Mein Gewicht heute früh nach dem vierten von vier aufeinanderfolgenden Fastentagen: 74,7 Kilogramm. Ein klarer Fall von "Na ja", aber die Hitze aktuell hat mich sicherlich mindestens ein Pfund zusätzlich gekostet. Immerhin, meine Verdauung fühlt sich jetzt wieder halbwegs normal an, wobei das leichte Verstopfungsgefühl, das ich schon seit der Chemo habe, mir weiter erhalten geblieben ist. Immerhin, auch das hatte ich aber schon sehr viel heftiger als jetzt.
Mit den Flohsamenschalen habe ich bis jetzt nicht wieder begonnen. Ich glaube zwar nicht, daß die Flohsamenschalen schuld an dem Problem waren, aber ich habe den Verdacht, daß sie die Wirkung des Wasauchimmer verschlimmert haben, das ich da hatte. Ich tippe tatsächlich darauf, daß es an irgendeinem Lebensmittel lag, das ich zu mir genommen hatte. Vermutlich war es der Rest Nudelsalat, vielleicht die Eier darin. Aber jedenfalls hat das meiner Meinung dazu geführt, daß die Darmpassage an einer spezifischen Stelle verengt war, denn genauso fühlte sich das an. Es führte neben dem unvermeidlichen Druckgefühl auch zu Schmerzen, und zwar relativ weit oben im mittleren Rückenbereich. Nach dem Befreiungsschlag mit dem Dulcolax wanderte das Druckgefühl deutlich tiefer, aber erst während des langen Fastenintervalls verringerte es sich auf das Level, das zuvor normal gewesen war.
Keine Ahnung, ob ein Arzt zu einer anderen Schlußfolgerung wegen des Auslösers gelangt wäre, und ich werde es auch nie erfahren, da das Problem ja jetzt gelöst ist. Falls ich aber recht hatte, ist mehr Volumen beim Darminhalt natürlich nicht gerade hilfreich. Deshalb wollte ich mit den Flohsamenschalen in jedem Fall abwarten, bis ich wieder beim "Vorher-Zustand" bin, und das sollte jetzt in etwa wieder der Fall sein. Vermutlich fange ich nächste Woche wieder an, aber anstelle von zwei Teelöffeln beschränke ich mich künftig lieber - bis auf weiteres - auf einen. Nur für den Fall, daß die Sache doch noch nicht ganz in Ordnung ist.
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Vorgestern habe ich auf Bluesky nach einigem Zögern den gefühlt am schärfsten formulierten Beitrag abgeschickt, den ich dort bislang geschrieben hatte, und ich habe tatsächlich mehr als nur kurz nachdenken müssen, bevor ich auf Senden ging. Das passiert mir eher selten, und generell bemühe ich mich, auf Bluesky meine polemischen Anwandlungen nicht zu weit zu treiben. Aber hier ging es um die Frage, wie man reagieren darf und sollte, wenn andere einen implizit am liebsten einfach sozialverträglich tot umfallen sehen würden. Ich finde, da darf man schon mal den Ton etwas verschärfen.
Die gelassene Antwort ehrte den Adressierten dann wieder, denn die Threaderstellerin war offenbar über mich so schockiert, daß sie mich als Reaktion geblockt hat. Ich war auf mehr als eine aggressive Antwort von unterschiedlichen Boomer-Hassern gefaßt gewesen, aber das kam nicht. Leider. Denn ich hätte mich eigentlich ganz gerne mit solchen Reaktionen auseinandergesetzt, dabei mehr über den Blickwinkel, aus dem heraus so geurteilt wurde, erfahren, und vielleicht auch bei der Gegenseite den einen oder anderen Aha-Effekt erzeugt. Vermutlich ist es symptomatisch für unsere Zeit, sich solchen Auseinandersetzungen lieber von vornherein zu entziehen und sich im Kreise Gleichgesinnter für seine Meinungsäußerungen lieber im Chor beklatschen zu lassen. Ich bin davon ja auch nicht völlig frei.
