Mein Gewicht heute früh nach dem ersten von zwei nicht zusammenhängenden Fastentagen diese Woche: 74,5 Kilogramm. Diese Woche wird ein bißchen chaotisch bei mir, also mein Blogartikel gleich heute. Nächste Woche kann ich nun doch kein viertägiges Fastenintervall umsetzen, sondern beschränke mich auf die drei Tage von Montag bis Mittwoch. Warum? Weil mein Mann ab Donnerstag seinen Resturlaub von 2024 abfeiert. Diesen Urlaub werden wir nutzen, um den letzten Wohnungsverkauf endlich auch anzuleiern und hoffentlich auch innerhalb angemessener Zeit abschließen zu können - wenn es auch unwahrscheinlich ist, daß die Sache so schnell geht wie bei der vorigen Wohnung. Wir hatten es letzten Sommer ja bereits einmal versucht, aber im ersten Anlauf klappte es nicht, danach fehlte uns wegen des Umzugs die Zeit, anschließend war der Mieter ziemlich lange verreist und danach wollte ich erst mit der meiner Einschätzung nach leichter verkäuflichen kleineren Wohnung anfangen, was meiner Meinung nach auch die richtige Strategie gewesen ist, da die Käufersuche wirklich einfach war.
Da die letzte zu verkaufende Wohnung meinem Mann gehört, wird er die Besichtigungen übernehmen, deshalb haben wir das auf seinen Urlaub gelegt. Das Organisatorische drum herum ist mein Job, das hat sich auch gut bewährt. Der Mieter ist nächste Woche praktischerweise nachmittags ab ca. 15 Uhr daheim, also läßt sich ein erster Besichtigungstag wahrscheinlich schon nächste Woche am Donnerstag umsetzen. Einen zweiten Termin für Leute, die unter der Woche nicht können, planen wir am Samstag.
Ich bin schon unheimlich gespannt darauf, ob es diesmal vielleicht doch weniger zäh ablaufen wird als letzten Sommer. Bei dieser Wohnung war ich mir von Anfang an unsicherer als bei den beiden anderen Wohnungen gewesen, sowohl was den Preis als auch, was die Dauer der Käufersuche betrifft. Hinzu kamen dann noch Umstände, die nicht vorhersehbar waren, nämlich Schwierigkeiten mit der unfähigen Hausverwaltung - inzwischen wurde sie durch eine neue ersetzt - und dann eine unerwartet lange Abwesenheit des Mieters im Ausland.
Aber wer weiß, wofür es gut war. Im Lauf des Herbsts sah ich nämlich ausgerechnet für vermietete Wohnungen dieser mittleren Größe überall in der Stadt die Preise auf Talfahrt gehen, also war der Versuch letzten Sommer wohl auch zeitlich ungeschickt. Dieser Trend ist mittlerweile gestoppt. Wir haben unsere Preisvorstellung der Marktentwicklung gemäß nunmehr dennoch auch etwas nach unten korrigiert. Ein paar weitere Faktoren sind nun weniger ungünstig als letzten Sommer, das gilt nicht zuletzt auch für das Zinsniveau.
Also mal sehen, vielleicht wird es ja im zweiten Versuch doch einfacher als gedacht. Und wenn nicht, nehmen wir uns eben so viel Zeit, wie wir brauchen.
***
Was ich auch nicht einschätzen kann, ist, ob die beschissene Weltlage für unseren Verkauf eher günstig oder eher ungünstig ist, aber das wird sich demnächst ja ebenfalls herausstellen. Vorstellbar ist an sich beides: Daß Immobilien mit ihrer handfesten Nutzungslogik, die jeder begreifen kann, in unsicheren Zeiten gegenüber Aktien vorgezogen werden, aber ebenso, daß die wenn auch entfernte Möglichkeit eines Krieges auf deutschem Boden Immobilien plötzlich riskanter erscheinenen läßt. Wer vor zehn Jahren in der Ukraine eine Wohnung gekauft hat, dessen Vermögen liegt jetzt ja vielleicht in Trümmern oder ist von den Russen besetzt. Eine verlockende Geldanlage funktioniert irgendwie anders.
Wobei ich mir aber nicht vorstellen kann, daß die zweite Möglichkeit auch in Deutschland allzu vielen Leuten wirklich präsent ist. Das bedeutet aber nicht, daß sie völlig undenkbar ist in Zeiten, in denen weiter östlich Immobilien von den Russen in Trümmerhaufen verwandelt werden und weiter westlich die Amis in Grönland aus heiterem Himmel Besitzansprüche auf europäischen Boden erheben.
Umso ärgerlicher ist es in Zeiten, in denen Gewißheiten dieser Art auf einmal doch nicht mehr völlig gewiß sind, daß die deutsche Regierungsbildung nun doch wieder von kindischen Politikspielchen geprägt wird, die sehr bezeichnend für die zu erwartende Kompetenz der künftigen Regierungsparteien - oder genauer gesagt: deren Fehlen - sind. Ich fürchte fast, das hat zum Teil auch etwas mit der Persönlichkeit Friedrich Merz zu tun, der ja aus mir unerfindlichen Gründen die CDU nach Merkels Ruhestand für sich begeistern konnte - auf welche Weise es diesem politischen Untoten gelungen ist, ist mir schleierhaft. Merz jedenfalls, der als politischer Rivale Angela Merkels vor ihrer Kanzlerschaft von ihr vermeintlich für immer in den politischen Ruhestand geschickt wurde, gehört dieser besonders unangenehmen Politikergeneration an, die vom neoliberalen Klima der ausgehenden Neunziger geprägt wurde. Wie man an Gerhard Schröder sehen konnte, werden solche Leute mit zunehmendem Alter nicht etwa reifer, erfahrener oder sogar weise, wie das der Generation Helmut Schmidt oder Gerhart Baum noch ohne große Mühe gelungen ist. Sie werden bloß faltiger.
