Mein Gewicht heute früh zu Beginn des ersten viertägigen Fastenintervalls des Jahres: 79,9 Kilogramm. Gerade nochmal davongekommen - denn über eine 80 heute hätte ich echt abgekotzt. Aber es hätte ins Bild gepaßt, denn schon nach der Low-Carb-Phase war ich ja enttäuscht, weil ich mit einer höheren Abnahme gerechnet hatte. Meine Überlegung, daß ich etwas anders machen muß, war offenbar richtig, und ich probiere es nach einem "normalen" Anfang mit Low Carb ab Woche drei damit, an den Eßtagen meine erste Mahlzeit erst um 15 Uhr einzuplanen.
Mein Mann hat noch keine Ahnung davon, daß ich im Anschluß an die nächste Low-Carb-Phase, die heute in einer Woche beginnt und bis Ende Februar dauern soll, außerdem wieder einen Endspurt plane. Das werde ich ihm noch schonend beibringen müssen.
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Es ist ja nicht so, daß ich sonderlich zuversichtlich gewesen wäre, was die weitere politische Großwetterlage betrifft. Daß das neue Jahr 2026 keine vier Tage andauern würde, bis ich mir das Vorjahr 2025 zurückgewünscht habe, hätte ich mir aber doch nicht träumen lassen. Trotzdem gibt es gerade jetzt auch einen kleinen Lichtblick, wenn er auch ein paar Schattenseiten aufweist: Die Ernährungspyramide wurde vom US-Gesundheitsministerium mit den aktualisierten Ernährungsempfehlungen quasi auf den Kopf gestellt und der Slogan dazu lautet "Eat real food". Abgeraten wird nun primär von hochverarbeiteten Lebensmitteln, Zucker, "ungesunden" Fetten (die zugehörige Definition fehlt mir noch, aber es dürften die minderwertigen Öle und Streichfette sein, die in den USA üblich sind) sowie Weizenmehl. Der Ernährungs-Mainstream hyperventiliert prompt und wie an der Schnur gezogen und ist - vermutlich ehrlich - überzeugt davon, diese Empfehlungen seien so schlecht, daß die Leute, die sich daran halten, in kürzester Zeit tot umfallen werden.
Ein paar der Mediziner aus der Low-Carb-Bubble bei Twitter haben an der Erstellung dieser neuen Ernährungsempfehlungen mitgewirkt. Das ist meiner Meinung nach einerseits eine gute Nachricht, denn bei aller Fehlbarkeit, die ich an ihnen ja schon wiederholt kritisiert habe, sind sie ein gutes Stück näher an der Wahrheit dran als diejenigen, die seither den Amerikanern vorbeteten, wie sie essen sollten. Die zugehörige schlechte Nachricht lautet, daß sie nun natürlich nicht nur den Gesundheitsminister Robert Kennedy jr., sondern auch seinen Chef Donald Trump wie einen Helden verehren.
Daß die Low-Carb-Community und die nachweislichen Erfolge dieser Ernährungsform bei Adipositas und Diabetes unter allen bisherigen sehr viel fachkundiger geführten US-Gesundheitsministerien ignoriert wurde, weil die Wissenschaft, auf die man sich dort verläßt, sie ebenfalls ignoriert, ist ja traurig genug. Daß die schlechteste Regierung, die die USA jemals hatten, das nun ändert, hat seine Ironie, zeigt aber auch, daß die Amerikaner nicht einfach nur bescheuert waren, als sie einem Donald Trump, noch dazu zum zweiten Mal, eine Mehrheit verschafften. Es lag vieles im argen, und das nicht nur im Gesundheitsbereich, und zwar etwas, das eigentlich nur strukturell bedingt sein kann und wofür das System keine ausreichenden Selbstheilungskräfte zu haben scheint. Ich bin weit entfernt davon, von Politik oder Wissenschaft Unfehlbarkeit zu verlangen, aber daß vieles gerade im Gesundheitsbereich nur "richtig" aussehen, aber keineswegs unbedingt die behauptete positive Wirkung bringen muß, kann ja niemanden zufriedenstellen. Wahrscheinlich läuft das in allen anderen Bereichen ganz ähnlich. Die Leute hatten zu Recht einen Rochus auf die Politik, wie sie in den letzten Jahrzehnten üblich war, in der immer vor allem viel Theaterdonner fabriziert wurde, aber die Wirkungen zu oft negativ ausfielen.
Ob sie mit den Geisteskranken, die sie nun regieren, glücklich werden, darf aber bezweifelt werden. Wahrscheinlich nicht einmal dann, falls die neuen Ernährungsempfehlungen lange genug Bestand haben sollten, um ihre praktische Wirksamkeit beweisen zu können. Denn ich gebe mich keinen Illusionen hin: Sobald die Regierung Trump endet, sind auch diese Ernährungsempfehlungen wieder Geschichte. Aus dieser Perspektive müßte man sich wünschen, daß sie kein vorzeitiges Ende findet - obwohl man aus allen anderen genau das Gegenteil herbeisehnen muß, denn falls Trump den Dritten Weltkrieg heraufbeschwören sollte, kann es gut sein, daß die Ernährungsrisiken einer Überflußgesellschaft sich von alleine erledigen, und das zu einem Preis, den niemand sich wünschen kann.
Was für ein Schlamassel. Ich wünschte mir, diese Kurskorrektur in der Ernährung wäre von einer auch ansonsten halbwegs vernünftigen Regierung vorgenommen worden. Aber halbwegs vernünftig zu sein, hat dafür leider nicht ausgereicht.
Ich frage mich, was Leute wie Dr. Tro über alle anderen Aspekte der Regierung Trump außerhalb des Ernährungsbereichs wirklich denken. Falls ihre unkritische Begeisterung für den "geliebten Führer" echt sein sollte, wäre das mal wieder eine praktische Demonstration, daß jemand, der an einer Stelle fundiert urteilt und adäquat handelt, deshalb trotzdem an anderen Stellen keinerlei Urteilsvermögen haben kann. Das ist etwas, was vielen über den Horizont geht: Auch bei Einstein lassen sich vermutlich ziemlich dumme Irrtümer und Fehlschlüsse nachweisen, sobald er über etwas außerhalb seines Fachgebiets urteilte - weshalb mich Zitate von solchen Leuten, die nichts mit ihrer eigentlichen Arbeit zu tun haben, aber uns demonstrieren sollen, wie wirklich kluge Menschen diese oder jene Sache sehen und wie wir sie also ebenfalls sehen sollten, selten so richtig beeindrucken.
Vielleicht sind die Low-Carbler insgeheim ja von manchen Teilen der US-Regierungslinie gar nicht so begeistert, nur behalten sie das für sich, um die Freude über das, was in ihrem Bereich geschieht, nicht zu trüben. Und wer kann es denen schließlich verdenken, die seit Jahren mit Low Carb in der medizinischen Praxis arbeiten, den Erfolg ihrer Arbeit nachweisen können und trotzdem immer nur ignoriert wurden, daß sie nun erst einmal begeistert davon sind, von der aktuellen US-Regierung endlich nicht mehr ignoriert zu werden?
In gewisser Weise ist ihr Verhalten geistesverwandt mit der Arschkriecherei von Staatsoberhäuptern aus aller Herren Länder, insbesondere auch Europa und leider Gottes auch durch unseren Bundeskanzler, nur eben aus der umgekehrten Richtung. Hier stand man bislang hilflos den Mechanismen in der Wissenschaft und ihrer Kommunikation gegenüber, in der man nicht durchdrang, dort steht man jetzt hilflos der Tatsache gegenüber, daß die jetzige US-Regierung sich so verhält, wie sich das jede vorherige auch hätte leisten können, es aber nicht tat, nämlich in einer knallharten Interessenpolitik das Recht des Stärkeren durchzusetzen. Das ist noch nicht einmal die Schuld von Friedrich Merz, so gerne ich sie ihm auch in die Schuhe schieben würde. Spätestens in Trumps erster Amtszeit hätte die damalige Regierung Merkel das wissen können und handeln müssen. Und da sie es nicht tat, wäre es anschließend Aufgabe der darauffolgenen Regierung Scholz gewesen. Trumps Abwahl hin, Joe Biden her: Niemand konnte sich nach einmal Trump darauf verlassen, daß so etwas nie wieder passieren würde, also hätte man eine Strategie der Reduzierung von Abhängigkeiten entwickeln müssen.
Trotzdem wünsche ich den Low-Carb-Leuten, daß sich die geänderten Ernährungsrichtlinien in den USA als Erfolg erweisen und vielleicht in zwanzig, dreißig Jahren rückblickend als eine entscheidende Weichenstellung für die Gesundheit der Amerikaner eingeschätzt werden. Ob es dann aber überhaupt noch eine Rolle spielen wird, was für Änderungen die Regierung Trump an der Ernährungspyramide vorgenommen hat? Man kann es nur hoffen, daß der Fallout an anderen, ebenfalls lange nachwirkenden und noch viel schlimmeren Problemen nicht so schlimm ist, daß diese Sache kaum noch eine Fußnote wert ist.
Weil vorhin auch das Stichwort "hochverarbeitete Lebensmittel" gefallen ist:
In einem Artikel über hochverarbeitete Lebensmittel, in dem ich ansonsten wenig fand, das mich interessiert hätte - für jemanden, der sich für das Suchtpotential dieser Art von Ernährung interessiert, mag das anders sein - stieß ich auf eine Definition, die mir sehr brauchbar vorkommt: Hochverarbeitete Lebensmittel im gesundheitlich bedenklichen Sinne sind diejenigen, die mit Mitteln und Methoden verarbeitet wurden, die man in der eigenen Küche nicht anwenden würde bzw. könnte. Das finde ich ein recht gutes Unterscheidungsmerkmal. Denn es stellt sich ja öfter mal die Frage, ob eigentlich Wurst oder Brühwürfel nicht ebenfalls hochverarbeitet seien, weil das manchmal einfach so behauptet wird. Die Antwort auf die Frage ist aber ein "Kommt darauf an", nämlich wie genau man das definiert. Nach der Definition "Alles, was mehr als x Zutaten enthält" wäre fast jede aus frischgekochten selbstgekochte Mahlzeit ja auch als hochverarbeitet zu betrachten.
Wurst aus dem Discounter ist typischerweise unter Schutzatmosphäre verpackt, beim Öffnen der Packung kann man das riechen. Das ist etwas, was man in der eigenen Küche nicht könnte. Wurst, wie sie bei einem handwerklichen Metzger hergestellt wird, ließe sich fast immer auch zu Haus herstellen. Auf YouTube finden sich Videos dazu, und irgendwann will ich das selbst auch mal probieren. Was die Brühwürfel betrifft, bin ich mir gerade nicht sicher, wie die industrielle Herstellung abläuft. Aber auch die kann man an sich auch zu Haus selber machen. Milchprodukte wie Schlagsahne oder Creme fraiche im Discounter enthalten dagegen immer Carragene. Die sind also allesamt ebenfalls hochverarbeitet nach obiger Definition, denn im traditionellen Produkt, das ich glücklicherweise über diverse Hofläden bekommen kann, gehört das nicht mit rein.
Wenn man Low Carb ißt, wird die Definition aber komplizierter, denn es gibt mittlerweile eine Masse LC-Rezepte, in denen dasselbe Zeug, das man sonst nur auf Fertiggericht-Inhaltsangaben liest, extra hinzugefügt werden muß, damit sie funktionieren. Meistens sind das Rezepte, die ein kohlenhydratlastiges Lieblingsgericht imitieren sollen. Dem soll dann mit Hilfe von Xanthan, Guarkernmehl oder Johannisbrotkernmehl oder dergleichen abgeholfen werden. Wenn ich in einem Low-Carb-Rezept eine dieser Bezeichnungen lese, klicke ich es sofort weg. Low Carb hat bei mir entweder mit normalen Zutaten zu funktionieren oder gar nicht, einzige Ausnahme dabei sind die Süßungsmittel Xylit, Erythrit und Stevia, die ich in der Regel mische.
Am Rande sollte außerdem noch erwähnt werden, daß Robert Kennedy jr. ausdrücklich angesprochen hat, daß Diabetes vom Typ 2 auch durch Ernährungsumstellung geheilt werden kann. Bei den Therapieoptionen scheint jetzt ein Low-Carb-Ernährung als eine von mehreren möglichen mit aufgenommen zu werden. Das ist eine weitere gute Nachricht in diesen trübseligen Zeiten. Low Carb wird bis auf weiteres Bestandteil des Ernährungs-Mainstreams, auch wenn das vielleicht bei einem Ende der jetzigen Regierung ebenfalls wieder ein abruptes Ende nehmen kann. Und jeder Tag, an dem das weiter gilt, bietet immerhin die Chance, daß Ärzte sich ein Bild davon machen, ob das was bringt und wenn ja, wieviel, und dieses Instrument weiter einsetzen wollen, einfach deshalb, weil es häufiger und besser funktioniert als das, was sie vorher verordnet haben.
Ob es möglich ist, Kennedy auch für Prof. Seyfrieds Arbeit zu interessieren? Und sollte ich mir das überhaupt wünschen? Auch wenn ich Kennedy nicht dämoniseren möchte, es hat schon etwas von einem Pakt mit dem Teufel, sich von Trumps Mannschaft - und zwar jedem einzelnen davon - nicht weitestmöglich fernhalten zu wollen. An Kennedy würde ich ja keinen zweiten Gedanken verschwenden, wenn der Wissenschaftapparat so funktionieren würde, wie er es der Theorie nach eigentlich tun sollte. Gerade im Fall von Krebs käme ich aber ernsthaft in Versuchung, doch ein Tänzchen mit diesem Teufel zu wagen.
Das ist ja immer so eine Sache, etwas Böses für eine gute Sache instrumentalisieren zu wollen. Wer nicht nur Goethes Faust, sondern auch Stephen King gelesen hat und die Geschichte vom Ende der Weimarer Republik kennt, der ahnt natürlich, daß so etwas fast immer ein böses Ende nimmt.
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Der tagelange Stromausfall in Berlin zeigt, daß es keine sinnlose Gedankenspielerei ist, so etwas als Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Dieses Jahr müssen wir unbedingt ran an diese Baustelle, erst einmal mit dem Balkonkraftwerk, und dann beobachten wir das erst mal ein Jahr lang, bevor wir über die nächsten Schritte entscheiden.
Irgendwo las ich, daß wir schon jetzt ernährungstechnisch besser für etwaige Notfälle ausgerüstet sind als die meisten, weil wir einen Gaskocher haben und bei Stromausfall also ohne Dosenfutter nicht völlig aufgeschmissen wären. Der Kocher ist noch nie benutzt worden, also wird es alleine schon ein Abenteuer werden, ihn in einem Notfall zum Einsatz zu bringen. Wenn alle Stricke reißen, werden wir wohl den Grill auf der Terrasse einetzen müssen. Mein Mann möchte im Garten außerdem einen Holzbackofen bauen. Das hat nichts mit Notfallvorsorge zu tun, aber dann könnte man in Notfällen auch backen.
Neuerdings stolpere ich auf Bluesky auch immer wieder über Bemerkungen zu den Notfallvorräten an Lebensmitteln, die man im Haus haben sollte. Das hat mich neugierig gemacht und ich habe mal die zugehörigen Empfehlungen des Landwirtschaftministeriums überflogen. Meiner Meinung nach sind wir in diesem Punkt schon jetzt sehr gut ausgestattet, und wenn ich den Inhalt des Gefrierschranks und der Gefriertruhe mitrechne sogar ausgezeichnet. Kurios finde ich freilich die Zusammenstellung. Abgepacktes Vollkornbrot, für zwei Personen 1,5 Kilogramm, dazu fällt mir nur eines ein: pfuideibel. Das hält sich außerdem ja auch nicht endlos, also müßte man das ständig im Alltag verbrauchen und für den Notfall neue Vorräte kaufen. Keine verlockende Vorstellung, ständig abgepacktes Brot essen zu müssen! Dafür fehlen in der Auflistung Mehl und Hefe ganz. Davon habe ich immer einen Vorrat von drei bis vier Kilo im Haus, Weizen, Dinkel und Roggen zusammengerechnet. Zwieback braucht niemand unbedingt, Knäckebrot habe ich hingegen - mein Mann mag das überhaupt nicht, aber ich esse das ganz gern - wenn kein Brot im Haus ist und ich keine Lust habe, schnell ein paar Pfannenbrötchen zu machen - für die ich ja auch den Gaskocher einsetzen könnte.
700 Gramm Kartoffeln für zehn Tage pro Person finde ich lächerlich wenig, dafür die Obstkonserven lächerlich viel. Zucker kam wiederum gar nicht vor - womöglich dachten die Autoren, daß das typischerweise stark gezuckerte Dosenobst ja ausreicht. Unter Ideologieverdacht steht bei mir auch die recht geringe Menge an Fetten und Ölen - 180 Gramm Streichfett wie z. B. Butter und 150 ml Speiseöl finde ich ziemlich wenig für zehn Tage. Mindestens bei Öl bin ich da immer wesentlich besser ausgestattet, ich verwende ja überwiegend Olivenöl und kaufe das in 3- bis 5-Liter-Kanistern im türkischen Lebensmittelmarkt. Einen neuen Kanister kaufe ich spätestens dann, wenn ich den Rest des alten in meine schöne Halbliterflasche umgefüllt habe, die für den Alltagsgebrauch besser als so ein Riesenkanister tauglich ist.
Alles in allem müßten wir eine Situation ganz gut überstehen können, in denen wir zehn Tage lang von unseren Vorräten leben müßten. Alleine schon, weil ich die Kartoffeln immer im 12,5-Kilo-Sack kaufe und im Gewölbekeller erfreulich lange lagern kann.
Aber angenommen, es kommt wirklich einmal zu einem Stromausfall, der zehn Tage lang anhält, dann werde ich wohl wenig Gelegenheit haben, auf diese Vorräte zurückzugreifen, weil ich sicherlich zehn Tage lang damit beschäftigt wäre, den Inhalt der Gefriertruhe aufzubrauchen, damit möglichst wenig davon verdirbt. Der wichtigere Teil der Vorsorge scheint es also doch zu sein, dafür zu sorgen, daß im Notfall die Gefriergeräte weiter funktionieren.