Ob der von mir Angesprochene erkannt hat, daß ich ihm einen Spiegel vorhalten wollte, ihn zwingen wollte, wahrzunehmen, was das, was er schrieb, für seine eigenen Eltern bedeuten würde, weiß ich natürlich nicht, aber wenn es so gewesen wäre, hätte er sich wohl für seinen Beitrag entschuldigt, also nehme ich an, das war nicht der Fall. Wie auch immer, ich habe bloß in gleicher Stärke zurückgehauen, als mir auf die linke Wange geschlagen wurde, und als alter Heide, der der christlichen Lehre sowieso nicht folgt, darf ich das auch. Also bleibt nur die Hoffnung, daß mein Satz ihm oder anderen, die ihn gelesen haben, bei dieser oder jener Gelegenheit wieder in den Sinn kommt und dort an den Überzeugungen an irgendeiner Stelle eine leicht bröckelnde Erosion auslöst.
Tatsächlich trifft die geplante Änderung, falls sie wirklich kommen sollte, als erstes sowieso die Boomer in ihrer Eigenschaft als Angehörige von Pflegebedürftigen, und das häufig gleich unmittelbar nach Inkrafttreten. Denn im Moment sind wir noch zwei bis drei Jahrzehnte vom Eintreten der Pflegebedürftigkeit für einen größeren Anteil unserer Altersgruppe entfernt. Dafür haben viele von uns noch lebende Eltern bzw. Elternteile in der Altersgruppe Ü80, und da sieht die Sache schon anders aus. Achtzig Jahre ist heute ja kein Alter mehr. Vermutlich trifft man inzwischen auch auf dem Mount Everest Achtzigjährige an. Erst im Laufe des folgenden Jahrzehnts steigt der Anteil der Pflegebedürftigen ständig weiter an, und bei denen, die ihren neunzigsten Geburtstag hinter sich haben, liegt er dann fast bei 90 Prozent. Das gilt, obwohl das Durchschnittsalter bei Pflegeleistungen bei knapp unter 80 Jahren liegt. Das hat damit zu tun, daß die Zahlen Menschen vom Säuglings- bis zum Greisenalter enthalten.
Bleiben wir an dieser Stelle trotzdem weiter bei alten und sehr alten Menschen, die aus der Pflegeversicherung Leistungen beziehen. Sie machen ja den größten Teil der Pflegebedürftigen aus, und die Eltern meiner Generation werden gerade nach und nach zu einem immer größeren Teil pflegebedürftig.
Knapp 5,7 Millionen Menschen haben einen Pflegegrad. Davon beziehen ungefähr 432.000 Sozialhilfe, sei es ganz oder aufstockend. Weiter aufgeschlüsselt:
- Von 4,89 Millionen, die zu Hause gepflegt werden, beziehen 82.000 Sozialhilfe
- Von 800.000, die in einem Pflegeheim sind, beziehen knapp 354.000 Sozialhilfe.
Denvon Pflegebedürftigen noch aus eigenen Mitteln zu stemmenden Kostenrahmen übertreffen also vor allem die Heimkosten.
Es würde mich interessieren, wie stark in Pflegeheimen Kinderlose bereits jetzt überrepräsentiert sind. Denn häusliche Pflege kommt viel schneller an die Grenzen des Möglichen, wenn keine Angehörigen sich zusätzlich um den zu Pflegenden kümmern. Der Anteil der dauerhaft Kinderlosen in den Jahrgängen der zu Pflegenden, die typischerweise in den dreißiger und vierziger Jahren geboren sein müßten, war geringer als in meiner Generation, machte aber immerhin unter den Frauen ca. 20 Prozent aus. Es ist zu vermuten, daß sie in Pflegeeinrichtungen zu mehr als 20 % vertreten sind und dort wohl auch häufiger Sozialhilfe beziehen, da Frauen sowieso in Pflegeheimen überrepräsentiert sind und ihre Rentenansprüche meistens deutlich niedriger als die von gleichaltrigen Männern liegen.
