Mittwoch, 4. Februar 2026

Zum Weltkrebstag: Warum hassen die beim RKI uns eigentlich so sehr?

Mein Gewicht heute morgen nach dem ersten von zwei nicht verbundenen Fastentagen diese Woche: 74,7 Kilogramm. Ungefähr das, womit ich auch gerechnet hatte. Viel mehr wüßte ich im Moment auch gar nicht über die Entwicklungen bei mir zu erzählen, ich liege halbwegs im Plan, und nichts daran ist besonders aufsehenerregend. 

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Vor ein paar Tagen kam in den Radionachrichten die Meldung, das RKI habe gemeldet, daß im Laufe seines Lebens fast jeder zweite Deutsche an Krebs erkranken werde. Es sei wichtig, dafür ein Bewußtsein zu wecken. Wie es meine Gewohnheit ist, habe ich die Quelle für die lapidare Radiomeldung gesucht und am Ende auch gefunden. Es gibt offenbar einen Weltkrebstag (der war bislang meiner Aufmerksamkeit entgangen), nämlich am heutigen 4. Februar. Aus diesem Anlaß findet das RKI es also wichtig, daß jeder Bürger sich mit dem Gedanken vertraut macht, daß er mit einer Wahrscheinlichkeit von beinahe fifty-fifty ein Schicksal erleiden wird, von dem die meisten Leute glauben, es sei schlimmer als der Tod, und an dessen Ende als Bonus außerdem noch eine besonders gräßliche Art zu sterben stehen werde. Weshalb sie es für gewöhnlich vorziehen, darüber lieber nicht nachzudenken. Das RKI findet, man solle sie daran hindern. 

Warum hassen die beim RKI uns eigentlich so sehr? 

Natürlich ist es in Wirklichkeit ja gar nicht so, daß jede Krebsdiagnose in einen gräßlichen Tod am Krebs führen wird, wie das ganz bestimmt und zu Recht vom RKI nun eiligst eingewandt würde und mir natürlich bestens bekannt ist. Nur, das war nicht die Botschaft, wie sie im Radio verbreitet wurde, und diese Botschaft traf auf Menschen, deren Wissen über Krebs bereits vorgebildet wurde, und zwar neben den Erfahrungen mit Krebserkrankungen im eigenen Umfeld vor allem durch die Botschaften der Krebspräventionsarbeit. Die Logik  dieser ebenfalls vom RKI mitgepflegten Bewußtseinsbildung geht aber davon aus, daß der Verzicht auf Dinge, die uns angenehm sind, die aber die Gefahr einer Krebserkrankung gemäß der Schulweisheit vergrößern, bei den Leuten nur erreicht werden kann, indem man die Schecken der Bestrafung dieses Verhaltens lustvoll in den gräßlichsten Farben ausmalt. Dies wird uns schon so viele Jahrzehnte lang nonstop eingehämmert, daß das RKI eigentlich genau wissen sollte, was damit bei den Empfängern der Botschaften ausgelöst wird: ein breites Spektrum möglicher unerwünschter Reaktionen zwischen den Polen "Verdrängen und Weitermachen wie bisher" und "Zwangshandlungen und Panikattacken". 

Mehr "Bewußtsein wecken" auf dieser Basis bedeutet natürlich auch mehr von diesen unerwünschten Reaktionen. Und da dieses Bewußtsein ja pausenlos auf die unterschiedlichste Weise geweckt wird (unglaublich, daß so getan wird, es geschehe in diesem Bereich immer noch zu wenig), wirft das die Frage auf, warum das Wecken des Bewußtseins offenbar nicht so wirkt, wie es vorausgesetzt wird. Und die Folgefrage, warum man es trotzdem immer weiter mit der Methode "Noch mehr vom Gleichen" weiterversucht. 

Augenscheinlich haben wir, was Krebs betrifft, ein grundsätzliches Kommunikationsproblem. Ich würde dem RKI dringend raten, sich endlich einmal vorrangig mit der Frage zu befassen, was genau sie eigentlich meinen, wenn sie davon sprechen, sie wollten "Bewußtsein wecken", bevor sie damit anfangen, es tun zu wollen. Ich weiß nicht, was das für Leute sind, die dort die Eckpunkte der Kommunikationsstrategie festlegen, aber wer auch immer sie sind, sie sind es doch, denen das richtige Bewußtsein fehlt, und zwar für das, was sie mit ihrer Art der Kommunikation bewirken. Wo der Hund begraben ist, zeigt sich ja auch daran, was für ein häufiger und schwerwiegender psychischer Belastungfaktor bei aktuell krebsfreien ehemaligen Krebspatienten die Angst vor der Wiederkehr des Krebses sogar über Jahrzehnte hinweg bleiben kann und nicht selten erhebliche Begleitsymptome hat, von Schlafstörungen bis zur ausgewachsenen Depression. Hier unbedingt noch mehr Bewußtsein wecken zu wollen, grenzt meines Erachtens an Körperverletzung. Aber sicherlich kennt auch jeder völlig Gesunde, deren Ängste vor Krebs auch ohne bewußtseinsweckende Maßnahmen schon weit über jedes vernünftige Maß hinausreichen. Bei denen ist das ebenso. 

Ein Bewußtsein wecken müßte man allerdings darüber, daß diesem jeden Zweiten deshalb nicht zwangsläufig auch der gedanklich von fast jedem damit verknüpfte baldige und besonders gräßliche Krebstod bevorsteht. Denn in Wirklichkeit trifft das ja schon jetzt nur auf eine Minderheit zu. Und es gibt ja außerdem auch manche ermutigenden Entwicklungen, also auch die Hoffnung, daß diese Minderheit künftig immer kleiner wird. Das alles ist sogar unabhängig davon, daß die Therapien meiner Meinung nach auf falschen Grundannahmen über die Krebsentstehung beruhen und, wenn sich das einmal ändert, noch sehr viel wirksamer sein könnten. 

Krebs ist eine Scheißkrankheit. Aber es wäre überfällig, sie endlich mal zu "entdämonisieren". Die Botschaft zum Weltkrebstag vermittelt ziemlich genau das Gegenteil, solange das nicht geschehen ist. 

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Peter Attia, von dem ich einmal so viel gehalten hatte, kommt massenhaft in den Epstein-Files vor. Anscheinend war er ein persönlicher Freund von Jeffrey Epstein, der nach seiner Verhaftung 2019 in Untersuchungshaft unter so verdächtigen Umständen starb, daß sich bis heute Gerüchte halten, er habe nicht, wie behauptet, Selbstmord begangen, sondern sei ermordet worden. Für den Hauptverdächtigen für diesen Mord hält man dann für gewöhnlich den damaligen US-Präsidenten (der, wie es der Zufall fügte, heute wieder Präsident ist) oder sein Umfeld. Putin - Epstein hatte, wie sich aus den Files ergibt, zahlreiche und enge Verbindungen in den Kreml - habe ich noch nicht verdächtigt gesehen, läge aber, wenn man schon hier eine Verschwörung am Werk sieht, wohl genauso nahe. Aber das nur fürs Protokoll. Einstweilen habe ich zu dieser Frage keine Meinung, weil ich nicht tief genug in die Thematik eingestiegen bin und auch nicht die Absicht habe, das noch zu tun. 

Attia jedenfalls hat zu seiner Verbindung mit Epstein auf Twitter eine lange und emotionale persönliche Erklärung abgegeben, die man glauben oder es bleiben lassen kann. Ich habe dazu gemischte Gefühle. Einerseits traue ich es Attia wirklich nicht zu, an Epsteins Straftaten in irgendeiner Form mitbeteiligt zu sein. Andererseits bieten diese Epstein-Files Einblicke in soche Abgründe, daß ich niemanden, der Epstein kannte und freundschaftliche Gefühle entgegenbrachte, für unverdächtig halten möchte, solange diese Sache nicht gründlich untersucht ist. 

Außerdem haben wir jetzt 2026, und Epstein starb 2019. Das spricht aus meiner Sicht eher gegen die ehrliche Zerknirschung, die aus seiner jetzigen Botschaft zu sprechen scheint. Wäre er über die Verbindung zu einem stinkreichen Sexmonster, zu dessen Hobbys offenbar jahrzehntelang der Mißbrauch von sehr jungen weiblichen Teenagern gehörte, als wäre die Welt ein Schundroman von Harold Robbins, wirklich erschüttert gewesen, hätte er die Sache früher zur Sprache gebracht. Daß er es jetzt tut, spricht eher dafür, daß ihn vor allem erschüttert, daß die Verbindung ans Tageslicht gekommen ist und sein Ansehen ramponiert hat. 

Daß so etwas wie Epsteins Mißbrauchs-Netzwerk sich so lange halten konnte, zeigt, daß eine ganze Menge Leute entweder mitgemacht oder weggeschaut haben müssen. Auch wenn auf Attia sehr wahrscheinlich höchstens das zweite zutrifft, macht ihn das doch zu einem Teil eines Problems, über das zu reden ein wichtiger Bestandteil der dringend erforderlichen Aufarbeitung sein muß. Vorausgesetzt, es kommt zu einer Aufarbeitung überhaupt.

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Mäusebesuch hatten wir seit dem letzten Blogartikel exakt zweimal, den letzten davon am Samstag, 31.1. Es waren immer einzelne Mäuse, und ihr Verhalten unterschied sich deutlich von dem der Maus Pinky, die in der Falle immer Saltos schlug. Ich gestehe, damit hatte ich nicht gerechnet, daß es es einen so großen Unterschied machen könnte, wenn ich die Mäuse in den Fallen weiter wegbringe. Das Mauseloch unter dem Dach besteht noch immer, weil wir irgendwie gerade zu nichts kommen.

 

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