Jedenfalls ist unser mutmaßlich künftiger Bundeskanzler ein Anachronismus. Auf die Fragen von heute findet er mit seinem dreißig Jahre alten Werkzeug außerdem garantiert keine überzeugenden Antworten. Genau das hat er gerade auch überzeugend demonstriert, noch bevor er überhaupt zum Bundeskanzler gewählt werden konnte.
Dabei fand ich es als Nichtwähler ohne Vorlieben für ein bestimmtes Parteiprogramm eigentlich zunächst ermutigend, daß dieses Sondierungspapier so schnell vorlag. Wir brauchen nämlich angesichts der weltpolitischen Lage wirklich so schnell wie möglich eine neue Bundesregierung. Das ist glasklar Priorität 1. Nicht zuletzt deutete das Tempo auch darauf hin, daß die Parteien, die die Regierung bilden wollen, die Gefahr nicht unterschätzen, die durch langwieriges Sichbeharken um weniger vordringliche Fragen, verbunden mit selbstverliebten Spielchen à la Christian Lindner, entstehen würde.
Daß das Papier inhaltlich tatsächlich so unausgegoren ist, wie das alle Welt behauptet: geschenkt. Das Problem besteht darin, daß wir uns diese parteipolitische Gewinnmaximierungsmethode echt nicht leisten können, die mit diesem Papier betrieben wird. Wieso zum Geier wurde kurzerhand ignoriert, daß man, um die gesamte Chose tatsächlich umsetzen zu können, auch die Stimmen der Grünen benötigt? Warum bildete die CDU sich ein, es nötig zu haben, jemanden, von dem man so abhängig ist, zu brüskieren? Und wie kommt es, daß auch der Koalitionspartner SPD dagegen keine Einwände gehabt hat, obwohl man bislang ja mit den Grünen in einer Koalition war?
Die Staatsraison der Grünen auf diese Weise auszutesten - mit dem Ziel, daß sie entweder dem Gegenteil dessen zustimmen, was sie für richtig halten, oder man ihnen die Schuld an der verzögerten Regierungsbildung in die Schuhe schieben kann -, ist auf eine wohlstandsverwahrloste Art dummdreist. Das erinnert stilistisch fast schon an diesen Bodenschätze-Deal, den die USA zum eigenen Vorteil mit der Ukraine abschließen wollten. Friedrich Merz entpuppt sich vom Denken her also als eine Art Donald Trump für Arme. Staatsmännische Größe würde der vermutlich nicht einmal entwickeln, wenn man sie via Infusion in ihn reinpumpen würde.
Und der soll unser Land ausgerechnet durch solche Zeiten heil hindurchsteuern? Armes Deutschland.
***
Und hier die Wirtschaftsnachrichten: Die Tesla-Aktie ist ungeachtet ihres Absturzes seit Donald Trumps Amtseinführung nach wie vor überbewertet, denn das Unternehmen verliert gerade weltweit rasant Kunden. Gut, Märkte sind launisch und neigen zu Überreaktionen. Ich würde aber niemandem empfehlen, ausgerechnet einen Tesla als fahrbaren Untersatz zu kaufen, weil man dennoch nicht mehr sicher sein kann, daß das Unternehmen den politischen Amoklauf seines obersten Chefs überleben wird. Wenn ich Tesla-Aktien hätte, dann würde ich sie - notfalls mit Verlust - außerdem sofort verkaufen (und dafür Rheinmetall-Aktien kaufen). Auch deshalb, weil meine Mutter auf ihren wertlos gewordenen Gazprom-Aktien bis heute sitzengeblieben ist. (Ich hatte mich noch über diesen Kauf entsetzt, war aber bei ihr auf taube Ohren gestoßen.)
Ja, ich habe ein - relativ kleines - Aktiendepot, eigentlich nur als Spielerei und weil meine Mutter unbedingt wollte, daß ich mir eines zulege, allerdings habe ich in den letzten paar Jahren damit nicht mehr viel gemacht. Das kann sich wieder ändern, wenn ich den aktuellen und den letzten Wohnungskauf mal hinter mir habe und damit unsere Finanzen wieder geordnet sind. Falls ich auf diese Sorte Spielereien wieder Lust bekommen sollte, denn natürlich kann es auch sein, daß ich zu viel anderes spannender finde. Zum Beispiel meinen Garten. Morgen gehe ich Johannisbeer- und Stachelbeersträucher kaufen. Und: einen Zwetschgenbaum. Dinge, die auch dann ihren Wert behalten, falls der Aktienmarkt crasht.
Ach, und apropos fahrbarer Untersatz: Hatte ich eigentlich schon erwähnt, daß mein Mann und ich uns Fahrräder gekauft haben? Keine E-Bikes, ganz normale muskelkraftbetriebene Drahtesel.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen