte, daß die Regelung diese Legislaturperiode noch übersteht und ich es dadurch noch über die Ziellinie schaffe. Aber unter den unzähligen gebrochenen Wahlversprechen dieser Bundesregierung ist der hoch und heilig versprochene Beibehalt der Möglichkeit des zwei Jahre früheren Ruhestands für "besonders langjährig" Versicherte - gemeint: mindestens 45 Jahre rentenversichert, bei mir wären es mit 65 bereits 49 Jahre - bestimmt nicht das schwerwiegendste. Da im Gesamtpaket neben der sofortigen und perspektivisch geplanten Aufnahme weiterer Versichertengruppen - von Selbständigen über Abgeordnete bis mittelfristig vielleicht sogar Beamte - auch eine unverzügliche Abschaffung der Minijobregelung enthalten ist, werde ich, statt nun in das übliche Mimimi auszubrechen, die Sache diesmal sportlich nehmen. Die Minijobregelung ist für einen großen Teil der weiblichen Altersarmut mitverantwortlich. Wenn die wirklich entsorgt wird, verzeihe ich der Bundesregierung ihren Wortbruch in der Angelegenheit, die mich etwas persönlich angeht und mir eigentlich auch ziemlich wichtig gewesen wäre. Sollten außerdem noch Selbständige, und, finanziell zu vernachlässigen, aber symbolisch nicht ganz unwichtig, die Bundestagsabgeordneten selbst künftig in die Rentenversicherung einzahlen, ist vermutlich eine gute Basis für ein Rentensystem geschaffen, das die kritische Phase des Ruhestandseintritts meiner Generation überstehen kann. 

Das heißt aber natürlich nicht, daß ich nicht im Rahmen meiner Möglichkeiten reagieren werde. 

Wie, das hängt davon ab, was genau gemäß den Empfehlungen der Alterssicherungskommission beschlossen wird und ab wann es gilt. Ich las irgendwo, daß die Rentenkommission fünf Jahre Vorlauf als Vertrauensschutz für die Altersgruppen, die schon nahe an der Rente sind, für geboten hielte, konnte das aber nicht verifizieren. Falls ich auf diese Weise mit meinen zu Beginn des nächsten Jahres noch dreieinhalb Jahren doch noch durchrutschen sollte, bin ich mit 65 natürlich weg, aber das glaube ich erst, wenn es dafür eine amtliche Bestätigung gibt. Denkbar wäre es ansonsten, eine Rente mit Abschlägen in Anspruch zu nehmen. Dagegen spricht aber, daß genau darauf von den Autoren des Papiers in aller Selbstverständlichkeit spekuliert wird. Man möchte, daß wir das tun, weil auch die geringeren Auszahlungen die Rentenkasse entlasten. Die 400 Euro weniger im Monat kann ich mir im Grunde ja leisten, und alleine das ist ja schon ein Luxus und Privileg, mit dem ich etlichen Gleichaltigen einiges voraus habe. Aber eigentlich sehe ich es nicht ein und habe auch nicht die Absicht, bis an mein Lebensende pro Jahr auf fast 5000 Euro Rente zu verzichten. Eleganter scheint es mir, da ich als sv-pflichtige Selbständige diese Möglichkeit habe, einfach meine Arbeitsmenge zurückzufahren und auf diese Weise eine Art selbstgehäkelte Altersteilzeit zu nutzen und am Ende trotzdem höchstwahrscheinlich nahezu meine vollen Rentenansprüche einkassieren zu können. 

Die einfachste Methode dafür dürfte nämlich sein, meine Honorarsätze so lange regelmäßig zum Jahreswechsel - und sehr viel deutlicher als bislang - anzuheben, und zwar so lange, bis die Arbeitsmenge durch den verbleibenden Rest der mir nicht davongelaufenen Kunden in etwa meiner Vorstellung entspricht. Damit würde ich aber nicht erst in vier Jahren, sondern unmittelbar nach Verabschiedung der Reform beginnen. Falls sie also im Herbst beschlossen wird, drehe ich zum ersten Januar kräftiger als geplant an meiner Honorarschraube. Was mich betrifft, wird die Bundesregierung das Ziel nicht erreichen, aus mir irgendwelche Mehrarbeit herauszukitzeln. Im Gegenteil werde ich gerade wegen der Reform weniger als bislang geplant arbeiten. Ich peile gegebenenfalls 6 Jahre mal ca. 50 Prozent meiner aktuellen Arbeitszeit an, was unter dem Strich so viel weniger Arbeit bedeutet, als wenn ich von heute ab nicht in vier, sondern in drei Jahren in den Ruhestand gehen würde. 

Ach ja, selbstverständlich würde das ab kommendem Jahr nicht nur die Höhe meiner Rentenversicherungsbeiträge, sondern auch die meiner Krankenversicherungsbeiträge verringern. Sorry wegen des Kollateralschadens für die Krankenversicherungsfinanzierung, aber das ist dann halt so. 

Ich nutze mein persönliches Schlupfloch, falls ich es brauchen sollte, ohne deshalb ein schlechtes Gewissen zu haben, wie das andere Generationen ja wegen ihrer jeweiligen anderen Privilegien ebenfalls nicht haben. Von dreißigjährigen Work-Life-Balance-Enthusiasten, die sich nach dem Abi und vor dem Politikwissenschaften- oder "Irgendwas mit Medien"-Studium ein Sabbatjahr für eine Backpacker-Reise gegönnt haben und im Jahr zweieinhalb Fernreisen für ihr gottgegebenes Menschenrecht halten, laß ich mich doch nicht zum Wohle der Wirtschaft™ so lange nutzbringend verwerten, bis ich von selbiger als nicht mehr weiter ausquetschbarer menschlicher Ausschuß betrachtet werde. Ich bin immerhin im Berufsleben, seit ich 16 Jahre alt war, und das ist mittlerweile 45 Jahre her. Irgendwann möchte ich gerne auch einmal genügend Zeit in Dinge stecken können, für die mich niemand bezahlt und die ich mache, weil ich sie einfach tun will. Falls ich mich selbst aktiv dazu zu ermächtigen muß, mache ich das auch. 

Insgesamt kann ich also - auch dank meiner persönlichen Reaktionsmöglichkeiten - mit dieser Rentenreform leben. Nicht gefallen hat mir allerdings diese verpflichtende Kapitalmarktrente, die ebenfalls Bestandteil werden soll. Ich bin nicht davon überzeugt, daß das ein sinnvoller Weg zur Alterssicherung ist. Als Kleinaktionärin mit einigen handverlesenen Aktien kenne ich die irrationalen Bestandteile des Aktienmarkts zu gut, um ihn mit dem tatsächlichen Wert des zugehörigen Unternehmens zu verwechseln. Der Kapitalmarkt ist zu undurchsichtig in den konkreten Werten, die dahinterstehen, und ich bin mir auch nicht sicher genug, daß es diesen Kapitalmarkt in der aktuellen Form in fünfzig Jahren überhaupt noch geben wird. Er wird so lange funktionieren, wie eine kritische Masse an Investoren jedenfalls daran glaubt, daß die in den Charts angegebenen Werte reale Werte repräsentieren. Hören zu viele auf, daran zu glauben - egal, ob zu Recht oder als sich selbsterfüllende Prophezeiung -, wird er vermutlich in der heutigen Form schneller Geschichte sein, als man ETF sagen kann. 

Bei der Alterssicherung kommt es nicht darauf an, über welche theoretisch existierenden und zum aktuellen Zeitpunkt leicht monetarisierbaren Werte man verfügt, sondern ob sie ab dem Ruhestandseintritt dauerhaft ausreichend dafür sind, die konkreten Alltagsbedürfnisse zu sichern. Dafür sind eigengenutzte Immobilien kategorial so viel besser (dazu habe ich an anderer Stelle, u. a. hier, schon mehr als genug geschrieben), daß es ein richtiger Jammer ist, daß diese Form der Alterssicherung in dem Papier nicht einmal am Rande erwähnt wurden. Das mag damit zusammenhängen, daß die Autoren der Empfehlungen allesamt der jungen Generation der Koalitionsparteien angehören und wohl die Annahme, von Angehörigen ihrer Generation werde sich sowieso niemand mehr eigengenutzte Immobilien leisten können, vollkommen verinnerlicht haben. 

Hinzu kommt aber außerdem noch etwas anderes: Die gravierendsten wirtschaftlichen Fehlsteuerungen der letzten Jahrzehnte waren auf die Durchsetzung der Interessen der Konzerne via Kapitalmärkte zurückzuführen. Je mehr Geld am Kapitalmarkt angelegt wird, desto besser kann er aber die Interessen durchsetzen, die seiner inneren Logik entsprechen, nicht aber derjenigen der Gesellschaft. Ein markantes Beispiel sind Wohnungskonzerne wie Vonovia, die wegen ihrer attraktiven Dividenden bei Fonds wie Privatanlegern beliebt sind. Ein Vonovia-Mieter kann also über die Kapitalmarktrente gleichzeitig Vonovia-Aktionär sein und in seiner zweiten Eigenschaft das Gewicht der Kapitaleigner-Seite mitverstärken, die wiederum dafür sorgt, daß er in seiner ersten Eigenschaft als Mieter so viel wie möglich an Miete für so wenig Leistung wie möglich seitens des Vermieters bezahlt. Weil ich diesen Faktor so problematisch finde, fehlt mir auch bei der Rentenreform ein großes Ganzes als Rahmen, innerhalb dessen sie eingeordnet werden kann. 

Interessiert man sich für einen übergeordneten Rahmen nicht, ist die Rentenreform rein für sich genommen akzeptabler als so manches andere, das gerade an Reformen in Arbeit ist. Sie wird im betreffenden Bereich meiner Einschätzung nach mehr Probleme lösen können als beispielsweise die Gesundheitsreform in ihrem Bereich. Was noch ein Bonus ist: Mindestens die Abschaffung der Mini- und Midijobregelung wird natürlich auch der Kranken- und Pflegeversicherung zugute kommen. Das geht also tatsächlich in Richtung übergreifender gesellschaftlicher Vorteile, obwohl niemand es für nötig hält, das zu erwähnen. 

Die TAZ brachte einen Podcast, in dem diese Rentenpläne diskutiert wurden, darunter sprach man ziemlich ausführlich die Minijobs. Was mich daran verwundert hat: Es wurde dort wie in anderen Meinungsäußerungen in den Medien so getan, als wäre es künftig nicht mehr möglich, Mitarbeiter geringfügig zu beschäftigen. Das ist aber einfach nicht wahr, es wird lediglich teurer, wenn dieselben Nettoeinkommen verlangt und bezahlt werden, oder schlechter bezahlt, wenn der Arbeitgeber dieselbe Entlohnung anbietet wie bisher. Gestaunt habe ich über eine Phantasiezahl, die ganz beiläufig in diesem Podcast als (keine Ahnung auf welcher gedanklichen Grundlage) imaginierte neue Belastung des Arbeitgebers durch die Änderung erwähnt wurde: 1800 Euro, das wäre im Vergleich zu 603 Euro plus 30 Prozent pauschale Abgaben (Gesamtkosten eines Minijobs also ca. 800 Euro), schon eine gewaltige Verteuerung. Mir kam diese aus irgendeinem Ärmel geschüttelte Zahl auch für den Fall, daß Arbeitgeber keine Wahl haben, als ihren bisherigen Minijob-Beschäftigten das gleiche Nettoeinkommen zu bieten, viel zu hoch vor, also habe ich mal im Web einen der üblichen Brutto-Netto-Rechner befragt. Hier das Ergebnis:

Wenn ich für einen vergleichbaren Halbtagsjob - also vom Stundenumfang zwei dieser Minijobs - einen auch für die Minijobs vorausgesetzten Netto-Stundenlohn von 15 Euro bekommen, also ein Nettogehalt von 1200 Euro erreichen will, muß ich brutto 1500 bis 1600 Euro im Monat verdienen. Weil das noch innerhalb der Midijob-Grenze liegt, sind die SV-Beiträge um ca. 20 Euro niedriger, als sie nach Wegfall der Midijob-Regelung wären, also sind eher 1600 Euro zu kalkulieren. Dazu Arbeitgeberbeiträge von ca. 25 Prozent entsprechen weiteren 400 Euro für den Arbeitgeber. Der zugehörige Arbeitgeber kommt also für zwei bisherige Minijobs auf um die 2000 Euro Kosten. 1000 anstelle von 800 Euro, also 200 Euro mehr im Monat, muß man als Arbeitgeber pro bisherigen Minijob bei gleichem Nettostundenlohn tatsächlich einkalkulieren, keineswegs die zusammenphantasierten 1800 Euro. Wenn auch nur zwei Minijobs zu einem 50-%-Job zusammengelegt werden, relativieren sich die Mehrkosten außerdem ein wenig, weil die Produktivität einer Halbtagskraft allemal höher ist als die von zwei Minijobbern. 

Allerdings zwingt natürlich niemand die Arbeitgeber, für Jobs in geringerem Stundenumfang einen besonders hohen Nettolohn zu bezahlen, im Gegenteil sollte wohl der Anreiz höher sein, mehrere Minijobs zu bündeln und als existenzsichernde Arbeitsverhältnisse anzubieten. Die Rechnung beruhte auf der nicht begründeten Annahme der TAZ, Arbeitgeber müßten diesen Nettolohn bezahlen. Lege ich aber den Mindestlohn zugrunde - ab 2017 14,60 Euro -, dann kommen anstelle der Mehrkosten für den Arbeitgeber bei demselben Halbtagsjob 1200 Euro plus 300 Euro Lohnnebenkosten heraus, also sogar einen Hunderter weniger als die Kosten für zwei Minijobs. Dafür verdient die zugehörige Halbtagskraft weder 15 noch 14,60 Euro netto pro Stunde, sondern nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge kommen noch zwischen 10 und 11 Euro die Stunde netto heraus. Da aber auch niemand Arbeitgeber dazu zwingt, sich auf den Mindestlohn zu beschränken, ist eher anzunehmen, daß das tatsächliche Lohnangebot irgendwo in der Mitte liegen wird - vermutlich so, daß es für den Arbeitgeber in etwa kostenneutral zur bisherigen Regelung ist. 

Warum ausgerechnet Schüler die einzige Gruppe sind, die weiterhin als Minijobber zum bestehenden Modell angestellt werden können sollen, leuchtet mir nicht ein. Wenn schon, dann sollte die Sache ohne Ausnahmen umgesetzt werden, und was wäre daran falsch, schon als Schüler ein bißchen Geld aufs Rentenkonto zu bekommen? Gerade die Generation, der in den letzten Jahren so viel Angst davor eingejagt wurde, im Alter gar keine Rente mehr zu bekommen, fände das bestimmt eher beruhigend, als sich über die Abzüge zu ärgern. Rentner wären noch eher eine einleuchtende Ausnahme, aber bei denen würde dann auch bei Jobs in geringem Stundenumfang ja die Aktivrente greifen, nach der für die ersten 2000 Euro keine Steuern bezahlt werden müssen und an Sozialabgaben nur die Krankenversicherung. Für die aktuell bestehenden Minijobs gilt diese Regelung nicht, das würde sich dann aber ändern. 

Natürlich leuchtet es mir ein, daß alle, die momentan einem Minijob nachgehen und dies nicht nur als Notbehelf tun, sondern als Bestandteil ihrer Lebensplanung, wenig begeistert von solchen Änderungen sind und befürchten, am Ende ganz ohne Job dazustehen oder viel weniger Geld als vorher dafür zu bekommen. Die Beschwerden der Arbeitgeberseite sind überwiegend (wenn auch nicht in jedem Fall) eher im Bereich Mimimi anzusiedeln. So wie ich beim Wegfall der Rente mit 65 (daß immer noch von der Rente mit 63 die Rede ist, die in Wirklichkeit schon jetzt niemand mehr bekommt, ärgert mich wahnsinnig) eine praktikable Umgangsweise finden kann, werden sie auch eine finden. Die Vorteile sowohl für den Arbeitsmarkt wie auch für den Schutz vor Altersarmut sind neben der angestrebten Sanierung der Sozialkassen so hoch, daß ich finde, das sollte in Kauf genommen werden. Jobs im Minijob-Umfang wird es in jedem Fall ja weiter geben, nur wird man jetzt sehen können, wieviele davon wirklich im Minijob-Stundenumfang sinnvoller sind als in anderen Varianten, also werden es weniger als vorher sein, wenn es für Unternehmen keinen Anreiz mehr gibt, Arbeitsplätze, die auch in Vollzeit besetzt werden könnten, in Minijobs zu verhackstücken. Für verheiratete Mütter gibt es dann den Fehlanreiz nicht mehr, auf den dauerhaften Fortbestand der Ehe zu pokern und sich in der Altersversorgung dabei auf Gedeih und Verderb davon abhängig zu machen. 

Man könnte aber darüber nachdenken, ob man eine Entlastung für Kleinbetriebe mit nur einem oder zwei Minijobbern  (beispielsweise für Betriebe bis zu einem Umsatz x, oder vielleicht auch für Vereine vergleichbarer Größe) nicht auf der SV-, sondern auf der steuerlichen Seite vornimmt. Auch für regelmäßig wiederkehrende kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse und maximal 50 Arbeitstage im Jahr, etwa im Tourismus in der Hochsaison oder bei Erntehelfern, fände ich es logischer, lieber auf der steuerlichen Ebene Vergünstigungen anzubieten, um Härten für kleinere Betriebe zu vermeiden. Warum speziell kleinere Betriebe? Weil die ohnehin einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Großen ihrer jeweiligen Branche haben und ein Nachteilsausgleich für sie auch für uns gesellschaftlich wichtig wäre, denn die Zusammenballung von immer weniger und dafür immr größeren großen Wettbewerbern führt nur kurzfristig zu preislichen Vorteilen, ist aber langfristig mit einer Unzahl von Nachteilen verbunden. Eine solche Vergünstigung fände ich nicht nur vertretbar, sondern einen angemessenen Baustein, der vorzugsweise noch mit weiteren nachteilsausgleichenden Bausteinen kombiniert werden sollte. Speziell in der Landwirtschaft liegt es für mich auf der Hand, daß wir von weniger Branchenriesen und mehr kleinen und mittleren Betrieben profitieren würden, auch deshalb, weil es mehr Vielfalt in der Lebensmittelproduktion bedeuten würde. Ach ja, und ein praktikables Modell für Privathaushalte als Arbeitgeber sollte man sich auch ausdenken. Ich finde aber, hier wäre es sinnvoller, über ein Selbständigkeitsmodell nachzudenken - vor allem dann, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, daß Selbständige, die sich neu anmelden, automatisch in die Sozialversicherung kommen. Nach der Minijobregelung ist es so kompliziert, für mehrere Haushalte zu arbeiten, daß sich niemand wundern sollte, wenn das überwiegend in Form von Schwarzarbeit geschieht. 

Angestrebt werden sollte jedenfalls, daß die Sozialversicherungen sich möglichst vollständig alleine aus Beitragszahlungen tragen können. Zuschüsse aus Steuermitteln finde ich nur angebracht, wenn sie Leistungen abdecken sollen, die schlicht und einfach unverzichtbar sind,  für die aber nie Beiträge entrichtet wurden. Alles andere sollte sich möglichst direkt aus den Beitragszahlungen finanzieren lassen, und damit das gelingt, sollte man Ausnahmen meiner Meinung nach möglichst vermeiden. Das Ziel, daß sich alle Sozialversicherungen, Rente, Kranken, Pflege und Arbeitslosigkeit, aus ihren Beiträgen selbst tragen, ist eines, das ich für sehr vernünftig halte. Wenn das erreicht werden kann, ist meiner Meinung nach sehr viel gewonnen. Die richtigen Stellschrauben, um unbillige Härten zu vermeiden oder weitestmöglich zu verringern, befinden sich im Steuerrecht. 

Sollte diese Reform umgesetzt werden und Bestand haben, wird sie rückblickend in fünfzig Jahren bestimmt für eine wirklich sinnvolle Veränderung gehalten werden. Freilich, sollte sie als Einzelmaßnahme zusammen mit einem Bündel weiterer nicht zusammenhängender - und sich im dümmsten Fall gegenseitig aufhebenden Wirkungen - in die Welt gesetzt werden, bin ich pessimistisch, daß sie trotzdem dazu führen könnten, daß die nächsten Wahlen von der AfD gewonnen werden. Und was dann geschieht - und welche dauerhaften Wirkungen es haben wird -, kann niemand so genau voraussehen. 

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Vorletztes Wochenende sah ich den Nachbarn mit dem Kirschenbaum, an dem ich einige Tage zuvor einen kleinen Mundraub begangen hatte, und beichtete ihm die Sache. Seine Reaktion: Ich solle mich unbedingt auch noch an dem anderen (Sauer-)Kirschbaum bedienen, dessen Kirschen inzwischen auch reif geworden sind, soweit ich halt am Zaun rankomme. Er werde vielleicht für die Zukunft irgendwann mal einen Durchgang in den Zaun für uns machen, damit wir nächstes Jahr mehr davon ernten können. Solche Nachbarn haben wir hier! Mit solchen Nachbarn möchte man selbstverständlich auch seinen selbsterzeugten Strom teilen. Ich habe übrigens inzwischen recherchiert und tue kund und zu wissen, daß es innerhalb eines Gebäudes - zum Beispiel einem Doppelhaus - tatsächlich legal  ist, per Direktleitung dem Nachbarn Strom zu verkaufen oder zu schenken. Für diejenigen, die das interessiert: In Paragraphen gegossen wurde das im Energiewirtschaftsgesetz, Teil 4, Paragraph 42b. In allen anderen Fällen muß man beim Teilen des Stroms mit Nachbarn aber wirklich das Netz des Versorgers in Anspruch nehmen, der dafür auch seine Hand ziemlich weit aufhält. Blöd nur, daß der Nachbar an versteckter Stelle doch schon eine PV-Anlage hat also den Strom doch nicht braucht. 

Nun habe ich ein Pfund Sauerkirschen, die sich nahe genug am Zaun befanden, geerntet und entsteint, die ich vorerst mal einfrieren muß, aber nächstes Wochenende in einen leckeren Braunen Kirschkuchen verwandeln werde. Die Nachbarn sind dann zum Kaffee natürlich mit eingeladen. Außerdem habe ich zum zweiten Mal meinen Schnittlauch komplett abgeerntet, kleingeschnitten und eingefroren. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie lange es her ist, daß ich das zum ersten Mal im Jahr gemacht habe, aber das kann noch keine vier Wochen her sein. Ich glaube nicht, daß ich es jemals wieder nötig haben werde, Schnittlauch zu kaufen. Das Zeug wächst im Garten wie Unkraut.  

Unser Garten hört nicht auf, uns in Erstaunen zu versetzen. Eine Blume, die wir vor zwei Wochen erstmals sahen, wurde von der Pflanzenerkennungs-App als Schlafmohn erkannt. Wie ist das Opium nur in unseren harmlosen schwäbischen Garten hineingeraten? Nein, ich bin nicht in Versuchung, die Wirkung der Samenkapseln mal auszuprobieren. Opiate haben mich nicht einmal in dem Alter interessiert, in dem man besonders risiko- und experimentierfreudig ist, und das ist bei mir schon lange her. Aber die Blüte finde ich wirklich ausgesprochen hübsch. Sogar noch schöner als die vom Klatschmohn, den ich ja auch sehr liebe und der an einer anderen Stelle im Garten auch wächst. Ich bringe es nicht übers Herz, dieser gefährlichen Schönheit einfach den Garaus zu machen, obwohl sie inzwischen ihre Blütenblätter verloren hat und stattdessen eine eindrucksvolle Mohnkapsel entwickelt hat, also lasse ich sie in Ruhe und hoffe, mich nächstes Jahr wieder an ihrem Anblick erfreuen zu können. Gespannt bin ich außerdem, wieviele dieser Blumen wir nächstes Jahr haben werden. 

Letztes Jahr hatten wir die gar nicht, da bin ich mir hundertprozentig sicher. Aber wir haben dieses Jahr auch sonst eine ganze Menge Pflanzen im Garten, die wir letztes Jahr nicht hatten. Die hatten sich wohl in der Wildnis, die wir übernommen hatten, einfach nicht durchsetzen können, und freuen sich jetzt daran, daß der Efeu sie nicht mehr erstickt. 


 

 

 

 

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