Dafür war es aber die Kindergeneration, die sie in die Welt gesetzt hat, in der immer mehr eine akademische Bildung erworben haben, mit der im Durchschnitt eine deutlich höhere berufliche Mobilität verbunden ist. Wessen Kind Elektriker oder Bankkauffrau wurde, bei dem kann man annehmen, daß die meisten ihrer Kinder in einem Radius von um die 50 Kilometer vom Elternhaus wohnen, und häufig wohnt eines mindestens im selben Ort oder sogar im gleichen Haus. Wer allen seinen Kindern den Bildungsaufstieg ermöglichen konnte, hat typischerweise, wenn die Pflegebedürftigkeit eintritt, lauter Kinder, die ziemlich weit weg wohnen. Auch dann führt eine Pflegebedürftigkeit schneller zu einer Aufnahme in eine stationäre Pflegeeinrichtung, vor allem, wenn die erwachsenen Kinder bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit noch im Berufsleben stehen oder sich noch um ihre heranwachsenen Kinder kümmern müssen.
Damit sind also die Gruppen schon einmal eingekreist, an die vermutlich der höchste Anteil an aufstockender Sozialhilfe fließt:
- Kinderlose, im Prinzip aller Altersgruppen, aber natürlich sind die Altersgruppen Ü85 besonders stark vertreten.
- Die Eltern der heutigen Boomer, deren Kinder aus beruflichen oder anderen Gründen nicht in ihrer Nähe bleiben konnten oder wollten.
Bei den Kinderlosen gibt es im Falle von Sozialhilfebezug bei niemandem etwas zu holen, also will man sich an den Kindern der anderen Gruppe schadlos halten. Und das ist im Moment nun einmal nicht die Generation meines Sohnes, sondern meine Generation. Unsere Kinder sind natürlich indirekt trotzdem mitbetroffen. Denn die Beträge, die wir für die Pflege der Eltern trotz eines mittleren bis bescheidenen Einkommens aufbringen müssen, fehlen ja wieder uns bei der Altersvorsorge und können deshalb, wenn es blöd läuft, in dreißig Jahren dazu führen, daß unsere Kinder dann auch wieder die Differenz zwischen Pflegeheimkosten und Pflegegeld plus Rente bezahlen müssen, falls wir deshab keine oder deutlich niedrigere Rücklagen haben, die schnell aufgebraucht sind.
Es ärgert mich wirklich sehr, wenn so getan wird, als würden hier Boomer der Generation ihrer Kinder und Enkel Geld "absaugen", weil das einfach nicht stimmt. Schon die Formulierung ist eine Frechheit. Als würden wir als Zecken betrachtet, die man am besten einfach totschlagen sollte. Im Gegenteil sind erst einmal diejenigen Boomer, die Kinder bekommen haben - also auch für die wohlstandsverwahrloste Brut verantwortlich sind, die uns jetzt das Schwarze unter dem Fingernagel nicht gönnen will -, diejenigen, die die Kinderlosen ihrer Altersgruppe quersubventionieren müssen. Diejenigen unter uns, die nicht so reich geworden sind, wie die Jungen uns das dauernd unterstellen, und deren Pflege ihre Kinder einmal Geld kosten kann, wenn es dumm läuft, sind aber kaum Profiteure von irgendwelchen Ungerechtigkeiten zu Lasten der Jüngeren gewesen. Andernfalls brächte sie die Pflegebedürftigkeit kaum in Geldverlegenheiten. Der Vorwurf trifft also in jedem Fall die Falschen, auch wenn er höflicher umformuliert wird.
Nun könnte man sagen, die Kinderlosen haben ihre Kosten-Nutzen-Bilanz in Bezug auf die Pflegeversicherung am besten optimiert, auch wenn ihre Pflegeversicherungsbeiträge höher ausfallen. Aber im Fall der Pflegebedürftigkeit beneide ich sie auch nicht. Meine Mutter ging um die Jahrtausendwende heraum regelmäßig zwei- bis dreimal die Woche ins Heim, nicht nur, um meine Großmutter zu besuchen, sondern auch, um sich zu vergewissern, daß alles in Ordnung ist, ggf. die Pflegerinnen anzusprechen, wenn es irgendein Problem gab, um die Wäsche zu holen und wieder zu bringen und so weiter. Glücklicherweise klappte es überwiegend alles gut, aber vor einiger Zeit erzählte mir ein Bekannter, daß es im Pflegeheim, in dem seine hochbetagten Eltern waren, ständig Probleme mit nachlässiger und eben gleichgültiger Pflege gab, die durchaus manchmal auch gravierende Auswirkungen hatten, etwa Wundliegen. Wie soll das dann aber erst bei Pflegebedürftigen sein, bei denen keine Angehörigen ständig nachhaken und Versäumtes notfalls einfordern? Die Pflege von Kinderlosen, die die Kosten nicht komplett selbst aufbringen können, sollte theoretisch zwar ebensogut sein wie die der Pflegebedürftigen mit Kindern. In der Praxis kann man sich freilich nicht darauf verlassen, daß es ohne regelmäßige kritische Blicke von Angehörigen wirklich so ist. Je weniger der Gepflegte selbst die Möglichkeit hat, seine Rechte einzufordern, desto höher das Risiko, daß ihn wirklich beschissene letzte Lebensjahre erwarten. Auch wenn sie die Angehörigen - oder die Allgemeinheit - so viel Geld kostet, daß nur eine Minderheit sie aus eigenen Geldmitteln bezahlten könnte.
Am Ende ist eine solche Kalkulation also auch eine Mogelpackung.
Aus dem Pflegeheim am Ort ist kürzlich ein Bewohner "ins Wasser gegangen", so wurde mir das erzählt, in einer Formulierung, die so antiquiert klang, als hätte ich sie in einem Schundroman aus dem 19. Jahrhundert gelesen. Und doch trifft das, was in diesem Begriff alles an Assoziationen mitschwingt, die Sache verblüffend präzise. Man fand am Ufer seinen Rollator und einen Abschiedsbrief. Ich weiß nicht, was der Auslöser war, aber offenbar war er an einem Punkt angekommen, an dem das Weiterleben und die darin noch enthaltenen Perspektiven ihm ein Schicksal schlimmer als der Tod schienen. So, wie genau diese trübselig erscheinende Perspektive auch bei einem damaligen "gefallenen Mädchen" wohl der Auslöser gewesen ist, das Leben lieber gleich zu beenden, als es auf diese Weise weiterführen zu müssen.
Unsere Gesellschaft leidet an einer Unzahl innerer Widersprüche. Niemand bezeichnet Pflegebedürftige als "unnütze Esser", und doch denken ihn die selbst davon Betroffenen wahrscheinlich gar nicht so selten über sich selbst. Vor allem dann, wenn sie während ihres Arbeitslebens selbst immer überzeugte Anhänger des Leistungsprinzips gewesen sind. Aber der Umgang mit denen, die unserer Wirtschaft nicht mehr so richtig nützlich sind, enthält das zwischen den Zeilen halt doch auch, und selbstverständlich wird das von den Betroffenen auch vielfach wahrgenommen, und es schmerzt dann auch. Das ist ein strukturelles Problem in einer Zeit, in der die meisten zwar von allem den Preis, aber von nichts mehr den Wert kennen. Bestenfalls kann man wohl erwarten, daß die Form gewahrt wird und niemandem seine Pflegebedürftigkeit offen zum Vorwurf gemacht wird. Aber gerade deshalb ist es mir ein Anliegen, wo nicht einmal das mehr für nötig gehalten wird, auch deutlichere Worte bei meinem Widerspruch zu finden.
Die Pflegeversicherung muß wirklich so ausgestaltet werden, daß mit den Einnahmen die Ausgaben gedeckt werden können, auf welche Weise auch immer das geschehen soll. Die komplette Abschaffung der Einkommensfreigrenze für Angehörige von Pflegebedürftigen ist nicht wünschenswert und ich hoffe, dazu kommt es nicht. Aber eine Untergrenze von 100.000 Euro Haushaltseinkommen finde ich tatsächlich sehr großzügig. Das ist immerhin das Jahreseinkommen der bestverdienenden zehn bis 15 Prozent. Bei denen kann man ja in den allermeisten Fällen davon ausgehen, daß ein Einspringen der Kinder von vornherein gar nicht nötig wird, weil schon die Eltern genügend Geld haben, um den Teil der Kosten, der aus dem Einkommen nicht abgedeckt wird, für den gesamten Pflegezeitraum aus ihren Rücklagen tragen zu können. Ich würde eine Einkommensgrenze so setzen, daß die bestverdienenden 25 Prozent eine Eigenbeteiligung leisten müssen, wenn ihre Eltern Sozialhilfe benötigen. Damit wäre auch die Wirkung der Inflation von vornherein mitberücksichtigt, das Jahreseinkommen würde sich dann entsprechend anpassen.
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Inzwischen hat der Ortstermin unseres Klimatechnikers stattgefunden und wir haben das Gefühl, tatsächlich die richtige Person für unser Anliegen gefunden zu haben. Wir wurden ausgiebig zu allen Punkten beraten, die wir wissen wollten, und zu einigen, auf die wir von alleine gar nicht gekommen wären. Der Mann hat 17 Jahre Erfahrung in diesem Bereich und wirkt sehr kompetent. Er hat uns auch einige Detail erzählt, in denen die Realität von den Hochglanzprospekten der Hersteller abweicht. Nun warten wir auf das Angebot, das zwei Varianten enthalten wird, nämlich einmal Multisplit mit zwei Innengeräten und einmal zwei Monosplit-Anlagen. Ich tendiere zu letzterem, auch wenn es etwas mehr kosten wird. (Insgesamt rechne ich mit Kosten von unter 10.000 Euro, mit ein bißchen Glück deutlich darunter.) Erstens ist der Wirkungsgrad dann besser, zweitens kann man beide Anlagen vollumfänglich individuell einstellen.
Mir scheint es naheliegend, statt des teureren Modells von Mitsubishi, mit dem er mehr als zehn Jahre Erfahrung hat, oder dem noch teureren von Bosch, das nicht mehr als technische Gleichwertigkeit zu bieten hat, das billigere von LG zu nehmen, mit dem er in bislang zwei Jahren keine typischen immer wieder auftauchenden gerätebedingten Probleme hatte, aber die Hand für längere Zeiträume mangels eigener Erfahrung nicht ins Feuer legen kann. Mir kam dazu nämlich das Langlebigkeits-Argument für Tupperware in den Sinn. In Wirklichkeit wirkten Tupper-Sachen aus den Siebzigern doch schon in den Neunzigern antiquiert und wurden genauso wie Billig-Kunststoffbehälter durch schickere neue Modelle ersetzt. Genauso geht es natürlich auch bei Klimaanlagen, die ein gewisses Alter überschritten haben. Muß man sie ersetzen, bekommt man Geräte, die besser sind, einen höheren Wirkungsgrad haben und deren Einbau weniger kostet, weil die Leitungen ja weitergenutzt werden können. Es kann aber auch sein, daß unser Gerät trotz aller Sorgfalt nicht optimal dimensioniert sein wird, und dann hat man früher die Gelegenheit, das zu korrigieren. Das heißt, der niedrigere Preis jetzt könnte in diesem Fall auch längérfristig vorteilhaft sein.
Im Arbeitszimmer hat der Klimatechniker anstelle eines der üblichen Wandgeräte ein Truhengerät vorgeschlagen. Er sah nämlich sofort die perfekte Stelle, von der aus dieses Gerät bei offenen Tür auch das Schlafzimmer problemlos mitheizt und -kühlt. Wobei das Kühlen im Schlafzimmer sehr viel wichtiger als das dort sowieso nur wenig genutzte Heizen ist. Im Winter werde ich voraussichtlich die Verbindungstür beider Räume tagsüber geschlossen halten und lediglich am Abend für ein Stündchen auflassen. Im Moment steht an der Stelle für das Truhengerät ein kleiner Schiebentürenschrank, aber den stelle ich ohne Bedauern an eine andere Stelle. Überraschenderweise weiß sogar schon, welche.
Vor Beginn der Arbeiten werden wir natürlich noch einen Förderantrag stellen, aber dann den Einbau unverzüglich vornehmen lassen. Ungewiß ist zwar, ob wir die Förderung auch bekommen, und es kann Monate dauern, bis wir darüber einen Bescheid bekommen (und bis Geld fließt, dauert es noch länger). Aber zum Glück ist die Förderung für uns ja auch nur ein Nebenaspekt. Wir nehmen das Geld, wenn wir es bewilligt bekommen - und für zwei Monosplitanlagen spricht, daß eines der Innengeräte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit förderfähig sein wird. Das Truhengerät ist eine wackligere Sache. Andernfalls nutzen wir eben die Möglichkeit, die Sache steuerlich geltend zu machen, was wohl in jedem Fall möglich ist. Im schlimmsten Fall kriegen wir bei einem oder beiden Geräten statt 30 Prozent Förderung 20 Prozent, die steuerlich geltend gemacht werden können.
Unerwarteterweise hat sich dafür die Sache mit dem Balkonkraftwerk etwas verkompliziert, weil der Handwerker meines Vertrauens, der die Installation auf seiner Website auch anbietet, dieses Angebot leider eingestellt hat. Balkonkraftwerke, sagte er, hätten ihm nur Scherereien eingebracht. Ich nehme an, die Leute haben sich von ihm beraten lassen und dann Billigmodule im Baumarkt gekauft. Da ist es natürlich einzusehen, daß er keine Lust mehr hat, unbezahlte Arbeitszeit auf so etwas zu verschwenden. Aber Pech für uns, denn auf einen Monteur, den uns der Baumarkt heraussucht, greifen wir nur zurück, wenn wir wirklich keine andere Möglichkeit finden, weil das vermutlich ein längere Zusammenarbeit wird, bei der mindestens ein- oder zweimal die Anlage erweitert wird. Und bei Do-it-yourself kann man einfach zuviel falsch machen, wenn man, wie wir, das Balkonkraftwerk nur als Zwischenstation nutzen und in einem Zeitrahmen von zwei bis drei Jahren aufeine "erwachsene" Anlage erweitern will. Diese ganzen Renditeberechnungen, in denen die Ersparnis durch möglichst hohe Eigenleistungen immer so vorteilhaft dargestellt wird, berücksichtigen den Faktor "Anfängerfehler" natürlich nie.
Also bin ich mal wieder auf Handwerkersuche.
Einen Handwerker habe ich auf Empfehlung von privat angemailt und, Überraschung, bislang keine Antwort bekommen. Der Klimatechniker arbeitet aber, wie sich herausstellte, auch mit einem solchen zusammen und wird ihn mal direkt fragen. Mal sehen, ob einer der beiden sich bei uns meldet, und wenn ja, welcher von ihnen schneller reagiert. Falls es beide sind, möchte ich Angebote von beiden, wobei mir die Empfehlung des Klimatechnikers eigentlich die bessere Option zu sein scheint. Eine Empfehlung von jemandem, der regelmäßig mit dem Empfohlenen an Projekten arbeiten muß, ist, glaube ich, ein bißchen mehr wert als eine von jemandem, der nur einmal eine Anlage von ihm installiert bekommen hat.
Es gibt da eine Website, auf der man die Sonneneinstrahlung für sein Haus überprüfen und den möglichen Ertrag berechnen kann. Das war ziemlich interessant, aber auch ein wenig ernüchternd, denn es stellte sich heraus, daß ich in den Sommermonaten mit einem komplett mit Solarmodulen ausgestatteten Werkstattdach wohl in jedem Fall unerwartet viel an überschüssigem Strom haben werde, der auch die Kapazitäten eines großzügig dimensionierten Speichers übersteigt. Ich habe aber überhaupt keine Lust, diese Überschüsse ins Netz einzuspeisen. Das ist MEIN Strom. Ich will ihn selbst nutzen. Deshalb ist mir auch die gerade so lebhaft diskutierte Streichung der Einspeisevergütung im Prinzip egal. Ich würde nie Strom deshalb selbst erzeugen wollen, weil ich auf Einspeisevergütung scharf wäre.Wir werden deshalb, wenn wir von Balkonanlage auf eine "erwachsene" Solaranlage wechseln, wahrscheinlich den überschüssigen Strom, der in den Sommermonaten trotz Speicher wohl nicht vermieden werden kann, an unseren Nachbarn verschenken, sofern er ihn haben will. Bevor ich meinen Strom an die EnBW verschenken muß, finde ich es allemal besser, ihn dem netten Nachbarn zu schenken, der uns schon so viel geholfen hat. Eine Photovoltaikanlage hat er jedenfalls im Moment nicht, sondern eine Solarthermieanlage, und damit auch nur noch begrenzte Kapazitäten auf seinem Dach. Also hätte er für unsere zu erwartenden sommerlichen Überschüsse höchstwahrscheinlich Verwendung. Was mir an der Idee auch gefällt, ist, daß der Weg von unserer Haushälfte zu seiner so kurz ist, daß keine oder jedenfalls nur sehr geringe Übertragungsverluste entstehen. Das gefällt meiner schwäbischen Hausfrauenseele, die Verschwendung nun einmal nicht ausstehen kann.
Unklar ist mir einstweilen noch, ob eine Direktleitung zulässig ist oder wir dafür wahrhaftig als zwei Teile einer Doppelhaushälfte auch das Netz nutzen müssen, das natürlich laufende Kosten erzeugt, die ich der EnBW nun einmal nicht gönnen mag. Unter dem Link im letzten Absatz hieß es, eine Direktleitung sei zulässig. Anderswo las ich aber, es ginge nicht. Nun gut, bis die Sache spruchreif wird, kann es ja noch zwei, drei Jahre dauern. Bis dahin kann sich an der Rechtslage alles mögliche geändert haben. Vielleicht finden wir in dieser Zeit ja auch einen anderen Dreh, nach dem die Nachbarn unseren Stromüberschuß legal nutzen können, ohne daß die EnBW dabei die Hand aufhalten darf.
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Im Garten tobt, wie zu dieser Jahreszeit üblich, das Leben. Anders als letztes Mal haben uns die Schnecken diesmal etwas zu schaffen gemacht, und eine Woche lang sind wir nach Einbruch der Dunkelheit mit der Taschenlampe zum Schneckeneinsammeln rausgegangen, um sie daran zu hindern, an unseren Zucchinipflanzen einen Meuchelmord zu begehen. Da es jetzt heiß und trocken ist, dürfte das Problem sich erledigt haben. Vorsichtshalber haben wir aber die gefährdetsten unserer Pflanzen mit Schneckenkrägen geschützt. Merkwürdigerweise haben die Schnecken unsere Kartoffeln ganz ignoriert, die Pflanzen wachsen und gedeihen vortrefflich, und die hinter dem Hühnerstall haben inzwischen Blütenknospen. Die vorne an der Terrasse brauchen wohl noch ein Weilchen.
An unseren Vogelfutterstellen findet sich inzwischen eine ganze Schar halbstarker Jung-Kohlmeisen samt einem Elternteil ein. Jetzt ist meine Welt wieder in Ordnung, ich hatte mich nämlich schon gewundert, daß bislang noch gar keine Jungvögel bei uns zu sehen waren.
Wir haben Vogeltränken im Einsatz, aber bislang werden sie wohl nur ganz sporadisch genutzt, beobachtet habe ich das jedenfalls bislang nur einmal. Aber bei der jetzigen Hitze sind sie der Hit bei den Feldwespen, die natürlich auch dieses Jahr meinen Rolladenkasten besetzt haben und vermutlich noch weitere Nester in der Nähe haben. Sie brauchen das Wasser, um ihre Brut zu kühlen.
Ach ja, und unter dem Dach haben wir das möglicherweise schwangere Besuchs-Mäuschen gefangen und zum Flußufer gebracht. Dreimal hat es uns besucht, dann ging es in die Falle. Seitdem sind im Mäusekino nur noch gelegentlich vorbeistelzende Spinnen zu sehen gewesen.
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